Berlin (rgm). Wer demnächst wieder fliegen möchte, kann mit Erleicherungen bei den Sicherheitskontrollen rechnen. Neue Techniken werden das bisherige Verbot von Flüssigkeiten im Handgepäck überflüssig machen.

Seitdem die englische Polizei im November 2006 einen Anschlag auf ein US-amerikanisches Flugzeug verhindern konnte, gilt für Flugreisen das Flüssigkeitsverbot. Terroristen waren nämlich auf die Idee gekommen, Flüssigsprengstoff mit an Bord zu schmuggeln. Die EU zog ihre Schlüsse und führte eine Sicherheitsvorschrift ein, nach der Passagiere nur jeweils 100 ml Flüssigkeit je Behälter im Handgepäck mitführen dürfen. Bisher konnte nur so die Gefahr eines Anschlags durch Flüssigsprengstoff eingedämmt werden.

Doch ab April 2013 sollen in der ganzen EU wieder Flüssigkeiten in unbegrenzten Mengen mit an Bord gebracht werden dürfen. Laut der Internationalen Zivilluftfracht Organisation (ICAO) macht dies die Weiterentwicklung der Technik möglich. So sollen bis April 2013 an allen Flughäfen der EU Sicherheitsanlagen installiert werden, die ohne Schwierigkeiten zwischen Sprengstoff und Zahnpasta unterscheiden können. Flüssigkeiten dürften also wieder in größeren Mengen mit ins Handgepäck.

Indes haben die US-Behörden Bedenken gegen eine Lockerung des Verbots geäußert; die Gefahr von Terroranschlägen würde damit erhöht. Aus einem anderen Grund warnt der Flughafenverband ADV vor dem Nahziel der EU: die verpflichtende Installation von neuen Techniken schlage sich vor allen Dingen in den Flugpreisen nieder und schädige damit im Nachhinein den Passagieren.

Obwohl die von der EU gesetzte Frist zur Installation der neuen Geräte mit Frühjahr 2013 relativ knapp gesetzt ist, kann man davon ausgehen, dass die Einschränkungen hinsichtlich der Flüssigkeiten im Handgepäck ab dem genannten Datum enden. Ursprünglich sollte das Flüssigkeiten-Verbot für Handgepäck schon im April 2010 enden. Die Übergangsfrist bis 2013 ist nötig, damit auf allen EU-Flughäfen Geräte für die Kontrolle installiert werden können, teilte die Kommission mit. Bis dahin müssten die Airports in der EU über Kontrollgeräte (Scanner) verfügen, die zuverlässig zwischen Flüssigsprengstoff und harmlosen Substanzen wie Zahnpasta unterscheiden könnten.