Unter hormonellen Veränderungen im Alter leiden insbesondere Frauen. Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Schlafstörungen sind typische Beschwerden. Über die Behandlungsmöglichkeiten informierten gestern Frauenärzte aus Sachsen-Anhalt in einem Volksstimme-Telefonforum. Uwe Seidenfaden notierte einige Fragen und Antworten.

Frage: Seit einigen Wochen wache ich morgens oftmals schweißgebadet auf. Auch tagsüber habe ich manchmal Hitzewallungen. Ich nehme seit Jahren die Pille zur Verhütung und bin damit auch ganz zufrieden. Inzwischen bin ich 46 Jahre alt. Was können Sie mir empfehlen?

Antwort: Wenn unter der Einnahme der Pille Hitzewallungen auftreten, ist davon auszugehen, dass Sie ohne Pille noch stärkere Wechseljahresbeschwerden hätten. Insofern ist Ihnen zu empfehlen, bei der Pilleneinnahme zu bleiben, sofern sich nicht andere gesundheitliche Risiken darstellen. Sie sollten sich darüber hinaus an Ihren Hausarzt wenden, um eine Schilddrüsendiagnostik durchführen zu lassen.

Frage: Vor drei Jahren wurde mir wegen eines gutartigen Tumors ein Eierstock entfernt. Kann es sein, dass man dadurch früher in die Wechseljahre kommt? Ich bin 44 Jahre alt.

Antwort: Der Beginn der Wechsejahre ist in erster Linie genetisch bedingt. In manchen Familien kommen die Frauen schon Mitte der 40er Jahre in die Wechseljahre, in anderen erst mit Ende bis Mitte der 50er Jahre oder noch später. Einige Studien weisen darauf hin, dass Rauchen den Beginn der Wechseljahre beschleunigt. Auch bestimmte Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus und die Einnahme von bestimmten Medikamenten können zu einem vorzeitigen Erliegen der Östrogenproduktion führen.

Frage: Ich bin 52 Jahre alt. Wegen Wechseljahrsbeschwerden hat meine Ärztin eine Hormonersatztherapie empfohlen. Das hatte mir geholfen. Nach zwei Monaten wurden die Hormontabletten wieder abgesetzt, und ich habe jetzt wieder Beschwerden.

Antwort: Eine Hormonersatztherapie sollte auf jeden Fall länger als zwei Monate durchgeführt werden. Individuell wird eine Dosierung anstrebt, die bei geringem Risiko die Symptome bessert. Die Hormonersatztherapie sollte den individuellen Nutzen und Risiken angepasst werden.

Frage: Seit fünf Jahren nehme ich Hormonersatz-Präparate. Wie lange kann man Hormone einnehmen?

Antwort: Individuell ist das ganz unterschiedlich zu bewerten. Eine konkrete Altersgrenze anzusetzen ist nach den heutigen Erkenntnissen noch nicht möglich. Allgemein wird empfohlen, nach fünf Jahren mal einen Auslassversuch zu machen und zu sehen, ob die Beschwerden wiederkommen.

Frage: Vor vier Jahren wurden mir in der Klinik die Gebärmutter und die Eierstöcke entfernt. Da ich Osteoporose habe, wurde ich acht Jahre lang mit einem Hormonersatz behandelt. Seit einem Jahr nehme ich die Tabletten nicht mehr. Seitdem ist die Knochendichte zurückgegangen und ich leide zudem wieder an Wechseljahresbeschwerden. Pflanzliche Präparate helfen mir nicht. Was raten Sie mir? Ich bin jetzt 61 Jahre.

Antwort: Da Sie weder Eierstöcke noch Gebärmutter haben, könnte auch eine niedrig dosierte Therapie mit selektiv wirkenden Östrogenen in Frage kommen. Speziell zur Behandlung der Osteoporose gibt es weitere Medikamente.

Frage: Seit etwa eineinhalb Jahren leide ich unter Hitzewallungen und Schlafstörungen. Ich bin bin 50 Jahre alt. Homöopathika und pflanzliche Hormone haben mir bislang nicht geholfen. Würden Sie eine Hormonersatztherapie empfehlen?

Antwort: Bei starken Wechseljahresbeschwerden helfen homöopathische und pflanzliche Hormone nicht. In diesen Fällen ist eine Hormonersatztherapie zu erwägen. Ihre Frauenärztin bzw. Ihr Frauenarzt werden im Gespräch mit Ihnen klären, welche möglichen Risikofaktoren vorliegen und welche Medikamente für Sie in Frage kommen.

Frage: Seit ich in den Wechseljahren bin, leide ich öfter unter einem Brennen und Jucken im Intimbereich. Was kann ich tun?

Antwort: Sie sollten mit Ihrer Frauenärztin oder Frauenarzt sprechen. Ihnen könnte vermutlich eine hormonhaltige Creme helfen, die Sie auf die Scheidenschleimhaut auftragen. Das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen ist gering, weil die Wirkstoffe nicht in der Leber verstoffwechselt werden. Zudem kann der Arzt den Urin auf Anzeichen für Harnwegsinfektionen untersuchen. In diesem Fall ist eine Antibiotika-Therapie zu erwägen.

Frage: Ich hatte früher immer einen eher zu niedrigen Blutdruck. Seit ich in den Wechseljahren bin, habe ich auch Bluthochdruck. Gibt es einen Zusammenhang?

Antwort: Das ist möglich. Meist lässt sich aber kein eindeutiger Zusammenhang zu den Wechseljahren feststellen. Das Risiko für Bluthochdruck steigt durch Übergewicht, Rauchen, übermäßigen Alkoholkonsum und das Alter.

 

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