Frische Kräuter gehören in jede gute Küche. Petersilie, Dill und Co. geben Salaten, aber auch Fisch- und Fleischgerichten eine besondere Note. Hobbyköche können die Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon selbst pflanzen. Es geht aber noch exotischer: Mit selbst gesammelten Wildkräutern für die Küche. Die Stiftung Warentest gibt Tipps zum Kräuterpflanzen und zeigt, welche Wildpflanzen zum Kochen geeignet sind.

Berlin (rgm). Hobbygärtner haben die Wahl: Sie können die Kräuter selbst aus Samen ziehen (besonders geeignet bei einjährigen Pflanzen wie Basilikum und Koriander) oder Setzlinge kaufen. Das ist vor allem bei mehrjährigen Pflanzen wie Rosmarin und Pfefferminze sinnvoll. Wer es ganz einfach mag, kann aber auch schon größere Pflanzen in Töpfen kaufen. Setzlinge und größere Pflanzen müssen nach dem Kauf schnell in einen Blumentopf oder das Kräuterbeet gepflanzt werden.

Wer die Kräuter in Töpfen auf den Balkon stellen möchte, sollte gleich ein größeres Gefäß nehmen: Kräuter wachsen sehr schnell. Als Pflanzgefäße sind Tontöpfe, Holztröge, Kübel aus Steingut, aber auch Balkonkästen aus Kunststoff geeignet. Damit das Wasser ablaufen kann, sollten die Gefäße im Boden Löcher haben. Tonscherben und Kieselsteine sorgen für eine Drainage. Wichtig: Tiefwurzler wie Dill und Liebstöckel brauchen tiefe Töpfe.

Thymian, Rosmarin, Oregano und Salbei stammen aus der Mittelmeerregion. Sie brauchen viel Sonne. Heimische Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch und Zitronenmelisse kommen dagegen am besten mit einem halbschattigen Standort zurecht. Pralle Sonne ist nichts für diese Pflanzen. Kräuter in Töpfen trocknen schnell aus. Zu viel Wasser bekommt ihnen aber auch nicht. Bei kleineren Töpfen reicht es, das Wasser in den Untersetzer zu gießen.

Wichtig für das Pflanzen: Kräuter gedeihen am besten in nährstoffarmer Erde. Herkömmliche Blumenerde ist meist zu stark gedüngt. Sind Kräuter zu gut genährt, geht das zu Lasten des Aromas. Im Handel gibt es spezielle Kräutererde.

Ideal zur Ernte ist ein sonniger Spätvormittag. Damit der Wuchs kompakt bleibt, sollten vor allem die weichen Triebspitzen abgepflückt werden. Am besten schmecken Kräuter, wenn sie ganz frisch sind. Doch auch getrocknet behalten viele ihr Aroma. Dazu müssen die Triebe von Salbei, Lavendel oder Rosmarin gebündelt und an einem trockenen und dunklen Ort aufgehängt werden. Wer mag, kann Kräuter aber auch einfrieren. Das Aroma bleibt erhalten. Wenn Sie die Kräuter vor dem Einfrieren klein hacken und in eine Eiswürfelschale mit Wasser geben, sind sie gut portionierbar.

Es gibt zahlreiche Wildpflanzen, die essbar sind – etwa Löwenzahn, Sauerampfer oder Vogelmiere. Sie wachsen auf Feuchtwiesen, an Wegrändern mit kargem oder humusreichen Boden, Ackerrainen, Brachäckern, an Hecken und Zäunen, Gräben und Bächen, aber auch an Waldrändern und im eigenen Garten. Wildpflanzen enthalten wichtige Mineralstoffe, Vitamine (vor allem Vitamin C und Provitamin A) sowie Aromastoffe, die den Appetit anregen. Die Pflanzen schmecken roh oder gekocht.

Übrigens: Die Bezeichnung Wildkraut oder -gemüse hängt von der Menge ab. Wird die Pflanze nur zum Würzen verwendet, ist sie ein Wildkraut, bei größeren Mengen (gedünstet oder als Salat) heißt es Wildgemüse. Allerdings sollten Sammler nur Wildpflanzen mitnehmen, die sie einwandfrei bestimmen können. Sonst besteht die Gefahr, die gut schmeckenden Pflanzen mit ungenießbaren und giftigen Arten zu verwechseln.

Sammeln Sie Wildpflanzen möglichst in wenig belasteten Gebieten. Wegränder befahrener Autostraßen sollten Sie meiden. Legen Sie die Pflanzen sorgsam in einen Korb. Plastiktüten sind nicht geeignet. Zu Hause müssen Sie die Pflanzen verlesen und möglichst noch am selben Tag verarbeiten.

Fast alle Kräuter eigenen sich zum Würzen von Salaten, Gemüse, Fleisch- oder Fischgerichten. Aus einigen Wildpflanzen wie Löwenzahn, Wiesenschaumkraut oder Taubnesseln können Sie aber auch leckere Salate oder Gemüsebeilagen zubereiten. Selbst Gänseblümchen sind nicht nur Zierde auf dem Teller. Die Blüten enthalten viel Vitamin C und haben einen nussigen Geschmack. Wildpflanzen schmecken aber auch als Belag auf Broten und als Zutat in Suppen.

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