Hannover ( dpa ). Die Zahl der gefälschten Medikamente aus dem Internet steigt von Jahr zu Jahr an, und selbst die Angst vor der Schweinegrippe nutzen Arzneimittelfälscher aus : Im Internet werden nach Erkenntnissen von Apothekern seit Beginn der Erkrankungswelle verstärkt Plagiate des Grippemittels Tamiflu angeboten, die wirkungslos oder sogar gesundheitsschädigend sein können. Die niedersächsische Apothekerkammer hat deswegen gestern Alarm geschlagen, denn gefälschte Pillen aus dem Internet können im schlimmsten Fall tödlich sein. " Über 50 Prozent der über das Internet vertriebenen Medikamente sind inzwischen Fälschungen ", sagte die Präsidentin der Apothekerkammer, Magdalene Linz.

Deutsche Apotheken dürfen seit 2004 ebenfalls legal Medikamente über das Internet vertreiben. Dabei könne man zwar theoretisch grundsätzlich sicher sein, kein gefälschtes Präparat zu bekommen, trotzdem bleibe aber ein Restrisiko. Das Gütesiegel dafür könne auch gefälscht werden. Die Kammer-Präsidentin rät deswegen dazu, grundsätzlich direkt in einer Apotheke einzukaufen.