• 22. Mai 2013


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Verwechslung des giftigen Pilzes mit essbaren Arten sind für Hobbysammler sehr leicht möglich


Die "Todesdrohung" des Gifthäublings

08.09.2012 04:22 Uhr |




Giftig: Grünblättriger Schwefelkopf

Hut: schwefelgelb, Mitte fuchsig, bis sechs Zentimeter; 

Lamellen (Blätter): jung gelb-grün, später oliv-schwarz; 

Stiel: büschlig wachsend, 

Geschmack: bitter, sauer adstringierend; 

Vorkommen: Der Grünblättrige Schwefelkopf bevorzugt in Laubholzstubben

Giftig: Grünblättriger Schwefelkopf
Hut: schwefelgelb, Mitte fuchsig, bis sechs Zentimeter;
Lamellen (Blätter): jung gelb-grün, später oliv-schwarz;
Stiel: büschlig wachsend,
Geschmack: bitter, sauer adstringierend;
Vorkommen: Der Grünblättrige Schwefelkopf bevorzugt in Laubholzstubben | Foto: dpa
Giftig: Grünblättriger Schwefelkopf
Hut: schwefelgelb, Mitte fuchsig, bis sechs Zentimeter;
Lamellen (Blätter): jung gelb-grün, später oliv-schwarz;
Stiel: büschlig wachsend,
Geschmack: bitter, sauer adstringierend;
Vorkommen: Der Grünblättrige Schwefelkopf bevorzugt in Laubholzstubben | Foto: dpa

In der dritten Folge der Pilz-Serie geht es um drei essbare Stubbenpilzarten, die mit einer unter Umständen tödlich giftigen Pilzart, dem Gifthäubling, verwechselt werden können. Der Magdeburger Pilzsachverständige Martin Groß stellt sie vor.

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Magdeburg (rgm) l Der Gifthäubling, oder auch Nadelholzhäubling genannt, enthält ein Gift des Grünen Knollenblätterpilzes (Alpha-Amanitin). Es ist also höchste Vorsicht geboten, wenn man sich an das Sammeln von essbaren Pilzarten wagt, die ebenfalls an Baumstubben wachsen und mitunter sehr wohlschmeckend sind und in ergiebigen Mengen vorkommen.

Zuerst ist hier das Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) zu nennen, das sehr gern an Buchenstubben wächst, aber auch an Nadelholzstubben vorkommt. Hier muss man sehr genau die Einzelmerkmale der Art lernen, wenn man nicht an den Gifthäubling mit seiner "Todesdrohung" geraten will.

Essbar: Graublättriger Schwefelkopf

Hut: blassgelb, die Mitte ist rostgelb, kahl, bis acht Zentimeter; 

Lamellen (Blätter): gelblich blass, dann grau; 

Stiel: büschlig wachsend, ohne fasrige Ringzonen; 

Geschmack: mild; 

Vorkommen: Der Graublättrige Schwefelkopf kommt bevorzugt an Nadelholzstubben vor.

Essbar: Graublättriger Schwefelkopf
Hut: blassgelb, die Mitte ist rostgelb, kahl, bis acht Zentimeter;
Lamellen (Blätter): gelblich blass, dann grau;
Stiel: büschlig wachsend, ohne fasrige Ringzonen;
Geschmack: mild;
Vorkommen: Der Graublättrige Schwefelkopf kommt bevorzugt an Nadelholzstubben vor. | Foto: dpa
Essbar: Graublättriger Schwefelkopf
Hut: blassgelb, die Mitte ist rostgelb, kahl, bis acht Zentimeter;
Lamellen (Blätter): gelblich blass, dann grau;
Stiel: büschlig wachsend, ohne fasrige Ringzonen;
Geschmack: mild;
Vorkommen: Der Graublättrige Schwefelkopf kommt bevorzugt an Nadelholzstubben vor. | Foto: dpa

Hallimasch ist im Herbst in mehreren Arten zu finden

Die zweite gut essbare Art ist der Hallimasch beziehungsweise sind die verschiedenen Hallimascharten, die als Herbstpilze jetzt bald wieder in großen Mengen an Nadelholz und Laubholzstubben wachsen werden. Die Förster lieben ihn ganz und gar nicht, da er nicht nur im Sinne des ökologischen Kreislaufes tote Baumstubben "zerlegt", sondern auch lebende Bäume befällt und schädigt.

