Frage : Bei meinem Mann haben Ärzte schwerwiegende Venen-Veränderungen festgestellt. Was kann man tun, um die daraus folgenden Komplikationsrisiken wie Lungenembolien und Beingeschwüre zu verhindern ? Ist eine sofortige Operation erforderlich ?

Es antwortet Dr. Tom Schilling, Leiter Abteilung für Klinische und Interventionelle Angiologie und Diabetologie am Gefäßzentrum des Harz-Klinikums Wernigerode-Blankenburg : Akute Komplikationen wie Lungenembolien treten nach einer operativen Therapie häufiger auf. Nur bei sehr schweren Abflussbehinderungen ( sogenannte Phlegmasia coerulia dolens ), die das Bein gefährden, ist eine Operation angezeigt. Für die Mehrzahl der Thrombosepatienten konnte eine Reduktion des " postthrombotischen Syndroms " oder von " Beingeschwüren " aber nicht belegt werden. Trotz Beseitigung der Gerinnsel durch die Operation oder durch eine Fibrinolyse ( Blut-Gerinnselauslösung ) können Defekte der Venenklappen meist nicht verhindert werden. Aus diesem Grund muss immer nach einigen Monaten – am günstigsten vor der Beendigung einer Therapie mit Blutverdünnern – eine Ultraschall-Kontrolluntersuchung erfolgen, um die Funktion der Venenklappen zu überprüfen. Werden Defekte festgestellt, ist das weitere Tragen eines Kompressionsstrumpfes meist unausweichlich.

Aktuell werden neue medizinische Methoden erprobt – so z. B. die schonende Entfernung der Blutgerinnsel mit Hilfe sogenannter Absaugkatheter. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis sowie auch die Effekte auf den Langzeitverlauf bei Thrombosen sind bislang aber noch nicht bekannt. Daher sind diese Instrumente der Thrombosetherapie bundesweit noch nicht als gesetzliche Kassenleistung zugelassen und empfohlen.