Mit der kalten Jahreszeit nimmt bei manchen Menschen der Wunsch sich zu bewegen ab. Das ist allerdings nicht gut für die Venen.
Hilden (dapd) l Geschwollene und schmerzende Beine oder Füße werden in der Heizperiode für viele zur abendlichen Belastung, berichtet Elisabeth Langer, Oberärztin der Capio-Klinik in Hilden und Sprecherin der Deutschen Venen-Liga: "59 Prozent aller Deutschen haben leichte Venenerkrankungen wie beispielsweise Besenreiser, 23 Prozent haben behandlungsbedürftige Leiden wie Krampfadern oder eine durch Entzündung der Krampfadern entstandene Thrombose."
Zwar gingen die Beschwerden in der Regel auf eine angeborene Schwäche des Bindegewebes zurück. Dennoch sei es möglich und empfehlenswert, ihnen durch venenfreundliches Verhalten entgegenzuwirken.
Die Waden-Muskel-Pumpe immer wieder aktivieren
Da Heizungsluft und enge, geschlossene Schuhe einen Blutstau in den Venen begünstigen, sei in der kalten Jahreszeit vor allem Bewegung wichtig: "Laufen aktiviert die Waden-Muskel-Pumpe und unterstützt den Rücktransport des Blutes durch die Venen - 15 Minuten strammes Laufen täglich sind eine Wohltat für die Venen", sagt die Ärztin. Bequeme Schuhe seien dabei ein Muss. "Schuhe und Strümpfe dürfen nicht einengen, denn Abschnürungen im Bereich der Waden, Knöchel und Füße führen zu einem Blutrückstau." Fußbett und Sohle sollten überdies so weich sein, dass der Fuß beim Gehen natürlich abrollen kann. Auch die Zehen brauchen ausreichend Spielraum. "Kaufen Sie Ihre Schuhe, wenn möglich, in den Abendstunden", rät die Venenexpertin, "denn Fuß und Unterschenkel können im Laufe des Tages leicht anschwellen." Für besondere Belastungssituationen wie längere Autofahrten empfiehlt sie, nicht nur die jahreszeit-üblichen Winterstiefel, sondern auch ein leichtes Ersatzpaar für die Fahrt mitzunehmen.
Beine auch mal hochlegen und kleine Übungen machen
Wer tagsüber viel sitzt oder steht, sollte simple, aber effektvolle Übungen in den Alltag einbauen, rät die Ärztin: "Bei langem Stehen so oft wie möglich abwechselnd in den Zehen- und den Fersenstand gehen, mindestens zehn Mal. Beim langen Sitzen Beine möglichst auch mal hochlegen, oder aber Füße kreisen nach rechts und links, auch mindestens zehn Mal."
Als goldene Regel gilt: Lieber Liegen und Laufen statt Sitzen und Stehen. Denn beim Sitzen und Stehen müssen die Venen das Blut entgegen der Schwerkraft in Richtung Herz transportieren und damit Schwerstarbeit leisten. "Um Ihre Beine dabei zu entlasten, sollten Sie sie beim Sitzen nicht übereinander schlagen oder ihnen durch enge Hosen oder Gürtel das Blut abschnüren."
Häufiges Wechseln der Fuß- und Beinstellung dagegen unterstütze die Venen ebenso wie Fußkreisen, auf der Stelle trippeln, Zehen beugen, oder zum Telefonieren einen Positionswechsel vornehmen. Wer lange stehen muss, sollte nicht nur auf bequeme flache Schuhe achten, sondern sich wenn möglich beim Stehen aufstützen oder anlehnen, um Druck von den Beinen zu nehmen - und in den Arbeitspausen die Beine möglichst hochlegen. "Ob Kompressionsstrümpfe sinnvoll sind, sollte mit einem Arzt (Phlebologen) besprochen werden", meint Venenexpertin Langer.
Ansonsten gilt: Besser mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren als mit dem Auto, und in der Freizeit viel bewegen, möglichst mit Ausdauersport wie (Nordic) Walking oder Schwimmen. Wechselduschen von den Füßen bis zum Oberschenkel stärken darüber hinaus das Bindegewebe und die Durchblutung - durch kalte Duschen ziehen sich außerdem überdehnte Gefäße wieder etwas zusammen.
Schließlich hat auch die Ernährung ihren Platz. "Trinken Sie - wenn Ihr Herz gesund ist - jeden Tag mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßten Kräutertee. Dann fließt das Blut besser durch die Venen. Auch Früchte mit viel Vitamin C wie Kiwis, Grapefruits, Paprika oder auch Sauerkraut halten das Blut flüssig.
Umfassende Tipps und Informationen für gesunde Beine sowie Gymnastikanleitungen und Online-Beratung bietet die Deutsche Venen-Liga unter venenliga.de.
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