Frankfurt / Main ( rgm ). Ein Zuviel des Mineralstoffs Eisen erhöht unter Umständen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes. Positive Wirkungen einer erhöhten Eisenaufnahme sind nicht bekannt. Vielmehr besteht ein potenzielles Gesundheitsrisiko. Trotzdem werden schon seit einigen Jahren Lebensmittel mit Eisen angereichert. Eisenzusätze sind zwar nur in wenigen, dafür aber in bei Kindern beliebten Produktgruppen zu finden. Besonders häufig und in hohen Dosen sowie für Verbraucher ungenügend gekennzeichnet, sind die Eisenzusätze in Frühstücksflocken ( Cerealien ). Zu diesem Ergebnis ist eine Marktüberprüfung der Verbraucherzentrale Hessen gekommen.

Der Marktcheck wurde in sieben Frankfurter Supermärkten und Discountern, einem Bio-Supermarkt und einem Reformhaus vorgenommen. Bei der Überprüfung des Sortiments entdeckten die Ernährungsexperten 59 eisenangereicherte Produkte. Frühstücks-Cerealien machten mit rund 90 Prozent den Löwenanteil aus, gefolgt von Getränken, Müsliriegeln und einem Joghurt mit Getreide.

Gerade Kindern drohe unbemerkt eine riskante Überdosis Eisen, so die Verbraucherschützer, die daher ein generelles Verbot der Eisenanreicherung von Lebensmitteln fordern. Fast die Hälfte der aufgespürten " Getreide-Pops ", " -Loops " oder " -Krispies " sind speziell für Kinder aufgemacht und zum Teil besonders hoch mit Eisen angereichert. Dass Eisen zugesetzt wurde, ist nicht auf einen Blick erkennbar, sondern geht meist nur aus der kleingedruckten Zutatenliste hervor.

Außerdem beziehen sich die Angaben für die empfohlene Tageszufuhr auf Erwachsene, zusätzlich verschleiern unrealistisch kleine Portionsangaben die tatsächliche Eisenaufnahme.

Eine ergänzende Eisenaufnahme ist meist nicht nötig. Durch die Ernährung mit Gemüse, Fleisch und Vollkornprodukten sind große Teile der deutschen Bevölkerung mit dem lebensnotwendigen Spurenelement gut versorgt. Stellt ein Arzt doch einmal einen Eisenmangel fest, werden meist gezielt und immer nur vorübergehend Eisenpräparate eingesetzt.