Berlin (dpa) l Eines vorweg: Ohne iPhone ist die Apple Watch kaum brauchbar, Smartphones anderer Hersteller unterstützt das Gerät nicht. Dafür lässt sich die Apple Watch schnell einrichten. Selbst bei einem iPhone mit vielen installierten Anwendungen dauert es nur rund drei Minuten, bis sich die Apple Watch einen Überblick verschafft hat, welche Programme mit der Uhr kommunizieren können. Danach sollte man sich Zeit nehmen, um im Detail festzulegen, welche iPhone-App eine Benachrichtigung auf der Apple Watch auslösen darf.

Das Bild auf dem Display der Uhr erscheint knackig scharf, die Farben sehen kräftig und brillant aus. Die Helligkeit war im Test auf Maximum eingestellt, damit das Display stets gut ablesbar ist. Die Uhr beherrscht drei Disziplinen: Armbanduhr, Gesundheits- und Fitnessratgeber sowie vielseitiger Computer am Handgelenk, für den es mittlerweile mehr als 3700 Apps gibt. Ist das iPhone in der Nähe, kann man über die Apple Watch auch telefonieren.

Apple Watch zum Schwimmen ungeeignet

Das Ziffernblatt der Apple Watch zeigt einen klassischen Chronographen, verspielte Mickey-Maus-Zeiger oder die aktuelle Mondphase an. Um den Bildschirm aus dem Stromsparmodus zu aktivieren, muss man das Handgelenk anheben oder auf die digitale Krone tippen. Drückt man diese zweimal kurz, erscheint die zuletzt genutzte Anwendung.

Als Fitnessratgeber kann die Apple Watch nicht nur Schritte beim Walken oder Jogging und erklommene Stufen zählen, sondern auch Fahrradtouren und Trainingseinheiten auf einem Stepper, Crosstrainer oder Ruder-Heimtrainer aufzeichnen. Nur zum Schwimmen eignet sich die Apple Watch nicht. Die Uhr bietet zwar einen Schutz gegen zeitweises Untertauchen, aber schon ein harter Wasserstrahl unter der Dusche könnte das Gerät außer Gefecht setzen.

Neben den Apple-Anwendungen "Aktivität" und "Workout" arbeitet die Uhr mit etlichen bekannten Sport-Programmen wie "Runtastic" oder "Trails" zusammen, bei denen dann auch auf die GPS-Daten des iPhones zugegriffen wird. Ein ordentliches Fitnessprogramm, bei dem eine Stunde lang der Puls gemessen und gleichzeitig Musik von der Uhr auf einen Kopfhörer geschickt wird, verzehrt ein Fünftel der Energiekapazität.

Gesundheitsdaten lassen sich schützen

Bei einer weniger sportlichen Nutzung im Alltag hält der Akku deutlich länger. Apple geht aber davon aus, dass die Uhr jede Nacht aufgeladen wird. Ein Druck auf einen Knopf unterhalb der Krone ruft die Kommunikationszentrale der Uhr auf.

Hier erscheinen bis zu zwölf Favoriten, die vom iPhone übernommen oder individuell auf der Uhr angelegt werden können. Textbotschaften kann man bequem diktieren oder aus einer Liste vorformulierter Mitteilungen auswählen. Über die virtuelle Assistentin kann man auch reibungslos Kommandos absetzen und etwa eine Navigation starten.

Besonders häufig genutzte Apps kann man im "Checks"-Bereich ablegen, der mit einem Wisch nach unten auf dem Ziffernblatt erreichbar ist. Hier sieht man einen Überblick über die sportlichen Aktivitäten oder die Wettervorhersage. Entgegen den Befürchtungen von Datenschützern lässt sich das Auslesen der sensiblen Fitness- und Gesundheitsdaten in den Voreinstellungen unterbinden.

Auto oder verlegtes Handy mit Apple Watch finden

In den "Checks" findet sich auch eine Funktion, über die man sein verlegtes iPhone läuten lassen kann. Anwendungen, die Inhalte aus dem Internet abrufen müssen, brauchen eine Zeit lang, bis sie die gewünschten Informationen anzeigen. Auch der Aufbau mancher Programme lässt Raum für Verbesserungen.

Anwender können hier aber hoffen. Jeden Tag kommen neue nützliche heraus, etwa der "Car Location Finder": Bei dieser Anwendung kann man zum leichteren Wiederfinden per Knopfdruck den Standort seines geparkten Autos abspeichern. Neben dem Design der Uhr selbst werden die Programme beim Wettstreit von Apple mit den anderen Herstellern entscheidend sein. Die Programme laufen ohne Unterschied auf den drei verschiedenen Modellreihen: Apple Watch, Apple Watch Sport und Apple Watch Gold. Die Uhr gibt es ab 349 Euro in der einfachen Variante.