Erfurt (dapd). Ein deutscher Bauarbeiter, der vorübergehend in Dänemark eingesetzt wird, hat ohne eine ausdrückliche Vergütungsregelung für den Auslandseinsatz nur Anspruch auf den in Deutschland üblichen Lohn. Das entschied das Bundesarbeitsgericht und wies damit die Klage eines Arbeitnehmers (Urteil vom 20. April 2011, AZ: 5 AZR 171/10) zurück.

Der Kläger war bei einem Bauunternehmen mit Sitz in Mecklenburg-Vorpommern als Maurer beschäftigt, arbeitete aber überwiegend auf Baustellen in Dänemark. Eine besondere Lohnvereinbarung für den Auslandseinsatz hatten Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht getroffen. Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses verlangte der Kläger den in Dänemark ortsüblichen Lohn für Maurer.

Die Richter am Bundesarbeitsgericht befanden hingegen, dass in diesem Fall die übliche Vergütung nach Paragraf 612 BGB nicht nach dänischen, sondern nach deutschen Verhältnissen bestimmt werden müsse. Maßgeblich sei der Tarifvertrag zur Regelung der Mindestlöhne im Baugewerbe (TV Mindestlohn), sofern im vergleichbaren Wirtschaftskreis tatsächlich keine höhere Vergütung für Auslandseinsätze gewährt werde. Im entschiedenen Fall musste sich der Kläger daher mit dem für Ostdeutschland festgelegten Mindestlohn zufriedengeben, da er von einem ostdeutschen Unternehmen eingestellt worden war.