Berlin (rgm). Das Auswärtige Amt rät wegen der gewaltsamen Ausschreitungen in Tunesien zu besonderer Vorsicht bei Reisen in das nordafrikanische Land. Nach Möglichkeit sollte man auf Tunesien-Reisen verzichten. Grundsätzlich ist eine kostenfreie Kündigung eines Reisevertrags wegen höherer Gewalt erst dann gerechtfertigt, wenn das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausspricht, weil eine Reise dorthin mit erheblichen Gefahren verbunden ist. Das ist bisher noch nicht geschehen.

Die deutschen Reiseveranstalter werden an diesem Wochenende keine Urlauber nach Tunesien fliegen. Alle Flüge in das von Unruhen geprägte Land für heute und morgen seien abgesagt, erklärte Torsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbandes (DRV) in Berlin, gestern Abend der Nachrichtenagentur dpa.

Unterdessen holt der Reiseveranstalter Thomas Cook seine Tunesien-Urlauber zurück. Noch in der Nacht zu heute sollten sechs Sondermaschinen die ersten der rund 2000 deutschen Reisenden nach Deutschland bringen. Betroffen sind nur Urlauber, die bei Neckermann, Thomas Cook, Bucher Last Minute oder Air Marin gebucht haben. Im Gegensatz dazu sahen Tui, Rewe Touristik und auch Alltours keinen Grund, Urlauber mit Sondermaschinen zurückzuholen.

Das Unternehmen Thomas Cook sagte zugleich alle Reisen nach Tunesien aus Deutschland bis einschließlich 17. Januar ab. Die Kunden würden informiert und bekämen andere Reiseziele angeboten, hieß es.

"Die Sicherheit unserer Gäste hat für uns höchste Priorität. Wir gehen dabei keine Kompromisse ein, da die Sicherheitslage in Tunesien derzeit sehr angespannt ist", sagte Thomas-Cook-Chef Peter Fankhauser. Auch wenn die Urlauber bisher nicht direkt betroffen seien, habe sich der Veranstalter zu diesem Schritt entschlossen. Urlauber, die nicht früher zurückwollen, können auf eigenes Risiko in Tunesien bleiben. Wer jetzt zurückgeholt werde, bekomme anteilig den Reisepreis erstattet, betonte ein Sprecher.