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In der dritten Folge der Pilz-Serie geht es um drei essbare Stubbenpilzarten, die mit einer unter Umständen tödlich giftigen Pilzart, dem Gifthäubling, verwechselt werden können. Der Magdeburger Pilzsachverständige Martin Groß stellt sie vor.
Magdeburg (rgm) l Der Gifthäubling, oder auch Nadelholzhäubling genannt, enthält ein Gift des Grünen Knollenblätterpilzes (Alpha-Amanitin). Es ist also höchste Vorsicht geboten, wenn man sich an das Sammeln von essbaren Pilzarten wagt, die ebenfalls an Baumstubben wachsen und mitunter sehr wohlschmeckend sind und in ergiebigen Mengen vorkommen.
Zuerst ist hier das Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) zu nennen, das sehr gern an Buchenstubben wächst, aber auch an Nadelholzstubben vorkommt. Hier muss man sehr genau die Einzelmerkmale der Art lernen, wenn man nicht an den Gifthäubling mit seiner "Todesdrohung" geraten will.

Hallimasch ist im Herbst in mehreren Arten zu finden
Die zweite gut essbare Art ist der Hallimasch beziehungsweise sind die verschiedenen Hallimascharten, die als Herbstpilze jetzt bald wieder in großen Mengen an Nadelholz und Laubholzstubben wachsen werden. Die Förster lieben ihn ganz und gar nicht, da er nicht nur im Sinne des ökologischen Kreislaufes tote Baumstubben "zerlegt", sondern auch lebende Bäume befällt und schädigt.
Der Hallimasch ist übrigens roh giftig und muss immer mindestens 20 Minuten erhitzt werden, wobei nur Pilzhüte mit ein Zentimeter Stielansatz genommen werden, weil die Stiele sehr zäh sind. Letzteres gilt auch bei der Verwendung des Stockschwämmchens, das aber nicht die Rohgiftigkeit des Hallimaschs hat. Zu kurz gegarte Hallimaschgerichte haben schon sehr viele Vergiftungen verursacht!

Die dritte gut essbare und ebenfalls recht häufig an Baumstubben zu findende Art ist der Graublättrige Schwefelkopf, der aber leider auch noch zwei "böse" Verwandte hat, den Grünblättrigen Schwefelkopf und den Ziegelroten Schwefelkopf, die aber in ihrer Giftigkeit beziehungsweise Ungenießbarkeit nicht mit dem Gifthäubling zu vergleichen sind. Vergiftungen mit dem Grünblättrigen Schwefelkopf gehen in der Regel glimpflich ab.
Dummerweise sind diese beiden Arten meist häufiger im Wald anzutreffen, als der essbare Graublättrige Schwefelkopf. Man muss jedes Mal genau hingucken und wer beispielsweise zwischen gelb-grünlich-oliv-farbenen und grauen Lamellen nicht unterscheiden kann, gerät ganz schnell an die giftige beziehungsweise ungenießbare Schwefelkopfart.

Wer es wagt Stubbenpilze zu sammeln, was sich eben oft sehr lohnt, gerade wenn schon die Pfifferlinge, Maronen und Steinpilze weggesammelt sind, muss alle Merkmale genau gelernt haben.
Einfach nur so "nach Gefühl" vorzugehen, ist sehr gefährlich. Nur wenn man absolut sicher ist, können Pilzsammler Stockschwämmchen, Hallimasch oder Graublättrige Schwefelköpfe sammeln. Ist die Sicherheit bei Pilzkenntnissen nicht vorhanden, bleibt immerhin der Gang zu einer der 85 Pilzberatungsstellen des Landesverbandes der Pilzsachverständigen in Sachsen-Anhalt (www.lvps.de/).

Allein wenn die unten stehenden wichtigsten Merkmale der Pilzarten einmal genau durchgelesen werden, ist schon zu erkennen, dass die Unterschiede erheblich sind, obwohl der erste Augenschein diese Arten sehr ähnlich wirken lässt.
Diese sind dann aber gar nicht so leicht erfassbar, wenn man mit der jeweiligen Arten der Pilze im Wald allein steht und keine Vergleichsmöglichkeiten hat.
Einen trügerischen Trost auf den Gifthäubling bezogen gibt es: Er ist nicht so häufig in unseren Wäldern anzutreffen, wie die genannten essbaren Stubbenpilzarten. Vorsicht bleibt aber die Mutter der Porzellankiste!
(Die vierte Folge der Pilz-Reihe der Volksstimme erscheint in der Ausgabe vom kommenden Donnerstag.)
Weitere Informationen zu den Stubbenpilzen im Merkblatt des Landesverbandes der Pilzsachverständigen Sachsen-Anhalt unter www.lvps.de

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