Frankfurt/Main (dpa) l Reichlich Rendite bei geringem Risiko gibt es weiterhin nicht: Die Zinsen sind im Keller, die wirtschaftliche Unsicherheit insbesondere in Europa bleibt. Doch wie schon in den Jahren zuvor dürften die Zentralbanken weiterhin alles daran setzen, billiges Geld in die Wirtschaft zu pumpen - und damit auch in den Aktienmarkt. Hier ein Überblick über die verschiedenen Anlageklassen:

Aktien: Die von den Notenbanken ausgelöste Geldschwemme dürfte zunächst auch 2015 anhalten und die Aktienmärkte mitreißen. Analysten gehen im Schnitt für Ende 2015 von einem Dax bei rund 10 400 Punkten aus. Gegenüber dem Stand kurz vor Neujahr wäre das ein Plus von etwa 5 Prozent. Auch die Perspektiven für den europäischen, asiatischen und US-amerikanischen Aktienmarkt gelten als günstig.

Staatsanleihen: Anleihen sind das stabile Element im Anlegerdepot. Allerdings gibt es weiterhin kaum Aussicht auf auskömmliche laufende Erträge, selbst wenn die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf bis zu 1,5 Prozent steigen könnte. Bei zehnjährigen US-Anleihen sind angesichts der strafferen Geldpolitik in den USA immerhin rund 3 Prozent möglich. Wer mehr Zinsen will, muss zu Anleihen von Krisenstaaten greifen, die Anleger mit besseren Konditionen locken. Gleichwohl besteht hier natürlich das grundsätzliche Risiko einer Staatspleite.

Rohstoffe wahrscheinlich keine Goldgrube


Unternehmensanleihen: Höhere Renditen als Bundeswertpapiere werfen auch Anleihen von europäischen Unternehmen mit guter Bonität ab. Diesen Papieren komme aktuell das langsame Wirtschaftswachstum und die geringe Inflation entgegen, schreibt Fondsmanager David Simner vom Vermögensverwalter Fidelity. Denn in dem aktuellen Umfeld sollten Anleihen eigentlich gegenüber Aktien profitieren, die normalerweise vor allem bei einer anziehenden Konjunktur ihre Stärken ausspielen. Anleger sollten sich jedoch bewusst sein, dass sie bei Unternehmensanleihen das gewisse Extra an Rendite mit einer etwas höheren Ausfallwahrscheinlichkeit erkaufen. Wer bereit ist, noch mehr ins Risiko zu gehen, für den sind Anleihen von Unternehmen mit schlechter Bonität eine Alternative. Aktuell sind bei diesen Papieren Renditen von bis zu 9 Prozent drin. Experten raten trotz weiter zurückgegangener Ausfallquoten aber zur Vorsicht.

Rohstoffe: Rohstoffe sind wahrscheinlich auch 2015 keine Goldgrube für die Anleger. "Wir rechnen 2015 mit Gegenwind über alle Rohstoffklassen hinweg", sagte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank. "Die Preise werden wahrscheinlich noch weiter fallen." Vor allem der starke US-Dollar wirke sich nachteilig auf alle Segmente aus, da Rohstoffe in dieser internationalen Leitwährung abgerechnet würden.

Immobilien bleiben als Kapitalanlage attraktiv


Immobilien: Wenn Gold, dann lieber Betongold, so könnte das Motto für 2015 lauten. "Im anhaltenden Niedrigzinsumfeld bleiben Immobilien als Kapitalanlage attraktiv", schreiben die Analysten der Landesbank Helaba. Umfragen deuteten darauf hin, dass institutionelle Investoren auch 2015 die Immobilienquote in ihren Portfolios erhöhen möchten. Zudem hielten die niedrigen Finanzierungszinsen den Kauf erschwinglich.

Offene Immobilienfonds: Anleger können von steigenden Immobilienpreisen auch indirekt über offene Immobilienfonds profitieren. Nach dem Höhepunkt der Schließungswelle im Jahre 2012 steht die Branche nun vor einem Comeback: Verbliebene Anbieter passen sich langsam an die schärfere Regulierung an, neue Fondsgesellschaften drängen in den Markt. Beachtet werden sollte, dass der Gesetzgeber den Charakter der Immobilienfonds als langfristige Geldanlage gestärkt hat. Neukunden müssen sich für mindestens zwei Jahre binden.

Devisen: Experten gehen davon aus, dass der US-Dollar gegenüber dem Euro etwas weiter an Boden gewinnen dürfte. Denn die Geldpolitik der Notenbanken läuft auseinander: Während in den USA die Fed den Leitzins wohl früher oder später wieder anheben wird, ist die Europäische Zentralbank (EZB) von einer schärferen Gangart noch weit entfernt. Im Gegenteil: Die EZB will ihre Schleusen weiter öffnen und erwägt auch den Kauf von Staats- oder Unternehmensanleihen, was den Euro weiter schwächen dürfte. Experten zufolge könnte er Ende 2015 deshalb bis auf etwa 1,15 US-Dollar fallen. Wer sein Geld in den USA anlegt, könnte damit doppelt profitieren.