Am 27. August ist in diesem Jahr Einschulung in Sachsen-Anhalt. Das Frühjahr ist die Zeit für den Schulranzenkauf. Was gibt es beim Kauf, beim Packen und beim Tragen des Tornisters zu beachten?

Hamburg (rgm). Vollgepackte Ranzen machen Kindern das Leben schwer. Laut einer DAK-Umfrage unter Kinderärzten haben Rückenschmerzen beim Nachwuchs in den letzten zehn Jahren zugenommen. "Die Ranzen sind nicht nur voll, sondern werden oft falsch getragen", sagt DAK-Arzt Dr. Jan Helfrich. "Gegen die vielen Hefte und Bücher ist wenig auszurichten. Aber man kann an der Tragetechnik arbeiten und den Rücken durch Sport stärken."

Das Eigengewicht des Ranzens sollte so gering wie möglich sein. "Im Idealfall ist der Ranzen am Rücken gepolstert und nicht breiter als die Schultern des Kindes", erklärt Dr. Helfrich. Wichtig sind verstellbare, gepolsterte und breite Riemen, die den Druck gleichmäßig auf die Schultern verteilen. Übrigens: Gute Ranzen tragen das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit und erfüllen die DIN-Norm 58124.

Schwere Bücher an den Rücken

Beim Tragen gilt: Der Ranzen muss dicht am Körper sitzen. Die Oberkante bildet eine Linie zur Schulter. "Häufig werden die Riemen zu lang getragen", weiß der DAK-Experte. "Der Ranzen rutscht dann nach hinten und zieht ins Hohlkreuz. Die Folge sind Rückenschmerzen und Haltungsschäden." Um sicher zu gehen, dass der Tornister auch im gefüllten Zustand hält, was er verspricht, sollte er am besten gleich beim Kauf mit Büchern gefüllt werden. Faustregel fürs Packen: Schwere Bücher an den Rücken, Hefte und leichte Utensilien in die vorderen Fächer.

Um Haltungsschäden vorzubeugen und Kinder stark für die Schule zu machen, ist Aktivität angesagt. "Mangelnde Bewegung und eine zu schwache Muskulatur sind die häufigsten Gründe für Rückenschmerzen", weiß Dr. Helfrich. Sein Rat: "Planen Sie für die Freizeit möglichst viel Bewegung ein. Am besten sind Sportarten wie Turnen, Schwimmen, Rad fahren - oder einfach der Besuch auf dem Bolzplatz.

Megacool und praktisch allein reicht nicht beim Ranzen. Ein guter Schulranzen fällt auf der Straße auch schnell ins Auge. "Je auffälliger der Ranzen, desto sicherer ist das Schulkind im Straßenverkehr", sagt die Stiftung Warentest. Reflexstreifen und grelle Farbflächen lassen den Ranzen leuchten und warnen Autofahrer bei Licht, Dämmerung und in der Dunkelheit.

Im Handel sind sie allerdings oft Mangelware, stellte Warentest beim jüngsten Schulranzentest fest. Der liegt allerdings schon zwei Jahre zurück (April 2011). Möglicherweise hat sich das Angebot mittlerweile verbessert. Von Schultrolleys wird übrigens abgeraten. Die kleinen Koffer zum Hinterherziehen muss das Kind trotzdem oft anheben, zum Beispiel in den Bus oder über den Bordstein. "Das belastet das Kreuz letztlich mehr, als wenn Ihr Kind einen Ranzen trägt", schreibt die Stiftung Warentest.