Peter Riebeseel, Rolf Möhrke, Armin Matzke und Walter Strauß aus dem Präsidium des Landesverbands der Gartenfreunde Sachsen-Anhalt beantworteten beim Volksstimme-Telefonforum viele Fragen unserer Leser. Kerstin Singer fasste sie zusammen.

Ich habe einen Garten in einer Kleingartenanlage. Betrifft mich die Gesetzesänderung, wonach der Kündigungsschutz für Datschen in Ostdeutschland wegfällt?
Nein, Kleingärten sind außen vor. Hier gilt das Bundeskleingartengesetz als Schutz vor Kündigungen.

Bei mir im Garten breitet sich Giersch aus. Wie kann ich ihn wirksam bekämpfen?
Das ist schwierig. Die jungen Pflanzen können gut als Salat verwendet werden, sobald Giersch aber blüht, müssen die Stängel sofort abgebrochen werden. Da sich die Pflanze über die Wurzeln vermehrt, kann er nur wirksam bekämpft werden, indem man ihn ausgräbt und die Erde aussiebt, so dass alle Wurzelreste entfernt sind. Denn diese treiben wieder aus. Eine Alternative ist, den Boden für ein Jahr mit schwarzer Mulchfolie abzudecken.

Ich habe einen Maulwurf im Garten. Was kann ich dagegen tun?
Nichts, denn Maulwürfe stehen unter Naturschutz. Außerdem sind Maulwürfe ein gutes Zeichen, dann ist der Boden fruchtbar, das Ökosystem noch intakt. Manchmal hilft es, wenn Kinder im Garten spielen und die Hügel festtreten. Dadurch wird er vergrämt. Aber es gibt keine Garantie.

Meine Erdbeerpflanzen haben immer Punkte auf den Blättern. Woher kommt das?
Das ist Pilzbefall. Dagegen helfen Spritzmittel aus dem Fachhandel. Da der Pilz im Boden sitzt, sollten Sie Erdbeerpflanzen, die Sie neu setzen, ebenfalls spritzen.

Kann ich Kartoffeln jedes Jahr auf die gleiche Fläche pflanzen? Hilft dabei Blaukorn?
Nein, das ist nicht sinnvoll. Wechseln Sie besser die Fläche, weil sonst Krankheiten vorprogrammiert sind. Sie sollten die Kartoffeln besser mit einem organisch-mineralischen Produkt anstatt mit Blaukorn düngen.

Ich habe Wühlmäuse im Garten. Wie werde ich diese los?
Kaufen Sie im Fachhandel ein spezielles Granulat und suchen Sie die Gänge im Garten. Dann legen Sie dieses dort aus und decken die Öffnung danach ab. Auch Fallen erzielen diese Wirkung. Das Ganze ist jedoch sehr langwierig.

In meinem Rasen breitet sich Moos aus. Bekomme ich das mit Vertikutieren weg?
Nein, nicht vollständig. Denn beim Vertikutieren wird nur ein Teil des Mooses herausgerissen, aber die Ursache nicht beseitigt. Meist fehlen dem Boden Nährstoffe. Eine Möglichkeit ist, mit Kalkstickstoff zu düngen. Wichtig ist es, 20 Gramm pro Quadratmeter zu verwenden. Das wirkt in der Regel schnell. Im Laufe des Jahres sollte dann noch einmal ein Volldünger ausgestreut werden.

Unser Vorstand verlangt, dass ich die Koniferen aus dem Garten entferne. Muss ich das tun?
Koniferen gehören nicht in einen Kleingarten, denn sie entsprechen nicht der kleingärtnerischen Nutzung. Deshalb sollten Sie der Forderung des Vereins nachkommen.

Ich hatte im vergangenen Jahr schwarze Maden im Porree. Was war das?
Dann waren Ihre Pflanzen mit der Zwiebelfliege befallen. Diese breitet sich über drei Generationen pro Jahr aus, daher müssen Sie damit rechnen, dass Sie dieses Jahr wieder auftritt. Sie kann Lauchzwiebeln, Porree oder Schnittlauch befallen und ist sehr hartnäckig. Das Laub verfärbt sich dann gelblich und stirbt ab. Wenn der Löwenzahn blüht, dann schwärmen die Fliegen aus und legen ihre Eier in Pflanzennähe am Boden ab. Am wirkungsvollsten ist es, wenn Sie Schutznetze über Ihre Zwiebelpflanzen legen.

