Über die Therapien von Wechseljahrs-Beschwerden, wiederholt auftretenden Unterleibsschmerzen und ungewollter Kinderlosigkeit sprachen Anruferinnen mit drei Magdeburger Frauenärzten, die gestern zu einem Telefonforum in der Volksstimme-Redaktion zu Gast waren. Uwe Seidenfaden notierte einige grundsätzliche Fragen und Antworten.

Frage: Ich habe in letzter Zeit gelegentlich krampfartige Schmerzen im Unterbauch, die aus heiterem Himmel auftreten. Was kann die Ursache sein?

Antwort: Plötzlich auftretende krampfartige Unterleibsschmerzen können ganz verschiedene Ursachen haben. Dazu zählen z.B. eine Blinddarmentzündung, eine geplatzte Eierstockzyste, Harnsteine, Fremdabsiedlungen der Gebärmutterschleimhaut (Endometriose) oder gutartige Veränderungen in der Gebärmutter (Myome). Um die Ursache Ihrer Beschwerden herauszufinden, ist eine Tast- und Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter und der Eierstöcke erforderlich.

Frage: Ich bin 40 Jahre alt und wache neuerdings nach einem unruhigen Nachtschlaf oft schweißgebadet auf. Ich habe immer noch fast regelmäßig meine Regelblutungen. An die Wechseljahre als Ursache mag ich eigentlich noch nicht denken, oder?

Antwort: Es ist durchaus möglich, dass bei einigen Frauen die Wechseljahre schon früher als im Durchschnitt auftreten können. Man sollte aber auch andere Ursachen wie Schilddrüsen- und Herzkrankheiten durch medizinische Untersuchungen ausschließen.

Frage: Ich bin 49 Jahre und leide in letzter Zeit immer öfter unter Blasenenzündungen. Was kann ich tun?

Antwort: Durch hormonelle Umstellungen in den Wechseljahren ändert sich auch das Scheidenmilieu und das kann dazu führen, dass häufiger Blaseninfektionen auftreten. In diesem Fall kann unter Umständen eine lokale Hormontherapie in der Scheide helfen. Vorher sollte unbedingt abgeklärt werden, ob es sich nicht um eine bakterielle Infektion handelt und ein Urologe hinzugezogen werden muss.

Frage: Ich bin 43 Jahre alt und noch nicht in den Wechseljahren. Kann ich weiterhin die Pille einnehmen?

Antwort: Das können Sie, soweit keine medizinischen Gründe wie Thrombose, Leber- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen dagegen sprechen.

Frage: Ich bin 42 Jahre alt, nehme die Pille ein und habe machmal starke Zwischenblutungen. Was kann die Ursache sein?

Antwort: Als Ursache kommen organische und hormonelle Ursachen in Frage. Die Ursache starker, unregelmäßiger Zwischenblutungen oder verlängerten Monatsblutungen sollte immer durch Gynäkologen abgeklärt werden. Organische Ursachen sind zum Beispiel eine Geschwulst in der Gebärmuttermuskulatur (Myom) oder Zysten an den Eierstöcken. Von der Diagnose hängt ab, welche Behandlung zu empfehlen ist.

Frage: Bei mir wurde ein neun Zentimeter großes Myom festgestellt. Kann die Geschwulst bei Erhalt der Gebärmutter entfernt werden?

Antwort: Ja. Myome sind Geschwülste, die in der glatten Muskulatur der Gebärmutter entstehen. In der Mehrzahl sind es gutartige Geschwülste, die je nach Lage und Größe zu Beschwerden führen können und ein Risiko während einer Schwangerschaft darstellen. Prinzipiell ist zu einer Entfernung zu raten, wenn Myome starke Beschwerden und Blutungen verursachen oder wenn sie sehr schnell wachsen. Myome bis zu etwa fünf Zentimeter Größe können mit einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) entfernt werden. Größere Myome erfordern einen Bauchschnitt. In jedem Fall kann die Gebärmutter dabei erhalten bleiben.

Frage: Sollte die Gebärmutter komplett entfernt werden, wenn darin eine Geschwulst festgestellt wurde?

Antwort: Bei gutartigen Veränderungen (Myomen) ist eine Entfernung der Gebärmutter nicht erforderlich. Die Behandlung ist mit minimalinvasiven Methoden möglich. Wenn es sich allerdings um einen bösartigen Tumor handelt, hängt es von dessen Art und vom Ausmaß seiner Ausbreitung ab, ob gegebenenfalls Gebärmutter, Eierstöcke und weiteres Gewebe entfernt werden müssen.

Frage: Ich habe einen etwa vier Zentimeter großen Myomknoten in der Gebärmutter. Kann man das mit Medikamenten behandeln?

Antwort: Myome wachsen unter dem Einfluss von Östrogenen. Durch den Einsatz von Antiöstrogenen ist es manchmal möglich, sie schrumpfen zu lassen. Nach Beendigung dieser Therapie erreichen sie aber wieder die normale Größe. Deshalb ist eine medikamentöse Therapie nicht sinnvoll.

Frage: Seit Jahren leide ich unter wiederkehrenden Unterleibsschmerzen. Die Einnahme der Pille brachte keine Besserung. Nach einer Ultraschalluntersuchung äußerte meine Ärztin den Verdacht auf Endometriose. Was heißt das?

Antwort: Die Endometriose ist eine Erkrankung, bei der die Schleimhaut außerhalb der Gebärmutter wächst. Das kann sehr schmerzhaft sein und führt nicht selten zu Verwachsungen der Eileiter, so dass eine natürliche Schwangerschaft verhindert wird. Um die weitere Therapie festzulegen, sollte eine Bauchspiegelung durchgeführt werden. Wenn ein Kinderwunsch besteht, ist dessen Erfüllung durch Methoden der künstlichen Befruchtung prinzipiell denkbar. Besteht kein Kinderwunsch, ist eine Behandlung mit synthetischen Gestagenen (Gelbkörperhormonen) möglich.

Frage: Ich bin 67 Jahre alt und habe die Wechseljahre schon lange hinter mir. Umso mehr war ich überrascht, als ich jetzt noch einmal starke Blutungen bekommen habe. Was sollte ich tun?

Antwort: Sie sollten sich ärztlich untersuchen lassen. Starke Blutungen nach den Wechseljahren sind nicht selten ein Symptom für eine ernsthafte Erkrankung (Gebärmutterkörperkrebs). Das muss immer mit Ausschabung diagnostiziert werden.

Frage: Vor vier Jahren hatte ich eine Eileiterschwangerschaft. Der rechte Eileiter musste entfernt werden. Der linke Eileiter ist nicht normal. Kann ich dennoch schwanger werden?

Antwort: In Ihrem Fall ist wahrscheinlich eine künstliche Befruchtung außerhalb des Mutterleibs ratsam. Bei der sogenannten In-vitro-Fertilisation (IVF) werden Eizellen abgesaugt und außerhalb des Körpers mit den Spermien Ihres Partners zusammengebracht.

Zwei bis drei Tage nach der Befruchtung werden ein bis drei Embryonen in Ihre Gebärmutter implantiert. Die Kinderwunschbehandlung ermöglicht Ihnen die Chance auf eine normale Schwangerschaft.

   

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