Köln (dpa) l Es ist eigentlich eine einfache Regel: Problemzonen werden betont statt kaschiert, wenn man sie in auffällige Kleidungsstücke hüllt oder zu Enges anzieht. Aber wie lässt sich das mit der aktuellen Mode vereinbaren, die auf viel Hautenges setzt? Ihre Beine empfinden viele Frauen als Problemzone - gerade, wenn sie zu kräftig sind. Das lässt sich aber mit Oberteilen kaschieren, die ausreichend auffallen: "Positiv ist alles, was streckt und optisch reduzierend wirkt", erklärt die Stilberaterin Anna Bingemer-Lehr aus Köln.

Schuhe
Auch der Schuh ist entscheidend. So lassen zwar Modelle mit Absatz das Bein länger wirken, sagt die Modeexpertin. Aber kräftige Beine und zierliches Schuhwerk mit sehr schmalem Absatz harmonieren nicht. "Meist sieht der Fuß dann überproportional und schwer aus. Besser ist ein Schuh mit einem kräftigeren Absatz." Gerade Ankle Boots könnten füllige Waden auch "stampfig" aussehen lassen. Besser seien Schuhe mit einer tief ausgeschnittenen Front, so dass Wade, Fessel und Spann sichtbar sind.

Der grundsätzliche Tipp der Stilberaterin: Auf Proportionen achten. So sollte man beim Schuhkauf nicht nur das interessante Modell am Fuß im Spiegel betrachten, sondern die komplette Figur. Passen die Proportionen von Fuß und Schuh zum Bein und Oberkörper?

Rock/Kleid
Gut passten Kleider und Röcke mit der idealen Saumlinie. "Achten Sie darauf, dass der Kleid- oder Rocksaum nicht an der dicksten Wadenpartie verläuft", erklärt Bingemer-Lehr. "Beim Kleid bietet sich die A-Linie an oder etwas mit horizontalen Raffungen über den Hüften." Ein gut kombinierter Bleistiftrock oder eine figurbetonende Hose mit hohem Bund wirke an Frauen mit kräftigen Beinen sexy. Sie betonen die Beine positiv.

Strumpfhose
Bei blickdichten Strumpfhosen gibt es eine Ausnahme bei der Rocklänge: Der Saum sollte dann bis kurz über das Knie oder bis zur Wadenmitte reichen. Grundsätzlich müssen Frauen beachten, dass die gerade so trendigen gemusterten und farbigen Strumpfhosen die Beine zum Hingucker machen. Das kann unter Umständen eben auch ein Nachteil sein. "Besser sind dezente Muster und dunkle Farben."

Hosen
Bei Hosen bietet sich die Marlenehose an. "Achtung, der Stoff darf nicht über den Oberschenkeln spannen", warnt die Stilberaterin. "Ideal sitzt die Marlenehose, wenn der Stoff vom Schritt an weich und locker fällt."

Zu engen und dunklen Hosen passen eine weich fallende Strickjacke, ein Longpullover oder eine Tunika. Außerdem betont Bingemer-Lehr: So sollte bei einem Outfit der Hingucker eher das farbige Oberteil sein, Hose oder Rock dagegen eine dunkle Farbe haben.

Darauf sollten Betroffene achten: "Überlassen Sie Minis und Mikro-Hotpants anderen Frauen." Denn weniger ist nicht immer mehr, wenn es um den richtigen Stil geht, rät die Expertin.