Kann ich jetzt schon Sellerie im Freiland pflanzen?
Das sollten Sie erst nach den Eisheiligen machen. Oder Sie bedecken die Pflanzen mit einer Haube. Denn Sellerie ist frostempfindlich. Wenn die Pflanzen Frost abbekommen haben, schießen Sie ins Kraut und bilden keine Knolle.

Ich habe eine Parzelle gepachtet, die Hecke steht vor meinem Zaun. Trotzdem will der Verein, dass ich diese regelmäßig schneide. Ist das korrekt?
Ja, denn laut der Gartenordnung gehören auch solche Hecken an Wegen und anderem dazu. Auch wenn diese außerhalb Ihres Zaunes liegt, haben Sie diese mitzupflegen. Beachten Sie dabei die Brutzeit der Vögel.

Was kann ich meinen Erdbeeren jetzt Gutes tun, damit sie im Sommer besser tragen?
Sie sollten das trockene Laub abzupfen, dann den Boden vorsichtig lockern, denn Erdbeeren sind Flachwurzler. Dann streuen Sie am besten Erdbeerdünger aus. Wichtig ist es, bei dem derzeit trockenen Wetter regelmäßig zu gießen. Sonst können die Pflanzen die Nährstoffe nicht richtig aufnehmen. Sollten die Erdbeeren keine Früchte tragen, dann sitzen die Pflanzen zu tief.

Ich habe lackrote Käfer auf meinen Lilienpflanzen. Richten diese Schaden an?
Das sind Lilienhähnchen. Sie sind etwa sieben Millimeter groß, haben dunkle Beine und schwarze Köpfe. Diese legen ihre Eier auf den Blättern ab. Die Maden fressen später Blätter und Blüten an. Die Käfer, Eier und Maden sollten möglichst per Hand abgesammelt werden. Doch Vorsicht, die Tierchen sind schreckhaft und lassen sich fallen, sobald sie merken, dass sich jemand nähert.

Was kann ich in meinem Garten gegen Schneckenfraß tun, wenn ich kein Schneckenkorn verwenden will? Helfen Bierfallen?
Bierfallen haben den Nachteil, dass sie die Schnecken aus dem weiten Umfeld anziehen. Wenn Sie Platz haben, dann sind zwei Laufenten eine sehr gute Lösung. Denn diese fressen Ihre Schnecken.

Ich habe vor fünf Jahren einen Kleingarten übernommen. Darauf stehen zwei Fichten. Jetzt verlangt der Vorstand, dass ich diese entferne. Muss ich das?
Bei Abgabe eines Kleingartens ist eine Wertermittlung vorzunehmen. Da wird auch festgestellt, ob der Garten mit dem Bundeskleingartengesetz und der Gartenordnung konform ist. Wurde das damals nicht beanstandet, war es ein Versäumnis. Grundsätzlich haben Fichten in einer Kleingartenparzelle nichts zu suchen. Versuchen Sie eine gütliche Einigung mit dem Vorstand zu erreichen.

Der Außenzaun um meine Kleingartenanlage ist in meinem Bereich kaputt. Wer muss ihn reparieren?
Der Zaun gehört zum Kleingartenverein. Wenden Sie sich an den Vorstand wegen einer Reparatur und bieten Ihre Mitwirkung an.

Ich kann mich nicht mehr so gut bücken und möchte daher ein Hochbeet anlegen. Wie mache ich das?
Sie brauchen dafür eine Umrandung aus Holz oder Kunststoff, die etwa 80 Zentimeter hoch sein sollte. Die Breite des Beetes sollte so gewählt werden, dass sie gut über die Fläche reichen können, also etwa 1,20 Meter. Ganz unten füllen Sie grobes Schnittgut von Gehölzen ein, darüber kommt ungesiebter Kompost, zum Abschluss etwa 20 Zentimeter gute Muttererde. Wenn das Beet über die Jahre wieder zusammensackt, füllen Sie wieder gute Muttererde nach, reiner Kompost wäre zu nährstoffreich. So können Sie lange altersgerecht gärtnern.

Meine Petersilie färbt sich immer wieder gelb und will nicht richtig gedeihen. Woran liegt das?
Pflanzen oder säen Sie Petersilie nie an der gleichen Stelle wieder aus. Fünf Jahre müssen Sie immer pausieren. Petersilie ist sehr empfindlich, was den Standort betrifft.

   

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