Berlin (dpa) l "Rückenyoga": Kurse mit genau dieser Bezeichnung sind ein relativ neues Phänomen. Die Übungen, derer es sich bedient, sind es aber nicht. "Es ist eine Kombination aus den besten Übungen für den Rücken aus verschiedenen Konzepten", erklärt Gertrud Hirschi, die ein Buch darüber geschrieben hat. Zum einen stammen sie aus dem Yoga, zum anderen aus Rückengymnastik und -therapie, Feldenkrais und Qigong. Woraus sich der Kurs im Einzelfall bedient, kann variieren.

Über einige Grundsätze ist man sich aber einig: Die Übungen sind sanft, ein Stauchen der Wirbelsäule wird vermieden. Daher fallen einige klassische Yogaübungen wie die Sphinx oder das Kamel auch weg. In diesen Positionen seien die Bänder schlaff, die Wirbel sackten zusammen, sagt Hirschi.

Sagt der Körper Stopp, dann heißt das auch, sofort aufzuhören. "Es wird niemals in einen Schmerz hineingearbeitet", sagt Michael Preibsch vom Verband für Physiotherapie (ZVK). Rückenyoga solle immer dort ansetzen, wo eine Übung problemlos ausgeführt werden könne. Rückenyoga dient nicht nur der Dehnung von verkürzten Muskeln, sondern auch dem Kraftaufbau. Neben der Rückbewegung zur neutralen Stellung der Wirbelsäule sei die Stärkung der Rumpfstabilität die wichtigste Aufgabe. Denn in der Lendengegend sei die Wirbelsäule stark auf die stützenden Muskeln angewiesen. Deshalb werden im Rücken-Yoga auch gezielt Bauchmuskeln trainiert.