Unter dem Motto " Gutes für Ehepaare " feiert Deutschland vom 7. bis 14. Februar die " Marriage Week " ( Woche der Ehe ). In der Volksstimme veröffentlichen verschiedene Autoren ihre Gedanken zum Thema. Lesen Sie heute ein Interview von Pastor Torsten Moll, der mit seiner seit September verheirateten Tochter Michelle ( 24 ) über die Ehe sprach.

Ihr kennt euch schon viele Jahre. Warum habt ihr nicht eher geheiratet ?

Michelle Strobel : Vor so einem großen Schritt sollte man sich sicher sein und deswegen gab es für uns eine Zeit der Prüfung. Doch nachdem für uns klar war, dass wir unser Leben miteinander verbringen wollen, gab es für uns keinen logischeren nächsten Schritt.

Ihr habt mit viel Familie, Verwandtschaft und großem Freundeskreis gefeiert – war euch das nicht zu traditionell oder zu anstrengend ?

Michelle Strobel : Es waren für mich noch zu wenige Leute. Es sollten so viele wie möglich dabei sein. Doch im Endeffekt sind wir dankbar, für jeden, der da sein konnte. Wir haben Traditionen, die für uns von Bedeutung sind, übernommen und jene, welche uns eher nicht so entsprochen haben, bewusst weggelassen.

Ihr habt im Freundeskreis auch Paare, die nicht mehr zusammen sind. Haben euch zerbrochene Beziehungen nicht nachdenklich gemacht ?

Michelle Strobel : Sicher wissen wir, dass es schwere Zeiten geben wird, doch glauben wir nicht, dass eine Ehe anstrengender ist als eine nicht eheliche Lebenspartnerschaft. Wir glauben an unseren Trauvers, der lautet : Was bei Menschen unmöglich ist, ist möglich bei Gott.

Wie habt ihr euch auf die Ehe vorbereitet ?

Michelle Strobel : In unserer schon erwähnten " Prüfungsphase " haben wir uns bewusst dafür entschlossen, einen Ehevorbereitungskurs mit einem jungen Pastorenehepaar zu machen. Dieser gab uns viele Impulse bezüglich der Ehe und klärte noch offene Fragen. Wir wünschen uns wie jedes Liebespaar, dass unsere Liebe ewig hält und dass, wie man es sich auch vor dem Traualtar versprochen hat, man die Höhen und Tiefen gemeinsam meistert.

Ihr studiert beide und habt keine großen, finanziellen Möglichkeiten. Was bedeutet das für eure junge Ehe ?

Michelle Strobel : Stress - aber das macht sie sicher auch robuster. Im Nachhinein hätten wir uns lieber andere Umstände gewünscht, aber so heißt es jetzt : gute Finanzplanung, etwas weniger Zeit miteinander und etwas mehr Arbeit.

Ihr wünscht euch auch Kinder. Ist das nicht ziemlich abenteuerlich in der heutigen Zeit ?

Michelle Strobel : Stephan möchte allerhöchstens zehn Kinder und somit denke ich, dass wir auf alle Fälle mit einem starten werden und dann mal sehen, wie es weiter geht. Für uns sind Kinder eher ein Segen. Wir hatten beide das Glück in einer Großfamilie aufzuwachsen.

Was würdet ihr anderen jungen Leuten raten ?

Michelle Strobel : Für uns war es eine sehr gute Vorbereitung, einen Ehekurs zu machen. Man könnte es als eine Art " Führerschein für die Ehe " sehen, denn wie schnell ist eine Ehe aufgrund von mangelnder Vorbereitung gegen den Baum gesetzt.