Frage: Bei mir wurden Polypen in der Blase nachgewiesen. Besteht ein erhöhtes Krebsrisiko?

Es antwortet Dr. Andreas Janitzky, Oberarzt der Urologischen Universitätsklinik Magdeburg: Prinzipiell sollten Polypen oder Tumoren in der Harnblase durch die Harnröhre mittels einer Hochfrequenz-Schlingenabtragung entfernt werden. Dadurch kann geklärt werden, ob es sich um einen gutartigen Polypen (Papillom) handelt oder ob ein bösartiger Blasentumor - meist ein Urothelkarzinom - vorliegt.

Gutartige Papillome der Harnblase kommen nur in selten Fällen vor. Zu über 90 Prozent finden sich im operativ entfernten Gewebe Urothelkarzinome. Männer sind dreimal häufiger betroffen als Frauen. In Deutschland werden etwa 15 000 Neuerkrankungen pro Jahr festgestellt. Hauptrisikofaktoren sind das Rauchen, aber auch Benzol-, Cyclophosphamid- und Aminkontakte sowie Bestrahlungsfolgen.

Erstsymptom sind meist schmerzlose Blutbeimengungen im Urin. Diese sollten in jedem Falle durch den Urologen mittels Blasenspiegelung abgeklärt werden und bei Nachweis von tumorverdächtigen Strukturen, wie eingangs beschrieben, entfernt werden. Sollte ein bösartiger Blasentumor nachgewiesen werden, sind die weiteren Schritte vom Stadium, also der Eindringtiefe des Tumors in die Muskelschichten der Harnblase, abhängig.

Meist ist die Therapie auf transurethralem Wege (durch die Harnwege, Anm. Red.) durchführbar. Die Tumorkontrolle erfoldert Blasenspiegelungen im engmaschigen zeitlichen Abstand. Bei tiefer wachsenden oder fortgeschrittenen Befunden ist die komplette Entfernung der Harnblase notwendig. Die Urinableitung kann über eine Ersatzblase über die Harnröhre erfolgen, oder es ist eine Urinableitung über ein Stoma an der Bauchwand mit Beutelversorgung notwendig.