Die makellosen Gesichter aus Werbung und Medien vermitteln eine eindeutige Botschaft : Schöne Haut ist nicht nur rein und glatt, sondern auch ebenmäßig gefärbt. Doch bei vielen Menschen zeigt der Spiegel das Kontrastprogramm zu diesem Schönheitsideal : Die Haut ist fleckig, weist dunkle und helle Bereiche auf. Das ist für die Betroffenen oft belastend, aber es gibt durchaus Abhilfe.

Münster / Köln ( dapd ). Für die Therapie stehen Cremes, Peelings oder Laserbehandlungen zur Verfügung. Diese Strategien sind allerdings nicht risikolos und gehören in die Hände von Fachleuten.

" Es gibt unterschiedliche Formen und Ursachen der Pigmentstörungen ", sagt Nadine Peukert, Expertin für ästhetische Dermatologie am Universitätsklinikum Münster. " Gerade bei Flecken im Gesicht ist das ästhetische Problem für viele Menschen psychisch sehr belastend. " Obwohl die dunklen Stellen aus medizinischer Sicht nicht behandlungsbedürftig seien, sollte ein Hautarzt die Ursachen abklären, damit die richtigen Maßnahmen ergriffen werden können. " Selber an den Flecken herumzudoktern oder den Fall einem Schönheitsstudio zu überlassen, bleibt oft ergebnislos, kann sogar zu Schäden führen oder packt das Problem nicht an der Wurzel ", sagt Peukert.

Die häufigsten Formen von Pigmentstörungen sind neben Altersflecken die Hyperpigmentierungen in Folge von Hautreizungen oder das sogenannte Melasma, das sich häufig bei Schwangeren im Gesicht breitmacht. Grundlegend verantwortlich sind in allen Fällen übereifrige Zellen in der Oberhaut, die sogenannten Melanozyten, die den individuellen Farbton erzeugen, wie Hautärztin Peukert erläutert. Sie produzieren das bräunliche Pigment Melanin, das verhindert, dass die gefährlichen UVStrahlen tief in die Haut eindringen. Deshalb reagiert die Haut bei Reizung durch Sonnenbestrahlung auch mit einer erhöhten Produktion von Melanin – wir werden braun. Ist die Bildung der Farbpigmente allerdings in verschiedenen Hautbereichen uneinheitlich, entstehen die unbeliebten Flecken. Sie können an einer, aber auch an mehreren Stellen gleichzeitig auftreten und variieren je nach Form in Symmetrie, Größe, Farbe und Ausprägung.

Die Behandlung von Pigmentflecken ist nach Angaben des Kölner Hautarztes Jörg Andreas Larsen " eine heikle Angelegenheit, bei der man vorsichtig vorgehen muss ". Deshalb probiere man am besten Schritt für Schritt aus, welche Methode oder Behandlungsstärke die Flecken verschwinden lässt. In manchen Fällen könnten spezielle Cremes mit leicht aufhellender Wirkung schon zum Erfolg führen, sagt Larsen. Reichen sie nicht aus, gibt es stärkere, verschreibungspflichtige Präparate, die einen aufhellenden Effekt in der oberen Hautschicht bewirken. Es sei aber Vorsicht geboten, denn die Haut mancher Patienten reagiere mit starken Reizungen.

Als nächste Stufe kommen sogenannte Peelings infrage. Dabei werden in mehreren Sitzungen Substanzen wie beispielsweise Fruchtsäuren auf die Haut aufgetragen, die eine Erneuerung der obersten Hautschicht auslösen. " Wenn man Glück hat, werden dabei die überpigmentierten Hautschichten abgetragen und die Flecken verschwinden ", sagt Larsen. Auch bei dieser Methode gibt es unterschiedliche Grade der Intensität. Bei besonders hartnäckigen Pigmentflecken, deren Farbstoffe in tieferen Hautschichten sitzen, helfe oft nur eine Lasertherapie, sagt Larsen. Dabei erhitzt ein spezielles Laserlicht gezielt die Farbpartikel in der Haut und zerstört sie. Die Bruchstücke werden dann aus dem Gewebe abtransportiert – der Fleck verschwindet.

Bei allen Methoden sei es wichtig, konsequent die Sonne zu meiden, denn UV-Strahlung könne die gereizte Haut zu einer verstärkten Pigmentproduktion antreiben. Deshalb eigne sich vor allem das Winterhalbjahr für eine Behandlung. Grundsätzlich sollten Menschen mit einer Neigung zu Pigmentflecken das direkte Sonnenlicht meiden und die Haut mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen.