Magdeburg (dpa/ksi) l Einbrecher haben oft ein leichtes Spiel: In weit mehr als der Hälfte aller Einbrüche können sie Türen und Fenster mit einfachsten Mitteln aufhebeln, warnt Lothar Schirmer, Kriminalrat a. D. aus Magdeburg. Hingegen scheitere mehr als ein Drittel aller Versuche an eingebauter Sicherheitstechnik. Hausbesitzer rüsten daher am besten auf und nach, vor allem spezielle einbruchhemmende Türen und Fenster.

Die Initiative "Nicht bei mir!" der Polizeilichen Kriminalitätsprävention der Länder und des Bundes rät zu folgenden Sicherheitsvorkehrungen:

lSichere Türen haben Wandverankerungen, Bänder und einen Scharnierseitenschutz sowie Zusatzschlösser. Ein Querriegelschloss geht über die gesamte Breite der Tür. Ein Schloss mit Sperrbügel verhindert, dass die Tür direkt ganz aufgeht. Sinnvoll ist auch ein Schließzylinder mit Beschlag und Schließblech. Moderne Haustüren sind nicht so leicht zu knacken. "Wir empfehlen beim Türenkauf für den Privatgebrauch eine Einbruchhemmung mindestens nach der Widerstandsklasse (RC) 2", sagt Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes Fenster und Fassade (VFF) in Frankfurt am Main.

lFenster brauchen aufhebesichere Pilzkopfzapfen, die am ganzen Fensterrahmen verteilt sind. Wird das Fenster geschlossen, greifen sie in verschraubte Stahlschließbleche im Rahmen und verringern das Risiko, dass das Fenster aufgehebelt werden kann. Die Scharniere sollten zusätzlich abgesichert werden mit dem sogenannten Scharnierseitenschutz. Sinnvoll seien auch abschließbare Fenster.

lDas Fensterglas muss Wurfgeschossen standhalten. Wer seine Fenster nicht gleich austauschen möchte, kann eine Sicherheitsfolie auftragen. Ebenfalls sollten Hausbesitzer daran denken, Rollläden, Lichtschächte sowie Fenster und Türen im Keller und am Balkon abzusichern. Natürlich müssen alle Eingänge bei Abwesenheit immer verschlossen sein. Bei höherem Risiko rät die Initiative zu Alarmanlagen.

Die beste Abschreckung ist aber immer noch, den Eindruck zu erwecken, dass immer jemand zu Hause ist. So lassen sich Rollläden, Lampen und Radio über eine Zeitschaltuhr regelmäßig an- und ausschalten. Ein Briefkasten sollte auch während des Urlaubs nicht überquellen.

"Einbrecher kommen weniger nachts, sondern eher tagsüber, wenn niemand zu Hause ist", warnt Lothar Schirmer. Auf Wunsch kommen auch die Berater der kriminalpolizeilichen Beratungsstellen ins Haus, um kostenlos eine Schwachstellenanalyse zu erstellen.