Der Hallimasch ist übrigens roh giftig und muss immer mindestens 20 Minuten erhitzt werden, wobei nur Pilzhüte mit ein Zentimeter Stielansatz genommen werden, weil die Stiele sehr zäh sind. Letzteres gilt auch bei der Verwendung des Stockschwämmchens, das aber nicht die Rohgiftigkeit des Hallimaschs hat. Zu kurz gegarte Hallimaschgerichte haben schon sehr viele Vergiftungen verursacht!

Ungenießbar: Ziegelroter Schwefelkopf

Hutfarbe: ziegelrot, in Randnähe gelblich flockig, bis zehn Zentimeter;
Lamellen (Blätter):olivgrau; Stiel: derb, büschlig, mit Ringzone; 

Geschmack: bitterlich; 

Vorkommen: Der Ziegelrote Schwefelkopf steht bevorzugt an Laubholzstubben

Ungenießbar: Ziegelroter Schwefelkopf
Hutfarbe: ziegelrot, in Randnähe gelblich flockig, bis zehn Zentimeter; Lamellen (Blätter):olivgrau; Stiel: derb, büschlig, mit Ringzone;
Geschmack: bitterlich;
Vorkommen: Der Ziegelrote Schwefelkopf steht bevorzugt an Laubholzstubben | Foto: dpa
Ungenießbar: Ziegelroter Schwefelkopf
Hutfarbe: ziegelrot, in Randnähe gelblich flockig, bis zehn Zentimeter; Lamellen (Blätter):olivgrau; Stiel: derb, büschlig, mit Ringzone;
Geschmack: bitterlich;
Vorkommen: Der Ziegelrote Schwefelkopf steht bevorzugt an Laubholzstubben | Foto: dpa

Die dritte gut essbare und ebenfalls recht häufig an Baumstubben zu findende Art ist der Graublättrige Schwefelkopf, der aber leider auch noch zwei "böse" Verwandte hat, den Grünblättrigen Schwefelkopf und den Ziegelroten Schwefelkopf, die aber in ihrer Giftigkeit beziehungsweise Ungenießbarkeit nicht mit dem Gifthäubling zu vergleichen sind. Vergiftungen mit dem Grünblättrigen Schwefelkopf gehen in der Regel glimpflich ab.

Dummerweise sind diese beiden Arten meist häufiger im Wald anzutreffen, als der essbare Graublättrige Schwefelkopf. Man muss jedes Mal genau hingucken und wer beispielsweise zwischen gelb-grünlich-oliv-farbenen und grauen Lamellen nicht unterscheiden kann, gerät ganz schnell an die giftige beziehungsweise ungenießbare Schwefelkopfart.

Tödlich, giftig: Gifthäubling

Hut: braun, trocken gelbbraun, gerieft, bis vier Zentimeter; 

Lamellen (Blätter): blassbraun schmal; 

Stiel: honigbraun schlank, kahl, mit häutiger welkend-anliegender Manschette; 

Geruch: mehlartig;
Vorkommen: bevorzugt Nadelholzstubben

Tödlich, giftig: Gifthäubling
Hut: braun, trocken gelbbraun, gerieft, bis vier Zentimeter;
Lamellen (Blätter): blassbraun schmal;
Stiel: honigbraun schlank, kahl, mit häutiger welkend-anliegender Manschette;
Geruch: mehlartig; Vorkommen: bevorzugt Nadelholzstubben | Foto: dpa
Tödlich, giftig: Gifthäubling
Hut: braun, trocken gelbbraun, gerieft, bis vier Zentimeter;
Lamellen (Blätter): blassbraun schmal;
Stiel: honigbraun schlank, kahl, mit häutiger welkend-anliegender Manschette;
Geruch: mehlartig; Vorkommen: bevorzugt Nadelholzstubben | Foto: dpa

Wer es wagt Stubbenpilze zu sammeln, was sich eben oft sehr lohnt, gerade wenn schon die Pfifferlinge, Maronen und Steinpilze weggesammelt sind, muss alle Merkmale genau gelernt haben.

