Nürnberg ( rgm ). Lässt ein geschiedener Ehemann seine Ex-Frau von einem Profi observieren, weil er zu Recht vermutet, das von ihr angegebene 400-Euro-Einkommen entspräche nicht der Wahrheit, so kann er im Falle des Erfolges nicht nur mit einer richterlichen Kürzung seiner Unterhaltszahlungen rechnen. Die Frau hat sogar die Kosten für ihre geheime Ausschnüffelung selbst zu zahlen. So hat das das Oberlandesgericht Koblenz ( Az. 11 WF 99 / 06 ) entschieden.

Wie die Deutsche Anwaltshotline berichtet, hatte der Mann dem Detektivbüro einen auf die berufliche Tätigkeit seiner ehemaligen Frau begrenzten Beobachtungs-Auftrag erteilt – zu einem Stundensatz von 39 Euro zuzüglich der Fahrkosten. " Damit sahen die Koblenzer Richter die Angemessenheit der privaten Observation gewahrt ", erklärt Rechtsanwältin Anke Jonna Jovy, zumal das Detektivbüro tatsächlich eine Vollzeit-Arbeit der Frau nachweisen konnte. Weil sich daraus ein eigenes monatliches Arbeitsentgelt von rund 910 Euro netto ergab, wurde die bisherige Unterhaltspflicht des Ex-Mannes in Höhe von 574 Euro für hinfällig erklärt. Und die bei der erheblichen Schummelei ertappte Frau muss sogar noch die Detektivkosten in Höhe von knapp 1600 Euro tragen.