Auskunft zur Lehrstellensuche gaben gestern beim Volksstimme-Telefonforum im Rahmen der Ausbildungsoffensive von Bundesregierung und Wirtschaft Alexandra Grupe von der Agentur für Arbeit Magdeburg, Hartmut Janowsky von der Industrie- und Handelskammer Magdeburg und Wolfgang Schmidt von der Handwerkskammer Magdeburg. Lesen Sie hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Frage: Welche Lehrstellen sind in der Region noch frei?

Antwort: Die Betriebe bieten beispielsweise noch freie Lehrstellen für Restaurantfachleute, Hotelfachleute, Köche, Fachkräfte für Systemgastronomie, Kaufleute im Einzelhandel, Verkäufer(innen), Bürokaufleute, Elektroniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und für andere Berufe an. Bewerber sollten sich bei ihren Berufsberatern auch über freie Ausbildungsstellen in wenig bekannten Berufen informieren.

Frage: Wo kann ich freie Lehrstellen finden?

Antwort: Unter anderem in den Lehrstellenbörsen der Agentur für Arbeit und der Kammern im Internet. unter www.arbeitsagentur.de/Job boerse, www.magedeburg.ihk24.de, www.hwk- magdeburg.de. Nutzen Sie zudem die Berufsberatung der Agentur für Arbeit, die Lehrstellen vermitteln.

Frage: Finde ich einen Ausbildungsplatz als Industriemechaniker in Blankenburg?

Antwort: In Ihrer Region bieten derzeit die Betriebe nicht sehr viele Ausbildungsstellen als Industriemechaniker an. Sie sollten mit Hilfe eines Berufsberaters der Agentur für Arbeit auch über alternative Ausbildungsmöglichkeiten wie Zerspanungs- mechaniker, Konstruktions- mechaniker oder Metallbauer nachdenken.

Frage: Gibt es eine Einschränkung für Bewerber mit Hauptschulabschluss bei der Berufsausbildung?

Antwort: Nein, grundsätzlich ist für die betriebliche Ausbildung kein bestimmter Schulabschluss notwendig und es wird auch kein Höchstalter für die Ausbildung festgelegt. Jedoch erwarten manche Betriebe für bestimmte Berufe wie beispielsweise Elektroniker einen höherwertigen Schulabschluss.

Frage: Habe ich Chancen, mit Hauptschulabschluss in der Region eine Lehrstelle im Handel zu finden?

Antwort: Ja, noch suchen etliche Betriebe Bewerber für eine Ausbildung im Handel. Zwar bieten nicht alle Unternehmen für Bewerber mit Hauptschulabschluss gleich eine Ausbildungsstelle als Kaufmann im Einzelhandel an. Jedoch wird oft ein Ausbildungsvertrag für die zweijährige Ausbildung als Verkäufer mit der Option, danach den Abschluss als Kaufmann im Einzelhandel zu erlangen, in Aussicht gestellt. Ein erfolgreicher Abschluss als Verkäufer vorausgesetzt, können Sie dann nach einem weiteren Ausbildungsjahr die Prüfung zum Kaufmann im Einzelhandel ablegen.

Frage: Wann sollte ich mich für eine Berufsausbildung bewerben?

Antwort: Hier gibt es keine Frist, jedoch erwarten unter anderem größere Unternehmen und der öffentliche Dienst Bewerbungen bereits ein Jahr vor Ausbildungsbeginn. Für viele kleinere Unternehmen sollten Sie sich spätestens nach dem letzten Halbjahreszeugnis bewerben.

Frage: Hat meine Tochter (16, guter Realschulabschluss) noch Chancen, einen Ausbildungsplatz als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder als Medizinische Fachangestellte zu finden?

Antwort: Wenn Ihre Tochter mobil und flexibel ist, könnte sie mit Hilfe der Berufsberatung der Agentur für Arbeit überregional noch Restplätze für die Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin finden. Manche Krankenhäuser beginnen die Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin im kommenden Frühjahr und im Herbst.

Für die Ausbildung als Medizinische Fachangestellte bieten die Ärzte in der Region nur noch wenige Ausbildungsplätze an. Ihre Tochter sollte zudem versuchen, sich auch für eine Ausbildung als zahnmedizinische Fachangestellte zu bewerben. Wichtig wäre, wenn sich Ihre Tochter mit ihren Bewerbungsunterlagen direkt bei den Ärzten vorstellt.

Sollte Ihre Tochter keine Ausbildungsstelle finden, könnte sie zum Beispiel ein Freiwilliges Soziales Jahr ableisten oder eine einjährige Berufsfachschule Sozialpflege absolvieren.

Frage: Ich habe nach dem Vorstellungsgespräch kein weiteres Schreiben des Betriebes erhalten. Was kann ich noch unternehmen?

Antwort: Sie hätten sich bereits während des Vorstellungsgespräches erkundigen sollen, wann der Betrieb Sie über seine Entscheidung benachrichtigen wird. Wenn dies noch nicht geschehen ist, sollten Sie sich jetzt nach dem Stand der Dinge erkundigen. Damit zeigen Sie weiterhin Interesse für Ihre Bewerbung und den Ausbildungsplatz.

