Fragen zum Kleingarten beantworteten gestern beim Volksstimme-Telefonforum Armin Matzke, Rolf Möhrke, Peter Riebeseel und Dr. Walter Strauß vom Landesverband der Gartenfreunde Sachsen-Anhalt. Anja Hintze notierte einige Fragen und Antworten.

Frage : Welche Gemüsearten kann ich jetzt schon pflanzen oder säen ?

Antwort : Sie können jetzt Steckzwiebeln setzen, dabei sollte die Zwiebel weder auf die Beet-Oberfläche noch zu tief gesetzt werden. Die Spitzen sollten noch aus der Erde schauen. Außerdem können Sie Petersilie, Möhren, Radieschen, Erbsen, Dicke Bohnen ( Puffbohnen ) säen. Um den Aufgang der Saat zu beschleunigen und gleichzeitig vor Frost zu schützen, können Sie Fließ oder Folie über die Beete spannen.

Aber : Wer in einem zu nassen und zu kalten Boden planzt oder sät, verschenkt einen Teil der Ernte.

Frage : Wann ist der beste Zeitpunkt, einen Aprikosenbaum zu pflanzen ?

Antwort : Aprikosen sollte man am besten im Frühjahr pflanzen. Kaufen Sie jetzt in einer Fachbaumschule eine überwinterte Aprikose und gießen Sie sie nach dem Pflanzen gleich an, egal wie feucht der Boden ist. Schützen Sie den Stamm gegen Sonneneinstrahlung, indem Sie ihn mit Reisig und Schilf umwickeln.

Frage : Welche Versicherungen sollte ein Kleingärtnerverein für seine Mitglieder haben ?

Antwort : Wichtig ist eine Unfallversicherung, die die gesamte Familie beim Aufenthalt im Garten und bei Arbeitseinsätzen des Vereins schützt. Außerdem sollte der Kleingärtnerverein eine Haftpflichtversicherung abschließen, die den Verein vor unberechtigten Ansprüchen sichert. Auch eine Vereinsrechtschutzversicherung und eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung

sind zu empfehlen. Der Schutz des persönlichen Eigentums des Kleingärtners ist über eine Hausratversicherung für die Gartenlaube möglich.

Frage : Kann ich mein Saatgut selbst pillieren ?

Antwort : Uns ist kein Pilliermittel bekannt, verwenden Sie bitte pilliertes Saatgut oder Saatbänder.

Frage : Kann ich meine Beerenobststräucher am Boden mit Mulch aus Schreddermaterial bedecken ?

Antwort : Beerenobst liebt " feuchte Füße ", deshalb ist eine Mulchschicht ideal. Allerdings wird dem Boden bei der Verrottung Stickstoff entzogen, darum sollten Sie auf die Mulchschicht Stickstoff-Dünger aufbringen, am besten Kalk-Stickstoff.

Frage : Unser Kirschloorbeer hat den Winter schlecht überstanden, einige Blätter sind braun. Sollen wir die braunen Blätter entfernen ?

Antwort : Lassen Sie die braunen Blätter am Strauch, bis sich an den Zweigen die neuen Triebspitzen zeigen. Dann können Sie die braunen Blätter und die Triebe bis zu den neuen Triebspitzen entfernen. Wässern Sie den Strauch regelmäßig.

Frage : Unser Vorstand hat uns aufgefordert, die Fichten und Tannen aus unserem Kleingarten zu entfernen. Ist das rechtens ?

Antwort : Das ist rechtens. Laut Bundeskleingartengesetz dient der Garten dem Anbau von Obst und Gemüse, Waldbäume gehören nicht in den Kleingarten. Das müsste auch in Ihrer Gartenordung festgeschrieben sein.

Frage : Die Blätter meiner Stockrosen ( Malve ) werden braun, die Blüten gehen nicht richtig auf. Woran kann das liegen ?

Antwort : Es handelt sich offenbar um eine Pilzkrankheit ( Malvenrost ). Behandeln Sie die Pflanze mit einem Mittel gegen Pilzbefall.

Frage : Was müsste ich im Frühjahr tun, um eine gute Ernte bei hochstämmigen Stachelbeeren und bei Stachelbeerbüschen zu erzielen ?

Antwort : Die Sträucher lieben nahrhaften und humosen Boden. Wir empfehlen deshalb eine Bodenbedeckung mit Mulch. Außerdem sollten Sie die Büsche und Stämme jährlich kräftig auslichten, das kann auch nach der Ernte geschehen. Sie sollen luftig und locker sein, das beugt unter anderem auch dem Stachelbeerenmehltau vor. Es ist ratsam, die Triebspitzen im zeitigen Frühjahr ein bsi zwei Zentimeter zurückzuschneiden, weil dort der Stachelbeermehltau überwintert.

Frage : Meine Steckzwiebeln faulen seit zwei Jahren ? Woran kann das liegen ?

Antwort : Die Zwiebeln sind von der Zwiebelfliege befallen. Spannen Sie nach dem Stecken ein Schädlingsschutznetz über die Zwiebeln – das bietet universellen Schutz gegen Schädlinge. Sie können auch bei der Pflanzung ein Biogemüse-Streumittel auftragen.

Frage : Ich ernte alljährlich fast nur kleine Kartoffeln. Eine Untersuchung hat ergeben, dass genügend Nährstoffe im Boden sind. Der Boden ist leicht, ich bringe alle paar Jahre Mist ein. Was kann ich noch tun, um größere Kartoffeln zu ernten ?

Antwort : Kartoffeln brauchen viel organische Substanz, deshalb raten wir Ihnen zu einer vollen Stalldung-Gabe vor dem Pflanzen. Verwenden Sie im Handel erhältliches Pflanzgut.

Frage : Meine Kartoffeln haben innen schwarze Flecken. Woran könnte das liegen ?

Antwort : Das kann unter anderem auf Kali-Mangel hindeuten, streuen Sie Patent-Kali oder einen anderen kalihaltigen Dünger auf die Dämme.

Frage : Unser Rasen ist sehr unansehnlich und von Moos durchwachsen.

Antwort : Streuen Sie gesiebte Komposterde auf Ihren Rasen und lassen Sie ihn einige Wochen in Ruhe. Auch ein Volldünger erweckt Ihren Rasen wieder zu neuem Leben. Das Moos verschwindet dann.

Frage : Kann ich meine Tomaten selber ziehen ?

Antwort : Ja, mit ein bisschen Geschick kann man jetzt Tomaten oder auch Paprika an einem hellen und frostfreien Standort in Aussaatgefäßen aussäen, später pikieren und Mitte Mai ( nach den Eisheiligen ) auspflanzen.

Frage : Ich heize mit Holz, weshalb bei mir viel Asche anfällt. Kann ich die Asche in meinem Garten untergraben ?

Antwort : Davon raten wir Ihnen ab.