Berlin ( dapd ). Spontane Investitionen in Gold angesichts des Rekordpreises von mehr als 1500 Dollar pro Feinunze können riskant sein. " Der Europreis ist derzeit überhaupt nicht auf seinem Höchststand. Dieser ist jedoch für den deutschen Anleger interessant. Wir investieren hierzulande schließlich in Euro ", sagte der Edelmetall-Experte von Stiftung Warentest, Roland Aulitzky. Insofern sei die Aufregung an den Märkten für den deutschen Kunden von geringer Bedeutung. Der Europreis für Gold lag im Dezember 2010 vier bis fünf Prozent höher als der aktuelle.

Dennoch gilt die Investition in Gold bei Anlegern weiterhin als Schutz vor Inflation. " Das hat sich in den vergangenen Jahren nicht immer bewahrheitet ", sagte der Finanzexperte. So sei der Goldpreis in Dollar in der Vergangenheit meist gestiegen, wenn der Dollarkurs an der Börse stark gefallen sei. Jedoch habe es danach teils extreme Durststrecken gegeben. " Der Goldpreis war zeitweise auf 250 Dollar gesunken. Gold ist unberechenbar ". Auch wenn es im Augenblick danach aussehe, als ob er weiter steige. " Gewähr gibt es keine ", sagte Aulitzky.

In der Tat spreche das Argument, dass die absolute Menge an Gold begrenzt ist, für eine Anlage. Jedoch seien die Förderkosten sehr hoch.

Pleite-Sicherheit bietet nur physisches Gold

Für den Kleinanleger sei eine sichere Zinsanlage vernünftiger. " Um Investitionen und damit Risiken zu streuen, können vermögende Kunden durchaus in Gold investieren ". Absolute Pleite-Sicherheit böte dabei aber nur das physische Gold. Zertifikate hätten immer ein gewisses Pleiterisiko, auch die physisch hinterlegten Exchange Traded Commodities ( ETC ).

Von Goldautomaten rät Aulitzky ab. " Die Einheiten, die man an den Automaten ziehen kann, sind zu klein. " Zudem hätten die Automaten sehr hohe Aufpreise. Das rechne sich nicht. Das Kilo Gold sei eine bessere Einheit, aber die sollten dann doch nicht mehr daheim aufbewahrt werden.

Bislang gibt es acht solcher Goldautomaten in Deutschland, an denen man mit Bargeld oder Kreditkarte Gold in Barren und Münzen erwerben kann.

Trotzdem bleibe Gold bei den Edelmetallen reizvoll. " Wenn überhaupt, dann Gold und nicht Silber ", sagte Aulitzky. Silber habe nicht den Traditionswert wie Gold und sei schlicht spekulativer.

Auch beim Silber meldeten die Börsen in der vergangenen Woche Höchststände. Am Donnerstag Ostern erreichte eine Feinunze Silber schon mehr als 46 Dollar.