Berlin (dapd). In diesen Wochen haben die heftigen Brechdurchfälle wieder Hochsaison. "Jahreszeitlich bedingt steigen die Infektionen mit Noroviren derzeit an", sagt Susanne Glasmacher vom Robert Koch-Institut (RKI). Es gebe jedoch bislang keine Hinweise auf eine besonders starke Welle.

Mit gründlicher Hygiene lasse sich die weitere Ausbreitung der hochansteckenden Viren verhindern. Menschen in Privathaushalten schützten ihre Umgebung am besten, wenn sie während der Erkrankungsphase wenig Kontakt halten. Kinder sollten auch noch zwei Tage nach Abklingen der Symptome nicht in den Kindergarten gehen.

Der Erreger wird durch Stuhl oder Erbrochenes weitergegeben. Erkrankten sollten deshalb ihre Hände nach jedem Toilettengang penibel waschen. Außerdem müssen alle Flächen in der Wohnung, die mit den Ausscheidungen in Berührung gekommen sind, gründlich und mit Einmalhandschuhen gereinigt und Handschuhe sowie Putzlappen danach entsorgt werden. Leib- und Bettwäsche sowie Handtücher sollten bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Geschirr kann wie üblich gereinigt werden.

Desinfektionsmittel hält das RKI für Privathaushalte nicht unbedingt für notwendig. Da die Viren noch etwa zwei Wochen nach Ausbruch der Erkrankung ausgeschieden werden, ist in dieser Zeit gründliche Hygiene angesagt.

Wer eine Norovirus-Infektion gut überstanden hat, braucht in der Regel keinen Arzt. Eine Meldepflicht besteht nicht für Hausärzte, sondern nur für Labore, die den Erreger nachweisen. Ein solcher Nachweis werde aber in der Regel nur bei größeren Ausbrüchen, etwa in Krankenhäusern oder Altenheimen, vorgenommen.

Die meisten Menschen überstehen eine Noroviren-Infektion gut, wenn sie ein bis zwei Tage im Bett bleiben und reichlich trinken. Kleinkinder, ältere oder chronisch kranke Menschen sollten bei schweren Verläufen rechtzeitig zum Arzt.