Hamburg (dpa) l Zitruspflanzen wirken in den Gärtnereien noch sehr exotisch. Schließlich liegt ihr Ursprung in Ostasien. Über Persien und Kleinasien gelangten sie in den Mittelmeerraum, wo wir sie auch erwarten würden. Aber in Deutschland? Hier sind sie beliebt als Kübelpflanzen auf Balkon und Terrasse.

Doch: "Die Pflanzen sind nicht winterhart", erklärt Peter Klock, Baumschulgärtner aus Hamburg. Sobald anhaltend kaltes Wetter um null Grad auftritt, müssen die Pflanzen ins Haus geholt werden. Einige Formen sind sogar noch etwas empfindlicher. Die Ugli, eine Kreuzung aus Mandarine und Grapefruit oder Pampelmuse, und die Zitronatzitronen-Sorte "Buddhas Hand" sowie Limetten müssen bereits bei Temperaturen um die zehn Grad ins Winterlager.

"Der optimale Standort ist ein belichteter, frostfreier Raum", erklärt der Buchautor. Dort kommt der Stoffwechsel der Zitruspflanzen zur Ruhe. So benötigen sie kaum Wasser und keinen Dünger. Bei einer Überwinterung in wärmeren Räumen ist das anders: Je höher die Temperaturen, desto mehr Licht brauchen die immergrünen Pflanzen.

Lichtmangel erkennt man am Neuaustrieb. "Pflanzen mit Lichtmangel haben oft sogenannte Geiltriebe - sehr lange Triebe mit großen Abständen zwischen den einzelnen Blattpaaren", erklärt Maria Sansoni-Köchel, Gartenbau-Ingenieurin aus Au in der Hallertau (Bayern). Die Blüte ist spärlich, oder sie fällt sogar aus.

Wachsen Zitruspflanzen im Winter weiter, brauchen sie regelmäßig Wasser und einmal pro Monat Dünger, erklärt Sansoni-Köchel. Staunässe ist zu vermeiden, da sonst die feinen Wurzeln zerstört werden. Die Bodenprobe zeigt an, wann Wasser gebraucht wird: Nur wenn laut Klock die oberen fünf bis sechs Zentimeter trocken sind, wird gegossen. Sansoni-Köchel empfiehlt kalkhaltiges Wasser.

Beim Dünger rät Klock zu einem ausgewogenen Präparat, das vor allem Stickstoff und Kalium sowie Phosphor und Spurenelemente enthält. "Man kann auch einen Langzeitdünger verwenden", sagt Sansoni-Köchel. Damit vermeide man eine Überdosierung.

Wer Zitronen, Kumquat, Orangen und Co. überwintert, muss auch an die Lüftung denken. "Wenn der Luftaustausch im Raum gering ist, treten häufig Pilzinfektionen auf", erklärt Klock. Meist handelt es sich um Botrytis mit einem gräulichen Schimmelbelag an den Verzweigungen oder den Blüten. Klock empfiehlt den Rückschnitt nach dem Umzug ins Winterlager. Das verringere die Gefahr von Infektionen und den Wuchs zu langer Triebe, spart Platz, und Astbruch aufgrund der großen Früchte wird vermieden.

Auch Schildläuse plagen die Pflanzen. Sie sitzen in den Blattachseln oder entlang der großen Blattnerven. Zur Bekämpfung empfiehlt Klock ein Blattglanzspray. Gute Erfolge erzielt man auch mit Neemöl. Dagegen können laut dem Experten Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Dimethoat dazu führen, dass die Gehölze ihre Blätter abwerfen.