Die ersten Marken des Jahres 2010 sind schon am 2. Januar erschienen und reißen in den durch die vergangenen Feste arg strapazierten Geldbeutel ein weiteres Loch. Für neun Briefmarken sind 13 Euro auf den Postschalter zu legen – damit verzeichnet die Deutsche Post einen Rekord, der hoffentlich nicht wieder überboten wird.

Hauptverantwortlich hierfür ist die Portoerhöhung für Päckchen im Inland um 20 Cent seit 2. Januar 2010. Stephan Klein und Olaf Neumann aus Iserlohn ergänzten deshalb hierfür die Blumen-Dauerserie mit dem Motiv Frauenschuh zu 410 Cent. Der Gelbe Frauenschuh ist die einzige Orchidee, die in Deutschland wächst und entsprechend der Roten Liste des Naturschutzes stark gefährdet und somit geschützt ist.

Eine Neuheit ist die Herausgabe duftender Briefmarken. Die Sondermarken mit Obstmotiven und verschiedenen Duftstoffen, die die Bundesdruckerei zugegeben hat, wurden von Karen Scholz aus Bad Essen entworfen. Die Wohlfahrtsmarken mit Zuschlägen zeigen Blüte, Frucht und die aufgeschnittene Frucht von

Apfel ( 45 + 20 Cent ), seit mehr als 10 000 Jahren bekannt, kam aus Asien ;

Erdbeere ( 55 + 25 Cent ), wild seit dem 14. Jahrhundert bekannt, Kreuzung als Gartenerdbeere ;

Zitrone ( 55 + 25 Cent ), seit 4000 Jahren in China angebaut, wächst im Mittelmeerraum ;

Heidelbeere ( 145 + 55 Cent ) kommt aus Nordasien und Nordeuropa.

Der Duft wird wahrnehmbar, wenn man mit dem Finger über die Oberfläche der Marken reibt.

1100 Jahre Limburg an der Lahn ( 145 Cent ) : Graf Konrad Kurzbold erhielt 910 von König Ludwig IV. Land für einen Stift auf einem steil zur Lahn abfallenden Kalkhügel. Der Ort Limburg, günstig zwischen Köln und Frankfurt Main gelegen, entwickelte sich prächtig. Die Grafikerin Susanne Oesterlee aus Wuppertal verwendete für die für Großbriefe bestimmte Briefmarke eine Stadtansicht von George Clarkson Stanfield aus dem Jahre 1867. Dieses Bild befindet sich im Landesmuseum Bonn.

Heute verfügt die hessische Industriestadt mit ihren historischen Sehenswürdigkeiten in landschaftlich reizvoller Umgebung 35 000 Einwohner.

1000 Jahre St. Michaelis Hildesheim ( 220 Cent ) : Zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört seit 1985 das Kloster St. Michaelis aus Hildesheim, das 1010 von Bischof Bernward als seine Grablege gegründet wurde. Er hatte großen Einfluss und wurde von Papst Coelestin III. heilig gesprochen. Heute teilen sich die katholische und die evangelische Kirche den Unterhalt des Klosters mit seinen Kunstschätzen, das auf der Marke für Maxi-Briefe von Bianca Becker und Peter Kohl aus Hamburg abgebildet ist.

200 Jahre Museum für Naturkunde Berlin ( 45 Cent ) : Das Jubiläum nehmen Sanne Jünger und Prof. Klaus Michel aus Berlin zum Anlass, auf der Briefmarke das größte Objekt unter den Tierpräparaten vorzustellen – das 14 Meter hohe Dinosaurierskelett, das zirka 150 Millionen Jahre alt ist und vor dem ersten Weltkrieg in Deutsch-Ostafrika von Forschern des Naturkundemuseums gefunden wurde. Heute können die Besucher auf mehr als 6000 Quadratmetern über 10 000 Ausstellungsstücke bestaunen.

Kulturhauptstadt Europas RUHR 2010 ( 55 Cent ) : Die UNESCO hat den Titel " Europäische Kulturhauptstadt 2010 " nach Istanbul in der Türkei, Pecs in Ungarn und nach Essen vergeben. Dabei versteht sich Essen als Repräsentant für das gesamte Ruhrgebiet, das sich aus dem Kohle-Stahl-Zentrum des 19. / 20. Jahrhunderts nach dem Wirtschaftswunder in eine Region von Industrie – Dienstleistung – Kultur verwandelt hat.

Außer in der Halbmillionenstadt Essen werden in 52 weiteren Städten in diesem Jahr 2500 Veranstaltungen stattfinden – beginnend mit dem Kulturfest auf der Essener Zeche " Zollverein " am 9. und 10. Januar.