Einfach nur so "nach Gefühl" vorzugehen, ist sehr gefährlich. Nur wenn man absolut sicher ist, können Pilzsammler Stockschwämmchen, Hallimasch oder Graublättrige Schwefelköpfe sammeln. Ist die Sicherheit bei Pilzkenntnissen nicht vorhanden, bleibt immerhin der Gang zu einer der 85 Pilzberatungsstellen des Landesverbandes der Pilzsachverständigen in Sachsen-Anhalt (www.lvps.de/).

Essbar: Gemeines Stockschwämmchen

Hut: honiggelb, feucht durchscheinend, dunklere Randzone ungerieft; 

Lamellen: erst blass, älter braun; 

Stiel: häutiger abstehender Ring, vergehend, Stielende unterhalb des Ringes sparrig schuppig rostbraun, oberhalb hellgelblich; Vorkommen: Laubholzstubben

Essbar: Gemeines Stockschwämmchen
Hut: honiggelb, feucht durchscheinend, dunklere Randzone ungerieft;
Lamellen: erst blass, älter braun;
Stiel: häutiger abstehender Ring, vergehend, Stielende unterhalb des Ringes sparrig schuppig rostbraun, oberhalb hellgelblich; Vorkommen: Laubholzstubben | Foto: dpa
Essbar: Gemeines Stockschwämmchen
Hut: honiggelb, feucht durchscheinend, dunklere Randzone ungerieft;
Lamellen: erst blass, älter braun;
Stiel: häutiger abstehender Ring, vergehend, Stielende unterhalb des Ringes sparrig schuppig rostbraun, oberhalb hellgelblich; Vorkommen: Laubholzstubben | Foto: dpa

Allein wenn die unten stehenden wichtigsten Merkmale der Pilzarten einmal genau durchgelesen werden, ist schon zu erkennen, dass die Unterschiede erheblich sind, obwohl der erste Augenschein diese Arten sehr ähnlich wirken lässt.

Diese sind dann aber gar nicht so leicht erfassbar, wenn man mit der jeweiligen Arten der Pilze im Wald allein steht und keine Vergleichsmöglichkeiten hat.

Einen trügerischen Trost auf den Gifthäubling bezogen gibt es: Er ist nicht so häufig in unseren Wäldern anzutreffen, wie die genannten essbaren Stubbenpilzarten. Vorsicht bleibt aber die Mutter der Porzellankiste!

Dieses Prachtexemplar eines Hallimasch wurde in Drei Annen Hohne im Harz gefunden.

Dieses Prachtexemplar eines Hallimasch wurde in Drei Annen Hohne im Harz gefunden. | Foto: dpa Dieses Prachtexemplar eines Hallimasch wurde in Drei Annen Hohne im Harz gefunden. | Foto: dpa

(Die vierte Folge der Pilz-Reihe der Volksstimme erscheint in der Ausgabe vom kommenden Donnerstag.)

Weitere Informationen zu den Stubbenpilzen im Merkblatt des Landesverbandes der Pilzsachverständigen Sachsen-Anhalt unter www.lvps.de

Essbar: Gemeiner Hallimasch

Hut: ockerbräunlich, feinschuppig bis zehn Zentimeter; 

Lamellen (Blätter): weiß, bis rötlich-gelb; 

Stiel: gleichmäßig dick unten etwas keulig, feinflockig, häutiger beständiger Ring, büschlig wachsend; 

Vorkommen: an Laub- und Nadelholz

Essbar: Gemeiner Hallimasch
Hut: ockerbräunlich, feinschuppig bis zehn Zentimeter;
Lamellen (Blätter): weiß, bis rötlich-gelb;
Stiel: gleichmäßig dick unten etwas keulig, feinflockig, häutiger beständiger Ring, büschlig wachsend;
Vorkommen: an Laub- und Nadelholz | Foto: dpa
Essbar: Gemeiner Hallimasch
Hut: ockerbräunlich, feinschuppig bis zehn Zentimeter;
Lamellen (Blätter): weiß, bis rötlich-gelb;
Stiel: gleichmäßig dick unten etwas keulig, feinflockig, häutiger beständiger Ring, büschlig wachsend;
Vorkommen: an Laub- und Nadelholz | Foto: dpa




Dokumenten Information
Copyright © Volksstimme 2013
Dokument erstellt am 2012-09-08 04:22:23
Letzte Änderung am 2012-09-08 04:22:23

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