Magdeburg (rgm). Es gibt ganz unterschiedliche Wege, miteinander zu kommunizieren, ohne die Stimme zu gebrauchen. Vor allem das Internet bietet vielfältige Möglichkeiten, Informationen auf schnellstem Weg auszutauschen. Doch nur im echten Gespräch lässt sich an der kleinsten stimmlichen Regung erkennen, wie der andere Gesprächspartner ge-"stimmt" ist. Aber was passiert, wenn die Stimme nicht mehr funktioniert? Wieso werden wir eigentlich heiser? Wieso geht manchmal die Heiserkeit schnell wieder vorbei, und warum wird sie bei manchen Menschen chronisch?

Je größer die stimmliche Belastung durch Beruf oder Hobby, umso höher ist das Risiko an einer Stimmstörung zu erkranken. Nicht nur Sänger und Schauspieler sind davon betroffen. Etwa 80 Prozent aller Berufsgruppen setzen verbale Kommunikation als Arbeitsmittel ein. Außerdem hat sich die Kommunikationsdichte erhöht. So hat sich beispielsweise die Silbenanzahl pro Minute in Parlamentsdebatten innerhalb von 50 Jahren verdoppelt. Das heißt: Wir reden nicht nur mehr, sondern auch schneller. Das bedeutet immer weniger Zeit, sich stimmlich zu erholen.

Die Ursachen für Stimmerkrankungen sind vielfältig und komplex. Selten ist es nur die nicht auskurierte Erkältung oder die stimmliche Überanstrengung. Leider gibt es auch bösartige Veränderungen am Kehlkopf. Werden diese nicht frühzeitig entdeckt, können sie zum Verlust der sprecherischen Kommunikationsfähigkeit führen. Früher hieß das im schlimmsten Fall: Kehlkopf raus, Stimme weg! Heute steht in der Phonochirurgie jedoch der Organ- und somit Funktionserhalt im Vordergrund.

Anlässlich des jährlich im April stattfindenden "World-Voice-Day" berichten beim 89. Medizinischen Sonntag am 17. April Prof. Dr. Christoph Arens, Direktor der Universitäts-HNO- Klinik Magdeburg, und Dr. Susanne Voigt-Zimmermann, Klinische Sprechwissenschaftlerin und Logopädin, über neue Wege zur Verbesserung und Erhaltung der stimmlichen Leistungsfähigkeit, derzeitige diagnostische Möglichkeiten und therapeutische Verfahren bei der Behandlung von Stimmerkrankungen.

Der Medizinische Sonntag - eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von Volksstimme, Urania und Universitätsklinikum - beginnt am Sonntag um 10.30 Uhr im Uni-Hörsaal 1, Gebäude 26 (Nähe Uni-Bibliothek) in der Pfälzer Straße in Magdeburg. Der Eintritt ist frei.