Auskunft zur Zahn- und Mundgesundheit gaben gestern am Volksstimme-Telefon die Zahnärzte Dr. Nicole Primas und Dr. Dirk Wagner. Hier eine Auswahl von Fragen und Antworten.

Frage : Stimmt es, dass Zahnbürsten mit ganz kleinen Köpfen und weichen Borsten auch für Erwachsene gut sind ?

Antwort : Ja, denn eine wirklich gute Zahnbürste zeichnet sich durch einen kleinen Bürstenkopf aus, mit dem man in alle Ecken und Winkel des Gebisses gelangt. Die Borsten sollten weich sein und abgerundete Kanten haben, damit Mundschleimhaut und Zahnfleisch nicht verletzt werden. Borsten aus Kunststoff sind hygienischer als Naturborsten, da Letztere Bakterien ideale Nistplätze bieten. Auch für Kinder gilt : je kleiner die Bürste, desto besser lassen sich die Milchzähne erreichen. Eine gute Kinderzahnbürste hat neben abgerundeten Borsten und kleinem Bürstenkopf einen dicken Griff, damit Kinder sie richtig fassen können. Spezielle Bürsten gibt es auch für die Reinigung von Prothesen. Doch die beste Zahnbürste nützt weder groß noch klein, wenn sie nicht regelmäßig benutzt wird.

Frage : Meine siebenjährige Tochter meint, dass andere Kinder in ihrer Klasse ausschließlich mit elektrischen Bürsten die Zähne putzen. Ist das nicht etwas zu früh ?

Antwort : Elektrisch oder von Hand – mit beiden Zahnbürsten kann unabhängig vom Lebensalter ein sehr guter Reinigungseffekt der Zähne erreicht werden. Elektrische Zahnbürsten sind allerdings bequemer und daher gerade auch für Kinder, ältere Menschen oder Behinderte geeignet. Doch auch sie putzen nicht von allein, sondern müssen vom Benutzer aktiv und gezielt in die zu reinigenden Gebissregionen geführt werden. Um alle Kau-, Außen- und Innenflächen gründlich zu reinigen, sollte die Elektrische zwei bis drei Minuten auf den Zähnen kreisen.

Frage : Ab welchem Alter sollte man bei Kindern mit dem Zähneputzen beginnen ?

Antwort : Sobald der erste Milchzahn durchgebrochen ist, sollte er mit Bürste und fluoridhaltiger Kinderzahnpaste gereinigt werden. Dafür gibt es spezielle Babyzahnbürsten. Wichtig ist, die kleinen " Beißerchen " täglich zu reinigen – auch um die Zahn- und Mundhygiene von Anfang an als eine regelmäßige Gewohnheit zu etablieren. Nach dem zweiten Geburtstag sollten die Kinderzähne von Mutti oder Vati zweimal täglich geputzt werden. Ab etwa drei Jahren können die Kleinen es dann schon selbst versuchen. Bis zum achten Lebensjahr gelingt ihnen allein aber noch keine gründliche Reinigung der Zähne. Die Eltern sollten daher immer nachputzen. Nach dem Zähneputzen sollte der Mund nicht ausgespült werden. So verbleibt Fluorid aus der Zahnpaste als wirksamer Schutz vor Karies recht lange in der Mundhöhle.

Frage : Ich reinige meine Dritten immer über Nacht mit den speziell dafür angebotenen Tabletten. Nun hörte ich aber, dass das gar nicht richtig ist.

Antwort : Stimmt. Denn Prothesen gehören in den Mund, nicht ins Glas, auch nachts nicht. Nur mit den Prothesen im Mund wird der Unterkiefer richtig abgestützt, was die Kiefergelenke dann nicht überlastet. Zur Reinigung : Zahnersatz sollte nach jeder Mahlzeit unter fließendem Wasser abgespült werden. Einmal am Tag sollten Prothesen mit einer speziellen Bürste unter fließendem Wasser geschrubbt werden. Für einen besseren Geschmack kann man dafür auch Zahnpaste verwenden. Auf die Reinigungstabs können Sie aus zahnmedizinischer Sicht dann ganz verzichten. Gut ist aber, die Prothesen von Zeit zu Zeit in einem Zahntechnik-Labor professionell reinigen zu lassen. Dabei werden auch raue Stellen entfernt, an denen sich Plaque ansetzen und Bakterien vermehren könnten – mit manchmal unangenehmen Folgen für die Allgemeingesundheit.

Frage : Seit Beginn meiner Schwangerschaft bemerke ich beim Zähneputzen leichte Blutspuren. Worauf ist das zurückzuführen ?

