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Verbraucher sollten nachsehen, ob ihr Haftpflichtschutz ausreicht. Viele Versicherer haben ihre Tarife verbessert. Das zeigt der jüngste Test dieser Versicherungen, den die Zeitschrift Finanztest jetzt veröffentlicht.
Magdeburg (rgm) l Eine Haftpflichtversicherung ist nicht teuer. Die günstigsten sehr guten Tarife in der Untersuchung sind die Internet-Tarife der WGV-himmelblau ab 49 Euro und der Classic-Tarif der Huk24 für 64 Euro.
Für 67 Euro bekommen Kunden den Tarif Komfort beim Direktversicherer Europa. Für Kunden, denen es wichtig ist, eine Beratung in einer Filiale zu bekommen, ist das günstigste Angebot der Classic-Tarif der Huk-Coburg für 67 Euro. Besonders umfangreiche Zusatzleistungen bietet der Testsieger der Untersuchung, der Tarif XXL der Interrisk. Er kostet - je nach Höhe der Versicherungssumme - zwischen 109 und 129 Euro pro Jahr.
Es kann jeden treffen
Eine private Haftpflichtversicherung sollte jeder haben. Denn wer einem anderen einen Schaden zufügt, ist nach dem Gesetz zu Schadenersatz verpflichtet: Das gilt für Personenschäden, Sachschäden und Vermögensschäden. Die Pflicht, für einen Schaden zu haften, ist unbegrenzt. Das heißt, im schlimmsten Fall müssen Schädiger mit all ihrem Hab und Gut ein Leben lang zahlen.
Aus genau diesem Grund ist eine private Haftpflichtversicherung so wichtig. Sie übernimmt - bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme - die Kosten für Schäden im privaten Bereich. Und das sogar für Schäden, die grob fahrlässig verursacht wurden.
Damit ein Tarif das Testurteil sehr gut oder gut bekommt, muss er den Finanztest-Grundschutz erfüllen. Neben einer Versicherungssumme von mindestens drei Millionen Euro pauschal für Sach- und Personenschäden müssen dafür zum Beispiel Schäden durch häusliche Abwässer, Mietsachschäden auch am gemieteten Ferienhaus oder Schäden durch die Verbreitung von Computerviren ausreichend abgedeckt sein.
Der Test hat gezeigt, dass immer mehr Versicherer ihre Tarife verbessern, um die wichtigsten Anforderungen zu erfüllen. Fielen im Test 2008 noch 60 Prozent der Tarife durch, weil sie den Grundschutz nicht erfüllten, so sind es heute nur noch rund 25 Prozent. Zu den Anbietern, die mit keinem Tarif die Mindestanforderungen erfüllen, gehören laut Finanztest Anbieter wie Direct Line und Docura.
In manchen alten Verträgen liegt die Versicherungssumme unter den von Finanztest geforderten drei Millionen Euro. Vor allem, wenn Versicherungssummen noch in D-Mark angegeben sind, ist der Schutz oft zu knapp.
Außerdem kann es sein, dass in alten Verträgen Leistungen nicht genannt werden, die erst seit wenigen Jahren in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft aufgeführt sind. Dazu gehören Schäden, die durch Computerviren entstehen.
Im Schadensfall kann das zum Problem werden. Allgemein gilt zwar: Was in einem Vertrag nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist, gilt als mitversichert - geht es um große Summen, werden Versicherer sich aber vermutlich erst einmal weigern, für einen Schaden zu zahlen, der in den Versicherungsbedingungen nicht erwähnt ist. Wer einen neuen Tarif wählt, dem bleibt der Ärger im Zweifel erspart, rät Finanztest.
Die Sorge, ein neuer Tarif sei womöglich teurer als ein alter, ist unbegründet. Wer seinen alten Vertrag kündigen will, muss das spätestens drei Monate vor Ablauf der Vertragslaufzeit tun. Sonst verlängert er sich automatisch um ein Jahr. Nur wer heiratet, hat ein Sonderkündigungsrecht: Die jüngere Police kann dann sofort gekündigt gewerden. Am häufigsten sind Kleinschäden. Bei Sachschäden liegen beispielsweise mehr als 83 Prozent unter der 500-Euro-Grenze. 16 Prozent sind Schäden zwischen 500 und 5000 Euro und nur ein Prozent liegt darüber. Zu den Kleinschäden zählt beispielsweise der kaputte Laptop, in den ein Freund versehentlich ein Glas Wasser geschüttet hat. Auch die Brille, die zu Bruch ging, weil sich ein Bekannter daraufgesetzt hat, ist ein Klassiker.
Einige Versicherer bieten ihren Kunden Tarife mit Selbstbehalt an. Der Versicherte zahlt dann einen geringeren Beitrag, muss sich aber bei jedem Schaden mit 150 bis 250 Euro beteiligen. Angesichts der vielen Kleinschäden lohnen sich Tarife mit Selbstbehalt in den wenigsten Fällen. Die jährliche Beitragsersparnis zahlt sich für den Kunden nur aus, wenn er über einen längeren Zeitraum keinen Schaden verursacht.
Infos in der Finanztest September-Ausgabe und unter www.test.de/haftpflicht
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