Frage: Sollte ich meinen Sohn zu seinen Vorstellungsgesprächen für eine Lehrstelle begleiten?

Antwort: Nein, dies kommt nicht bei jedem Betrieb gut an, es sei denn, dass der jeweilige Betrieb darauf Wert legt. Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie Ihren Sohn bis zum Betriebsgelände begleiten, aber dann alleine gehen lassen. Viele Unternehmen erwarten jedoch einen gut geordneten familiären Hintergrund der Bewerber für einen Ausbildungsplatz.

Bei Vorstellungsgesprächen möchten sich die Betriebsinhaber in der Regel selbst von den Kompetenzen der Bewerber überzeugen. Die Unternehmensleiter wollen von Ihrem Sohn selbst erfahren, ob er motiviert ist, ein Ziel vor Augen hat und sich über den Beruf und das Unternehmen selbständig informiert hat.

Frage: Habe ich mit einem Hauptschulabschluss Aussichten, einen Ausbildungsplatz im Handwerk zu finden?

Antwort: Ein Hauptschulabschluss ist in wenigen Berufen ein Hindernis. Viel wichtiger sind Bewerber mit Tugenden wie Motivation, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Höflichkeit, handwerkliches Geschick und Leistungswillen. Wenn Sie beispielsweise während eines Praktikums nachgewiesen haben, dass Sie voraussichtlich den Anforderungen im Betrieb nachkommen werden und auch in den Betrieb passen, können Sie mit hervorstechenden Tugenden mitunter auch schwächere Zeugnisnoten überbrücken.

Frage: Wo finde ich Hilfe, wenn ich Schwierigkeiten habe, während meiner betrieblichen Ausbildung dem Berufsschulunterricht oder der praktischen Ausbildung im Betrieb zu folgen?

Antwort: Bei der zuständigen Berufsberatung ihrer Agentur für Arbeit. Dort können Sie bei Bedarf so genannte ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) beantragen. Dabei handelt es sich um einen zusätzlichen kostenlosen Unterricht bei einem Bildungsträger.

Frage: Meine Tochter leistet derzeit noch ein Freiwilliges Soziales Jahr ab und hat sich bei mehreren Betrieben für eine Ausbildung als Chemielaborantin und als Chemikantin beworben. Hat sie noch Chancen, wenn die Betriebe nicht geantwortet haben?

Antwort: Ja, Ihre Tochter sollte sich auch dann, wenn die Betriebe nicht geantwortet haben, telefonisch bei den Unternehmen nach dem Stand der Dinge erkundigen, um ihr Interesse für die Ausbildung und das jeweilige Unternehmen zu zeigen. Bewerben könnte sich Ihre Tochter zudem in Magdeburg-Barleben und im Chemiepark Bitterfeld bei den einschlägigen Chemie-Unter- nehmen.

Frage: Kann ich mich in den kommenden Tagen noch auf einer Messe über Ausbildungsmöglichkeiten informieren?

Antwort: Ja, am 13. Mai ab 17 Uhr während der Nacht der Ausbildung, die die Agentur für Arbeit zusammen mit den Kammern und mehreren Betrieben aus der Region organisiert. Dort finden Sie auch Unternehmen, die noch freie Lehrstellen anbieten. Die Veranstaltung findet in den Räumen der Agentur für Arbeit in der Hohepfortestraße in Magdeburg statt.

Frage: Was sollten Bewerbungsunterlagen für eine Ausbildungsstelle enthalten?

Antwort: Die Bewerbungsmappe sollte je nach Wunsch ein Deckblatt mit Foto oder einen Lebenslauf mit Foto, Namen und Ausbildungsberuf, das Bewerbungsschreiben selbst, Kopien der letzten Zeugnisse, Praktikabeurteilungen und Nachweise über besondere Zertifikate enthalten.

Frage: Unterstützt die Agentur für Arbeit finanziell die Bewerbungen für eine betriebliche Ausbildungsstelle? Übernimmt die Agentur für Arbeit auch Fahrtkosten zu einem Vorstellungsgespräch?

Antwort: Ja, dies ist möglich. Voraussetzung ist, dass Sie als Ausbildungssuchender bei der Agentur für Arbeit registriert sind und Sie den Antrag vor Bewerbungsbeginn stellen. Auch für Reisekosten zu Vorstellungsgesprächen oder zu einem Auswahltest gilt, dass der Antrag jeweils vor der Reise gestellt werden muss. Wenn es notwendig ist (beispielsweise bei einer sehr langen Reise), kann die Agentur für Arbeit nach vorheriger Absprache auch einen Zuschuss zu einer notwendigen Übernachtung vor Ort übernehmen.

Frage: Welche Zuschüsse kann ich beantragen, wenn ein tägliches Pendeln zur betrieblichen Ausbildungsstelle nicht möglich ist?

Antwort: Als Zuschuss zu einer eigenen Unterkunft am Ausbildungsort können Sie bei der zuständigen Agentur für Arbeit Berufsausbildungsbeihilfe beantragen. Bei der Bemessung der Berufsausbildungsbeihilfe werden das Einkommen des Auszubildenden und das seiner Eltern zugrunde gelegt.

   

Bilder