Magdeburg ( rgm ). An der mütterlichen Brust oder am Nuckel zu saugen ist ein Grundbedürfnis der Babys. Das gute Gefühl, dabei den Hunger zu stillen und alles zu haben, was man so braucht, beseelt offenbar auch Kleinkinder, die schon längst Brot, Fleisch, Obst und Gemüse essen und nicht mehr aus der Flasche trinken. Deshalb nuckeln sie weiter – am Daumen oder am Schnuller. Aber spätestens zum dritten Geburtstag sollte der Schnuller nicht mehr als " Tröster " oder Einschlafhilfe benutzt werden.

Von diesem Zeitpunkt an können sich durch das Nuckeln nämlich Fehlentwicklungen des Kiefers einstellen. Kieferorthopäden bezeichnen

das Nuckeln als " Habit ". Sie sind die Hauptursache für nicht angeborene Kieferfehlstellungen. Sie zu beseitigen erfordert oft eine langwierige und aufwändige Therapie und gewiss viel mehr Mühe auch für die Eltern als das Abgewöhnen des Nuckelns. Mit verformtem Kiefer fällt fast immer das korrekte Artikulieren der Worte schwer, das einfache Abbeißen vom Apfel wird unmöglich, und wenn mit der Kieferfehlstellung noch eine Mundatmung verbunden ist, dann entsteht ein zusätzliches Erkrankungsrisiko – wenn nämlich die Filterfunktion der Nasenschleimhaut für die eingeatmete Luft entfällt und Bakterien über die Mundhöhle ungehindert Eintritt in den Körper finden.

Was kann man tun, um das Nuckeln zu beenden ? Viele Eltern haben gute Erfahrungen mit dem Erscheinen der Schnullerfee gemacht, die den Nuckel abholt – sei es, um ihn einem anderen. Die freundliche, sanfte Autorität des Zahnarztes kann dabei hilfreich sein. Auf Fragen antwortet heute zwischen 16 und 18 Uhr am Telefon Dr. Hans-Jörg Willer ( 03 91 / 7 39 39 21 ).