Magdeburg l Krebsvorsorge kann Spaß machen. Das zeigten unlängst mehrere Studien aus Großbritannien, Kanada, Australien und den USA. Danach haben heterosexuelle Männer, die mit über 50 Jahren noch mehrmals wöchentlich Geschlechtsverkehr haben, ein leicht geringeres Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Daraus aber abzuleiten, demnächst würde es den Koitus auf Rezept geben, wäre wohl doch etwas übertrieben.

Aber ersthaft: Wie die meisten Tumoren verursacht auch der Prostatakrebs keine eindeutigen Frühsymptome. Erst in weit fortgeschrittenen Erkrankungsstadien treten Beschwerden wie Probleme mit der Blasenentleerung und Knochenschmerzen auf. Deshalb raten Ärzte seit mehreren Jahrzehnten zur Früherkennung. Noch bis vor wenigen Jahren war es üblich, Patienten mit Prostatakrebs sofort zu behandeln. Es bedeutete in der Regel eine Radikaloperation mit kompletter Entfernung der Prostata, den anliegenden Samenbläschen und den örtlichen Lymphknoten oder aber eine mehrwöchige Strahlenbehandlung.

Mittlerweile empfiehlt die Deutsche Urologische Gesellschaft in ihren Leitlinien zur Behandlung von Krebs der Vorsteherdrüse ein abgestuftes Vorgehen, je nach Alter, Gewebebefund, Vorerkrankungen und den Erwartungen der Patienten an ihre weitere Lebensqualität.

Manchmal reicht es, vorerst nichts zu tun
Bei sehr langsam wachsenden Tumoren kann auch das zeitweilige Aussetzen einer Tumorbehandlung eine gute Lösung sein, so Prof. Martin Schostak. Körperlich fitten Patienten unter 70 Jahren würden die Ärzte eher zu engmaschigen Kontrolluntersuchungen (u.a. PSA-Kontrollen und die Entnahme von Gewebe) raten.

Über jüngste Fortschritte bei der bildgebenden Diagnostik mittels MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie) informierte der Nuklearmediziner Prof. Holger Amthauer. Diese Technik erlaubt gezielte Gewebekontrollen und wird am Magdeburger Uniklinikum unter anderem im Rahmen der sogenannten Fokalen Therapie - der gezielten Zerstörung von Krebszellen durch einen hochintensiven Ultraschall - eingesetzt.

Auch auf dem Gebiet der Strahlentherapie gab es jüngst große Fortschritte, über die der Strahlentherapeut Prof. Dr. Günther Gademan informierte.

Im Optimalfall bieten Fachärzte unterschiedlicher Disziplinen gemeinsam Hilfen an.

Am morgigen Dienstag wird Prof. Dr. Martin Schostak sich erneut dem Publikum in einem öffentlichen Vortrag über die Diagnostik und die Therapie von Blasenkrebs stellen. Die Veranstaltung findet ab 17 Uhr im Demonstrationshörsaal (Haus 28, linker Eingang) auf dem Campus des Magdeburger Uniklinikums an der Leipziger Straße 44 statt. Der Eintritt ist frei.

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