Köln (dpa). Wenn Flüge wegen Vulkanasche ausfallen, haben die Passagiere über die Rückzahlung des Ticketpreises hinaus keinen Anspruch auf Schadenersatz. Dieses Urteil veröffentlichte das Amtsgericht Köln gestern. Die Klage bezieht sich aber nicht auf die jüngsten Flugausfälle, sondern stammt bereits aus dem vergangenen Jahr, als der Luftraum nach einem Vulkanausbruch in Island schon einmal gesperrt worden war.

Ein Passagier hatte eine Fluggesellschaft verklagt, weil sie ihm nur den Preis für die annullierten Reise erstattet, eine weitergehende Entschädigung aber abgelehnt hatte. Das Amtsgericht wies die Klage des Mannes ab, weil die Annullierung auf ungewöhnliche Umstände zurückzuführen sei, auf die das Unternehmen keinen Einfluss hatte. (AZ: 132 C 314/10)

Die Aschewolke sei mit extremen Wetterbedingungen zu vergleichen, urteilten die Richter. Die Annullierung am Vorabend des Fluges sei nach vernünftigem Ermessen erfolgt, dabei spiele es keine Rolle, dass der Luftraum am Morgen des Flugtages bereits wieder freigegeben wurde. Passagiere könnten in solchen Fällen ihr Geld oder eine Umbuchung verlangen, erläuterte ein Gerichtssprecher. Außerdem haben sie Anspruch auf Verpflegung oder kostenlose Telefonate. Zusätzliche Leistungen nach der Fluggastrechteverordnung stehen ihnen nach dem Urteil aber nicht zu.

Diese Verordnung gibt pauschale Entschädigungssätze vor, die sich an der Länge der Flugstrecke orientieren und bis zu 750 Euro betragen können. Im vorliegenden Fall hatte der Kläger für sich und zwei Mitreisende jeweils 250 Euro verlangt.