Berlin/Darmstadt (dpa) l Plötzlich macht es platsch. Das Smartphone, eben noch schnell am Waschbecken abgelegt, rutscht vom Rand ins Wasser. Da helfen die schnellsten Reflexe nichts. "Die Hardware lässt sich dann ersetzen, oft sind die persönlichen Daten wie Fotos oder Nachrichten aber unersetzlich", sagt Manuel Fischer vom IT-Verband Bitkom. Auch bei Diebstahl oder Systemfehlern des Smartphones droht der Datenverlust. Doch es muss nicht alles verloren sein - vorausgesetzt man hat ein Backup.

"Ein Backup ist eine Kopie von wichtigen Daten, die dazu dient, einem Datenverlust vorzubeugen", erklärt Stephan Heuser, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Darmstadt. Es hilft außerdem dabei, ein neues Gerät mit geringem Aufwand so einzurichten wie das alte. Das Telefonbuch oder die Lieblings-Apps sind auf diese Weise im gewohnten Umfang vorhanden.

Aber welche Daten sind lieb und teuer? "Privatanwender sollten zunächst persönliche Kontakt- und Kalenderinformationen, E-Mails, wichtige Dokumente sowie persönliche Fotos und Videos in Betracht ziehen", sagt Heuser. Auch Anmeldeinformationen für Dienste im Internet sollten auf eine sichere Weise gespeichert werden.

Festplatten am besten an verschiedene Orte legen
"Im Zeitalter von preiswerten USB-Sticks und Terabyte-Festplatten kann man das Backup ruhig großzügig auslegen", sagt Heuser. USB-Sticks oder externe Festplatten eignen sich für den Privatanwender gut.

Backups sollten außerdem nicht nur lokal, sondern bestenfalls geografisch verteilt werden - etwa im Bankschließfach oder bei Freunden. "Ansonsten könnten zum Beispiel bei einem Wohnungsbrand sowohl PC, Smartphone und Tablet als auch die Backup-Festplatte zerstört werden."

Auch die Sicherung im Onlinespeicher, der sogenannten Cloud, kann Vorteile bieten. "Eine Wiederherstellung kann bei einem Hardware-Defekt dann von überall aus stattfinden - zum Beispiel auf einer Geschäftsreise oder im Urlaub, wenn der PC mit einem lokalen Backup nicht erreichbar ist", sagt Manuel Fischer.

Katrin Borcea-Pfitzmann vom Institut für Informatik der TU Dresden hält aus Gründen der Datensicherheit Cloud-Backups für eine sinnvolle Lösung. Gerade dann, wenn der Computer für die lokale Sicherung nicht immer verfügbar ist. Aus Datenschutzgründen empfiehlt sie jedoch lokale Backups. "Ein Mitlesen oder Datenmanipulation - durch wen auch immer - wird damit deutlich erschwert."

Die naheliegendsten Cloud-Lösungen sind die der Geräte-Anbieter selbst - zum Beispiel iCloud von Apple, das Google-Konto bei Android oder OneDrive bei Windows-Phone. "Wer diesen Firmen nicht vollständig vertraut, kann eigene Konten bei Cloud-Plattformen wie Dropbox nutzen. Eine Lösung, bei der sogar eigene Server betrieben werden können, ist myCloud", sagt Borcea-Pfitzmann (siehe Infokasten).

Geräteanbieter liefern Backup-Apps meist mit
Für die lokale Sicherung der Daten bieten Smartphone- und Tablet-Hersteller schon ab Werk Optionen an. Android-Geräte können zum Beispiel über ein Google-Konto ihr komplettes System sichern. Der Prozess läuft im Hintergrund. "Für lokale Backups werden meist bereits durch den Geräteanbieter Apps mitgeliefert, zum Beispiel ,Kies` bei Samsung-Geräten", sagt Borcea-Pfitzmann. Diese seien jedoch nicht ganz so transparent verwendbar wie die Betriebssystem-Möglichkeiten.

Bei Apple funktioniert die lokale Sicherung über iTunes: "So ist es möglich, dass bei jedem Akku-Laden von iPhone oder iPad ein Backup mittels USB-Kabel über den Rechner angelegt wird", sagt sie. Darüber hinaus kann der Nutzer wählen, ob er das Backup in der iCloud oder lokal auf dem Rechner vornehmen will - auf Wunsch auch verschlüsselt.

Sichergestellt werden sollte dann allerdings auch, dass man das zur Entschlüsselung notwendige Passwort nicht so schnell vergisst. "Denn sonst nützt das beste Backup nichts", so Fischer. Auch Stephan Heuser warnt: "Selbst ein erfahrener Dienstleister im Bereich der Datenrettung kann diese Daten dann nicht wiederherstellen."