Unter dem Motto " Gutes für Ehepaare " feiert Deutschland vom 7. bis zum 14. Februar die " Marriage Week " ( Woche der Ehe ). In der Volksstimme veröffentlichen verschiedene Autoren ihre Gedanken zum Thema.

Magdeburg. Im Sommer 1969 sind wir uns das erste Mal in Koserow begegnet. Es war bei einer Tanzveranstaltung. Eckart saß schon am Tisch, als ich mit meiner Schwester und ihrem Schwager dort eintraf. Meine Reaktion auf seine Anwesenheit lautete : " Na, das kann ja heiter werden !" Wenig später an der Bar behauptete er schon : " Meine Freundin raucht nicht ?" Also rauchte ich nicht. Unglaublich, denn so war ich eigentlich nicht.

Damals war Eckart der ruhige, ernste Einzelgänger. Ich hingegen hatte einen großen Freundeskreis, in dem oft Party angesagt war. Das alles geschah vor über 40 Jahren. Natürlich fuhren wir im Sommer 2009 nach Koserow, um unser 40-jähriges Kennenlernen gebührend zu feiern. Wir sind nun seit über 37 Jahren verheiratet.

Wie man das schafft ? Ganz einfach : Man muss zusammen bleiben wollen ! Auch wir haben andere Zeiten erlebt, wollten uns scheiden lassen. Wir haben Menschen getroffen, die sagten : " Macht es nicht !" So sind wir wieder ins Gespräch gekommen. Haben Pläne gemacht, wie es nach der Scheidung mit uns und unserem Kind weitergeht. Uns wurde klar, dass wir durch unser Kind für immer verbunden sein werden. Deshalb haben wir die Scheidung abgesagt, sind umgezogen und haben noch ein Kind bekommen.

Es dauerte nicht lange und unsere alten Probleme standen wieder " im Raum ". Was nun ? Scheidung mit zwei kleinen Kindern ? Das wollten wir nicht. Vielleicht gibt es einen günstigeren Zeitpunkt ?

Die Zeit verging, die Kinder wurden älter, 1989 mussten wir uns um unserer Existenz kümmern. Der eine von uns wurde berufsunfähig und der andere arbeitslos. Da blieb keine Zeit für Eheprobleme. Bald durften wir aber erfahren, dass wir in Sachen Zusammenarbeit ein unschlagbares Team sind. So machten wir uns selbständig und konnten viele Jahre gemeinsam erfolgreich arbeiten. Ganz privat hatte jeder eine Art Nische gefunden, in die er sich zurückziehen konnte.

Dann kam das Jahr 2003 – ein ganz tolles, ganz schreckliches Jahr ! Im Job sind wir seit zehn Jahren erfolgreich. Als Familie trifft uns ein schweres Schicksal, unser jüngster Sohn stirbt bei einem Autounfall. In meiner Not betete ich. Meine Frage nach dem " Warum ?" ändert sich dadurch in " Was soll ich daraus lernen ?"

Im Mai 2009 beendete auch ich mein Arbeitsleben. Eckart ist überglücklich, dass wir beide nun Zeit fürs " Nichtstun " haben. Längst haben wir jedoch ein neues Projekt gefunden. Wir wollen nun beide wissen, was es mit dem Glauben auf sich hat. Plötzlich stehen da wieder die alten Themen in der Tür und schreien laut nach Klärung.

Alles, was irgendwo in unseren Herzen versteckt war, wird nun ans Tageslicht geholt, beredet und geklärt. Es fühlt sich nun oft ganz anders an, als früher. Wir sind glücklich.