Antwort : In den ersten Schwangerschaftsmonaten ist empfindliches, leicht blutendes Zahnfleisch nicht ungewöhnlich. Die Entzündung wird begünstigt durch eine stärkere Durchblutung der Mundschleimhaut infolge des erhöhten Östrogenspiegels. Das kann die Entstehung einer Parodontitis begünstigen, deren auslösende Bakterien über die Blutbahn dann in den ganzen Körper und damit auch in die Gebärmutter gelangen können. Darum sollte unbedingt der Zahnarzt konsultiert werden, sobald Anzeichen einer Entzündung auftreten.

Werdende Mütter sollten besonders auf ihre Zahn- und Mundgesundheit achten, um Entzündungen und Zahnerkrankungen vorzubeugen. Zwar besteht während der Schwangerschaft kein generell erhöhtes Kariesrisiko, doch können veränderte Essgewohnheiten oder häufiges Erbrechen in den ersten Monaten der Schwangerschaft die Entstehung von Karies begünstigen. Schwangere sollten sich daher auch ausgewogen ernähren und zur Kontrolle des Gesundheitszustandes ihrer Zähne sowie zur Beratung während der Schwangerschaft zweimal den Zahnarzt aufsuchen.

Frage : Was ist besser – Mundwasser oder Mundspüllösung ?

Antwort : Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Mundwasser dienen eher kosmetischen oder geschmacklichen Anliegen. Einige Tropfen ins Zahnputzwasser genügen. Im Unterschied dazu sind Mundspüllösungen unverdünnt anzuwenden. Sie unterstützen den Heilungsprozess bei Entzündungen des Zahnfleisches oder des Zahnhalteapparates. Sie sollen auch die Bildung von Plaque verringern oder dem Zahn Fluorid zuführen. Eine Alternative zu Zahnseide und Interdentalbürstchen sind diese antibakteriellen Lösungen aber keineswegs, denn Plaque lässt sich nicht einfach wegspülen, sondern nur mechanisch entfernen.

Frage : Werden Zähne durch spezielle Zahnpasten wirklich richtig weiß ?

Antwort : Die Pasten, die strahlend weiße Zähne versprechen, sind keinesfalls für den Dauergebrauch geeignet. Sie enthalten Schleifkörper, die den Zahnschmelz angreifen. Bleaching in der Zahnarztpraxis ist eine schonendere, allerdings auch kostspieligere Alternative, bei der aber garantiert keine Schmelzschäden auftreten.

Frage : Ich habe das Gefühl, an Mundgeruch zu leiden. Mein Zahnarzt meint aber nur, das käme vom Magen, und will nichts dagegen tun.

Antwort : Das kann sein, aber in der Mehrzahl der Fälle kommt der Geruch doch aus der Mundhöhle. Zunächst sollten Sie Ihre Zunge regelmäßig reinigen. Dafür gibt es spezielle Hilfsmittel in Drogerien und Apotheken. Mit diesen Zungenreinigern einmal täglich die Zunge abschaben und hinterher gründlich spülen. Kleiner Tipp : Mit der Zunge über den Handrücken lecken, die Spucke trocknen lassen und dann prüfen, ob es unangenehm riecht. Wenn ja, ist das ein Hinweis auf Mundgeruch. Zur Ermittlung der Ursachen empfiehlt sich ein Speicheltest.

Frage : Bei Zahnpasten gibt es so viele. Welche reinigen am besten ?

Antwort : Wichtig ist, dass Zahnpaste regelmäßig benutzt wird. Für welches Produkt Sie sich entscheiden, bleibt Ihrem Geschmack und Ihrem Geldbeutel überlassen. Wir Zahnärzte empfehlen fluoridhaltige Zahnpasten, bei Zahnfleischentzündungen auch solche mit entzündungshemmenden Inhaltsstoffen. Sie sollten die Sorte auch hin und wieder wechseln.

Frage : Nach einer Reinigung meiner Zähne in der Zahnarztpraxis habe ich jetzt Probleme bei heißen oder kalten Speisen und Getränken. Woran kann das liegen ?

Antwort : Die Entfernung von Zahnstein, die einmal jährlich von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird, sowie die professionelle Zahnreinigung sind äußerst wichtig für den Zahnhalteapperat. Danach kann es durchaus vorkommen, dass die nun von Belägen befreiten Zahnhälse besonders empfindlich reagieren. Zu empfehlen wären in solchen Fällen desensibilisierende Medikamente.