Frage: Ich leide seit Jahren unter heftigen und stetig zunehmenden Sodbrennen. Säurehemmende Medikamente verschaffen mir nur teilweise Linderung. Muss ich operiert werden?

Es antwortet Privatdozent Dr. Daniel Schubert, Oberarzt an der Universitätsklinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie Magdeburg: Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure oder saurer Magenbrei wieder zurück in die Speiseröhre fließt und dort die empfindliche Schleimhaut angreift. Zwischen Speiseröhre und Magen sorgt ein Schließmuskel dafür, dass das Essen zwar von oben nach unten durchrutscht, aber kein Mageninhalt wieder zurückfließen kann. Dieses Ventil kann im Laufe des Lebens verschleißen. Wenn Sodbrennen mehrmals pro Woche auftritt, sollte man einen Arzt aufsuchen, da die zurückfließende Magensäure die Speiseröhre dauerhaft schädigen kann. Bei einigen Patienten kann die zurückfließende Magensäure sogar zu chronischen Reizungen des Kehlkopfes und der Atemwege führen.

Lassen sich die Symptome des Sodbrennens durch Umstellung der Lebensgewohnheiten nicht beeinflussen, kommen in der Regel Medikamente zum Einsatz, die die Säurebildung im Magen hemmen bzw. neutralisieren. Wichtig ist, dass bei längerfristiger Notwendigkeit der Medikamenteneinnahme und bei Nicht-Ansprechen der medikamentösen Therapie eine umfangreiche Diagnostik notwendig wird.

Operative Maßnahmen sollten erst bei Patienten in Betracht kommen, bei denen trotz optimaler medikamentöser Behandlung keine Beschwerdefreiheit erzielt werden kann bzw. bei denen eine chronische Entzündung oder Schleimhautschädigung der Speiseröhre besteht. Ferner können organische Ursachen des Sodbrennens (zum Beispiel ein Zwerchfellbruch) einen operativen Eingriff notwendig machen.

Die Operation wird heutzutage in minimal-invasiver Technik (Schlüssellochchirurgie) durchgeführt. Hierbei wird, neben dem Verschluss eines meist begleitenden Zwerchfellbruches, der Übergang der Speiseröhre in den Magen verändert. Durch eine Manschette (Fundoplicatio), die als zusätzliches Ventil um den nicht regelrecht funktionierenden, unteren Speiseröhrenschließmuskel herum geschlungen wird, kann der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre verhindert werden. Diese Manschette wird aus Anteilen der Magenwand gebildet.

Den Patienten kann so das Sodbrennen dauerhaft genommen werden.