"Weißere Zähne mit schimmerndem Glanz" oder "Hellt die Zähne auf" – die Werbung für Zahnpasten verspricht viel. Nicht nur, wenn es um die Farbe der Zähne geht. Die Werbetexter nehmen den Mund oft zu voll, wenn sie die Wirkungen gegen Bösewichter wie Plaque, Gingivitis oder Parodontitis bejubeln. Das zeigt der Test der Stiftung Warentest von 21 sogenannten Weißmacher-Zahnpasten zur täglichen Anwendung.

Berlin (rgm). Alle beseitigen störende Beläge, Verfärbungen und Flecken gut oder sogar sehr gut. Wunder darf der Nutzer aber nicht erwarten: Von Natur aus gelbliche Zähne können sie nicht weißer machen. Im besten Fall wird die ursprüngliche Naturfarbe wieder etwas aufgefrischt.

Die Zahnpasten verdanken die reinigende Wirkung nicht etwa Bleichmitteln, sondern vor allem den eingesetzten Putzkörpern, in der Fachsprache Abrasivstoffe genannt. Gesundem Zahnschmelz können diese Putzkörper nichts anhaben. Schließlich ist er die härteste Substanz im menschlichen Körper.

Die Tester bestimmten den Abrieb (Abrasivität) aber für das empfindlichere Zahnbein (Dentin). Wenn sich mit zunehmendem Alter oder als Folge von Putzschäden oder einer Zahnbettentzündung (Parodontitis) das Zahnfleisch zurückzieht und die Zahnhälse freiliegen, sind das Dentin beziehungsweise das noch weichere Wurzelzement den schmirgelnden Putzkörpern schutzlos ausgeliefert. Dann heißt es Vorsicht bei der Wahl der richtigen Zahnpasta.

Wer Defekte am Zahnhals hat, sollte eine Zahnpasta wählen, die einen niedrigen Abrieb aufweist. Im Test: die Naturkosmetik-Zahncreme von Vitadent, die Beläge gut entfernt und gleichzeitig auch der Karies sehr gut vorbeugt. Sie kostet 2,65 Euro je 100 Milliliter.

Bei Menschen mit kerngesunden Zähnen spricht nichts gegen einen hohen Abrieb. Damit reinigt zum Beispiel Dentalux Seidenweiss Plus Complex 3 von Lidl sehr gut. Mit 44 Cent je 100 Milliliter ist sie auch sehr preiswert. Genauso gut, aber sanfter reinigen blend-a-med Pro Expert Zahnschmelzschild (2,31 Euro je 100 Milliliter), blend-a-med 3 D white (2,45 Euro), Sensodyne Proschmelz Sanftes Zahnweiss (5,33 Euro) und Theramed Perfect Anti-Verfärbungszahncreme (5,78 Euro). Sie alle beugen auch der Karies durch Fluorid sehr gut vor. Fluoride sind nach wie vor die bedeutendsten Wirkstoffe in Zahnpasten. Sie können sogar beginnende Schwachstellen im Schmelz "reparieren".

Saubere Zähne werden nicht krank. Wer sich also gründlich die Zähne putzt, kann davon ausgehen, dass alle Zahnpasten vorbeugend nicht nur gegen Karies, sondern auch gegen Zahnfleischentzündungen, Zahnstein und auch gegen Parodontitis wirken. Doch viele Anbieter tun in ihrer Werbung so, als enthielten ihre Produkte Spezialstoffe gegen alle möglichen Probleme rund um Zähne und Mundhöhle. Das stimmt aber oft nicht. Die Tester bescheinigten nur dann eine besondere Wirkung, wenn die Wirksamkeit der eingesetzten Substanzen eindeutig belegt ist. Übertriebene Versprechen führten zu Minuspunkten.