Energiesparen ist ein Dauerbrenner. Wie groß der Informationsbedarf der Verbraucher zu dem Thema ist, zeigte gestern der Andrang beim Volksstimme-Telefonforum. Informationen aus erster Hand gaben Stefan Samer von den Städtischen Werken Magdeburg, Ulf Semper von der Verbraucherinformation Erdgas und Gerhard Schünemann, Obermeister der Fachinnung Heizung-Sanitär-Klima Magdeburg.

Frage: Ich habe meine Heizung auf Brennwerttechnik in Verbindung mit einer Solaranlage zur Heizungsunterstützung umgerüstet. Der Rücklauf der Anlage ist relativ kalt – ist das nachteilig für die Heizung? Oder ist die Anlage nicht richtig eingestellt?

Antwort: Gleichmäßige Heizkörperauskühlung und ein kalter Rücklauf kommen der Brennwertausnutzung besonders entgegen und führen zu einem hohen Wirkungsgrad der Anlage.

Frage: Ist es sinnvoll, meine Heizung regelmäßig warten zu lassen?

Antwort: Eine konstante Wartung ist unbedingt zu empfehlen, weil dadurch die energetische Effizienz der Heizung regelmäßig geprüft und die Anlage optimal eingestellt wird. Dadurch ergibt sich ein geringerer Energieverbrauch, und es werden weniger Abgase erzeugt. Somit leisten Sie auch einen Beitrag zum Umweltschutz. Außerdem gehört die regelmäßige Wartung zu den Betreiberpflichten.

Frage Ich möchte auf Brennwerttechnik umstellen. Empfehlen Sie Öl oder Erdgas? Wo kann ich mich beraten lassen?

Antwort: Brennwerttechnik arbeitet weitaus ökonomischer als gängige Heizkessel. Für Erdgas liegt der zusätzliche Brennwerteffekt bei zirka elf Prozent und für Öl-Brennwert bei zirka sechs Prozent über dem Heizwert herkömmlicher Anlagen. Gas-Brennwertgeräte haben den großen Vorteil, dass sich die Leistung des Kessels an den wechselnden Wärmebedarf anpasst. Der Modulationsbereich der neuen Generation liegt im Allgemeinen bei 30 bis 100 Prozent. Eine Beratung bietet beispielsweise das Kundencenter der Städtischen Werke Magdeburg an (geöffnet Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr).

Frage: Was kann der Grund für rauschende Heizkörper sein?

Antwort: Es wäre möglich, dass die Pumpenleistung zu hoch eingestellt ist, dass Luft in der Heizung ist oder dass der Anlagendruck zu gering ist. Ein weiterer Grund könnte der fehlende hydraulische Abgleich sein.

Frage: Sollte ich einen hydraulischen Abgleich durchführen lassen, um die Heizung zu optimieren?

Antwort: Ja, besonders bei einer Wärmepumpe und bei Gas/Öl-Brennwertgeräten würden wir Ihnen dringend dazu raten, um den Brennwerteffekt optimal ausnutzen zu können.

Frage: Welche Fördermöglichkeiten gibt es für eine Solaranlage?

Antwort: Derzeit gibt es nur eine Förderung für Solaranlagen zur kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung ab einer Bruttokollektorfläche von neun Quadratmetern bei Flachkollektoren und mehr als sieben Quadratmetern bei Vakuumröhrenkollektoren. Das sind im Gebäudebestand 90 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche. Ziehen Sie bei der Planung einen Fachmann zu Rate. Für Anlagen im Neubau fällt die Förderung weg, da es hier ohnehin eine Pflicht zur Nutzung nach dem Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetz gilt.

Frage: Ab wann ist eine Umrüstung der Heizungsanlage erforderlich, und an wen wende ich mich?

Antwort: Frühestens nach 10 bis 12 Jahren, spätestens nach 15 bis 20 Jahren ist eine Sanierung ratsam, weil die Anlagen dann technisch veraltet sind und die Umwelt zudem stark belastet wird. Moderne Anlagen verfügen über ein besseres Masse-Leistungs-Verhältnis, es besteht zudem die Möglichkeit einer problemlosen Kombination mit Solarenergie, außerdem gibt es geringere Wärmeverluste beim Heizgerät selbst. Wenden Sie sich am besten an Ihren örtlichen Heizungsfachbetrieb. Die Innungsbetriebe sind durch regelmäßige Schulungen bestens auf dieses Thema vorbereitet. Wichtig ist, dass das Fachunternehmen im Installateurverzeichnis eines Versorgers aufgeführt ist. Zusätzliche Informationen finden Sie unter www.wasserwaermeluft.de.

