Sie sind ein Blickfang im Garten, benötigen aber wegen ihrer langen Triebe oft eine Stütze: Kletterrosen kommen besonders gut zur Geltung, wenn sie an Rankgerüsten und Rosenbögen emporwachsen. "Der Raum wird nach oben durch die herrlich duftenden, berankten Objekte erschlossen und verleiht dem Garten eine neue Dimension", formuliert es Karl-Heinz Schmid, Inhaber von Schmid Gartenpflanzen in Memmingen.

Memmingen/Stuttgart (dapd). Rosenbögen beispielsweise könne man mit einer Kombination aus historischen Kletterrosen und Clematis bepflanzen. Das sorge den ganzen Sommer über für "neue, aufregende Blütenkombinationen", sagt der Rosenfachmann. Werden sie hintereinander gestaffelt, ergeben sich Laubengänge, an deren Ende beispielsweise eine Statue, eine Bank oder ein Brunnen stehen können. "Breite und Höhe eines Rosenbogens müssen aber so großzügig bemessen werden, dass auch unter der wuchernden frühsommerlichen Rosenfülle reichlich Kopffreiheit bleibt", empfiehlt Schmid. Waagerecht oder zumindest schräg angebundene Kletterrosentriebe verzweigen sich übrigens deutlich besser und blühen üppiger. "Nutzen Sie also die Breite des Klettergerüstes aus", empfiehlt der Fachmann.

Rosenbögen sind nicht nur sehr dekorative Gartenelemente, sie tragen auch dazu bei, dass die Kletterrosen gesund bleiben. Stehen die Bögen frei, werden die Pflanzen nämlich besonders gut belüftet. So haben es Pilzkrankheiten schwer, sich einzunisten. Denn Rosen sind je nach Standort und Witterung häufig anfällig für Sternrußtau, Rosenrost, Falschen und vor allem Echten Mehltau. Die Bayerische Gartenakademie in Veitshöchheim empfiehlt deshalb robuste Sorten, die mit dem von einem unabhängigen Gremium verliehenen ADR-Prüfsiegel ausgezeichnet wurden. Diese Rosen seien nicht nur schön, sondern auch widerstandsfähig gegen Krankheiten.

Interessant für schwer zu bepflanzende Garten- oder Hausecken ist ein Halbbogen, der an der Wand montiert wird. "Kletterpflanzen, vor allem Rosen und Clematis, wurzeln und gedeihen in deutlicher Entfernung zum Haus außerhalb des Regenschattens besser und blühen üppiger", erklärt Karl-Heinz Schmid.

"Laguna" in Pink und eine "Elfe" in Grün

Neben Bögen gibt es noch andere Aufbauten, an denen Kletterrosen aufgebunden werden können. Der Fachhandel bietet zum Beispiel Obelisken und Säulen an. Darüber hinaus eignen sich Kletterrosen gut zur Verschönerung von Sichtschutzgittern, die auf der Terrasse oder an anderen Sitzplätzen außerdem den Wind abhalten. Moderne Sorten wie "Laguna" in Pink oder die grünlich-weiße "Elfe" seien hier gut geeignet, weil sie öfter blühten und einen intensiven Duft verbreiteten, erklärt Bettina Rehm-Wolters. Die Landschaftsarchitektin hat zusammen mit Mascha Schacht das Buch "Ein Garten voller Rosen" (Ulmer Verlag 2011) geschrieben. "Damit Kletterrosen nach einem Sommerregen, wenn sich die zahlreichen Blüten mit Wasser vollgesogen haben, nicht umkippen, sollten die Haupttriebe am Rankgerüst festgebunden werden", rät Rehm-Wolters.

Diese Maßnahme könne man sich bei Ramblerrosen sparen. Mit ihren bis zu zehn Meter langen Trieben schlängeln sie sich an Zäunen entlang und erobern Pergolen oder ganze Bäume auch ohne Hilfe. Hier finden sich nach Auskunft der Rosenkennerin viele Sorten, die mit ungewöhnlicher Blütenfarbe und zartem Duft punkten: "Die Sorte ¿Bleu Magenta‘ blüht zwar nur einmal, schmückt sich dann jedoch mit ganzen Büscheln tiefvioletter, dichtgefüllter Blüten", sagt Bettina Rehm-Wolters. Die Sorte "John Long Silver" trägt hingegen weiße Blüten. Mit ihrer dichten Füllung erinnere sie an ein weiches Federbett und passe wunderbar zu einer ganz in Grün-Weiß gehaltenen Umgebung.