Bonn (dpa/rgm). Erstmals seit Einführung des Gesundheitsfonds vor gut drei Jahren hat das Bundesversicherungsamt die Schließung einer großen gesetzlichen Krankenkasse verfügt. Die City BKK mit Sitz in Stuttgart werde zum 1. Juli geschlossen, da die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit auf Dauer nicht mehr gesichert sei, teilte die Behörde in Bonn mit.

Laut Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt behalten bei der Insolvenz einer gesetzlichen Krankenkasse deren Mitglieder ihren Versicherungsschutz. Die Versicherten werden rechtzeitig persönlich über die bevorstehende Schließung informiert, um sich eine andere Kasse suchen zu können. Das Wahlrecht besteht bis zu zwei Wochen nach Schließung. Die zweiwöchige Frist läuft ab dem in einer amtlichen Mitteilung bekannt gemachten Tag der Schließung.

Versäumt der Versicherte, eine neue Krankenkasse zu wählen, meldet der Arbeitgeber Pflichtversicherte bei einer neuen Krankenkasse an. Bei Beziehern von Arbeitslosengeld I und II erfolgt die Ummeldung durch die Bundesagentur für Arbeit, bei Rentnern durch den Rententräger. Hierbei wird die Krankenkasse gewählt, bei der eine Versicherung vor der Mitgliedschaft in der geschlossenen Kasse bestand. Ist diese nicht zu ermitteln, wird eine neue Krankenkasse gewählt.

Freiwillige Mitglieder müssen den Krankenkassenwechsel selbst vornehmen. Hierzu haben sie drei Monate Zeit. Sollten sie diese Frist versäumen, so behalten sie trotzdem ihren Versicherungsschutz - wegen der seit 2007 bestehenden Krankenversicherungspflicht in Deutschland. Wer während des Wechsels Leistungen bezieht, sich etwa im Krankenhaus befindet, braucht nichts zu unternehmen - die Krankenkassen klären diese Fälle untereinander.

Die Kosten für laufende Behandlungen und sonstige notwendige Leistungen sind ebenfalls abgesichert.

Alle gesetzlichen Krankenkassen sind verpflichtet, neue Mitglieder unabhängig von Alter oder Erkrankungen aufzunehmen.