Berlin (dpa) l Wer auf künstliche Dünger- und Pflanzenschutzmittel verzichten will, kann Jauche aus Brennnessel, Beinwell, Knoblauch, Zwiebel oder Ackerschachtelhalm selbst herstellen. Diese Kräutermittel unterstützen das natürliche Bodenleben und schonen nützliche Insekten, erläutert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Außerdem fördern diese Mittel das Wachstum der Pflanzen - Brennnesseljauche sei zum Beispiel gut für Obst- und Blühpflanzen sowie Gemüse wie Gurken, Porree, Tomaten und Zucchini. Ihr Geruch hält zugleich Läuse und Spinnmilben fern.

Und so geht es: Das Pflanzenmaterial kleinschneiden und in einem offenen Gefäß bis zu 15 Zentimeter unter den Rand aufschichten. Das Ganze mit kaltem Wasser ansetzen. Dieses sollte nicht wesentlich höher als die Pflanzenschicht eingefüllt werden. So kommt genügend Sauerstoff daran. Die Masse zersetzt sich nun. Da dabei sehr viel Sauerstoff benötigt wird, rät der BUND, das Gemisch zwei- bis dreimal am Tag umzurühren.

Nach ein bis zwei Tagen beginnt die Jauche zu brodeln. Nach rund 14 Tagen ist das Gemisch fertig. An einem sonnigen Standort verkürzt sich der Gärungsprozess.

Das Ganze riecht allerdings nicht angenehm. Gegen die Geruchsbelästigung empfiehlt der BUND, der Jauche etwas Steinmehl oder einige Esslöffel Humofix, ein pulverisiertes Kräutergemisch, beizugeben. "Nicht zuletzt wird man die Pflanzenjauche natürlich nicht direkt neben der Sitzecke zum Kaffeetrinken ansetzen", sagt Herbert Lohner, BUND-Experte für Naturgärten.