Frage: Mein Heizkessel ist Baujahr 1993. Macht es Sinn, die Anlage zu erneuern, und was kostet das?

Antwort: In jedem Fall ist das anzuraten, da es sich bei dem Gerät um ein ungeregeltes Heizwertgerät mit sehr hohem Wasserinhalt und hohen Abgasverlusten handelt. Die Umrüstung auf eine moderne Brennwertanlage würde zwischen 3500 und 5000 Euro kosten. Eine Energieeinsparung von 20 bis 35 Prozent ist realistisch – natürlich ist das auch abhängig vom Nutzerverhalten.

Frage: Welche Raumtemperatur soll ich wählen?

Antwort: Überheizte Räume sind nicht nur ungesund, sondern kosten auch unnötig Geld und Energie. Folgende Raumtemperaturen sind normalerweise ausreichen: Wohnräume 19 bis 22 Grad, Schlafräume 15 bis 18 Grad, Bad 22 bis 24 Grad.

Frage: Ich möchte meine bestehende Heizungsanlage mit einer Solaranlage aufrüsten. Was ist zu beachten?

Antwort: Wenn es sich um eine Solaranlage mit Heizungsunterstützung handelt, muss der Förderantrag vor Beginn der Maßnahme – also vor Auftragserteilung – eingereicht werden. Wenden Sie sich am besten an Ihre Installationsfirma. Natürlich sollte ein Dach mit einer südlichen Ausrichtung vorhanden sein oder ein Flachdach, dass von der Statik her geeignet ist und eine Aufständerung zulässt. Die Neigung der Solarmodule sollte zwischen 30 bis 65 Grad betragen, idealer weise 45 Grad bei thermischen Solaranlagen.

Frage: Gibt es eine Förderung von Wärmepumpen?

Antwort: Ja, informieren Sie sich am besten beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle unter www.bafa.de. Dort gibt es eine praktische Übersicht der Basis-, Bonus- und Innovationsförderung.

Frage: Gibt es auch einzelne Sanierungsmaßnahmen, die staatlich gefördert werden?

Antwort: Ja, die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert mit zinsverbilligten Darlehen unter anderem folgende Energieeinsparmaßnahmen: Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen und Geschossdecken, Erneuerung der Fenster, Einbau einer Lüftungsanlage, Wärmepumpen, Biomasse- oder Biogasanlagen. Thermische Solaranlagen sind förderfähig, sofern sie zur Ergänzung der neuen Heizung installiert werden und keine BAFA-Förderung in Anspruch genommen wird. Neu ist jetzt, dass auch die Heizungserneuerung und Badsanierung als Einzelmaßnahmen gefördert werden. Der aktuelle Zinssatz der KfW-Bank beträgt ab 2,57 Prozent.

Frage: Ich habe ein Mehrfamilienhaus mit vier Wohneinheiten, die Heizung müsste erneuert werden. Dafür fehlt mir aber das Geld. Gibt es trotzdem eine Möglichkeit der Sanierung?

Antwort: Es gibt einen sogenannten Contracting-Vertrag, der besagt, dass Ihnen eine neue Anlage von einem Contracting-Geber gestellt wird und Sie einen kalkulierten Wärmepreis zahlen. Wenden Sie sich wegen weiterführender Informationen an Ihren regionalen Energieversorger.

Frage: Gibt es einfache Tipps zum Energiesparen?

Antwort: Halten Sie sich am besten an folgende Grundregeln: Richtig heizen – schon ein Grad weniger Raumtemperatur spart bis zu sechs Prozent der jährlichen Heizkosten. Richtig lüften – statt dauerhaft über das gekippte Fenster zu lüften, sollten Sie mehrmals täglich stoßlüften. Heizkörper nicht durch Möbel oder Gardinen verdecken und richtig entlüften.

Frage: Ich habe einen hohen Energieverbrauch. Welche Einsparmöglichkeiten kann ich nutzen?

Antwort: Ein Energieausweis, ausgestellt von einem Energieberater, kann Schwachstellen aufzeigen. Oftmals lassen sich dadurch mit geringem Aufwand hohe Einsparungen erzielen.

   

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