Berlin (dpa) l Ob beim Pokern, Roulette oder Black Jack - im Casino hoffen Spieler auf schnelles Geld. Doch Vorsicht, wer sein Glück bei Internet-Anbietern versucht, verstößt leicht gegen geltendes Recht oder riskiert das zumindest. "Online-Casinos sind in Deutschland nicht genehmigungsfähig", erklärt der Rechtsanwalt und Glücksspielexperte Martin Jaschinski aus Berlin. Wer dennoch daran teilnimmt, muss unter Umständen mit empfindlichen Strafen rechnen.

So verurteilte das Amtsgericht München nun einen Spieler, der im Jahr 2011 Black Jack gespielt und viel Geld gewonnen hatte. Das Internet-Casino des Anbieters aus Gibraltar war in Deutschland aber nicht zugelassen. Die Folge: Der Mann musste eine Geldstrafe von 2100 Euro zahlen - sein Gewinn von 63 490 Euro wurde eingezogen. In den Nutzungsbedingungen sei darauf hingewiesen worden, dass das Spiel in einigen Ländern verboten ist. Diese Hinweise hätte der Spieler lesen müssen, so begründete das Gericht sein Urteil. Aus Sicht von Jaschinski, der auch Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft IT-Recht im Deutschen Anwaltverein (DAV) ist, ist dieses Urteil allerdings juristisch angreifbar. Denn die bestehenden Regelungen in Deutschland zum Internet-Glücksspiel seien nicht ohne Weiteres mit EU-Recht in Einklang zu bringen. Das gelte erst recht nicht für die gesetzlichen deutschen Regelungen aus dem maßgeblichen Jahr 2011, bei denen der Europäische Gerichtshof die Europarechtswidrigkeit festgestellt habe. "Es ist fraglich, ob ein solches Urteil einer Überprüfung standhält."

Das Risiko für Spieler, entdeckt zu werden, ist nach Ansicht des Juristen zwar relativ gering. Wer es eingeht, sollte aber wissen, dass er damit gegen Strafrechtsnormen verstößt und deutsche Gerichte im Fall des Falles unter Umständen auf eine Geldstrafe entscheiden.