Gute Vorsätze haben zum Jahreswechsel immer Hochkonjunktur. Viele Menschen wollen überflüssige Pfunde abbauen und Muskeln aufbauen. Wer die Visionen zur Realität machen will, denkt vielleicht über die Anschaffung eines Rudergerätes nach. Was bei der Auswahl und beim Einsatz der Fitnessmaschinen zu beachten ist, dazu gibt es wichtige Tipps von den Sportprodukte-Profis von TÜV SÜD.

München (rgm). Werde ich es tatsächlich durchziehen und daheim auf dem Rudergerät regelmäßig Trainingseinheiten absolvieren? Wer diese Frage lediglich mit einem "Jein" beantwortet, sollte vor der Investition noch einmal Gewissenserforschung betreiben. Wenn es im Keller oder im Speicher verstaubt, ist selbst das günstigste Gerät zu teuer. Eine andere Möglichkeit: Erst einmal im Fitnessstudio oder im Fachhandel ein Rudergerät ausprobieren.

Nach dem deutlichen Ja zum Rudergerät ist die nächste Grundsatzfrage zu klären: Ist in der Wohnung oder im Haus überhaupt Platz dafür? Kann ich die Rudermaschine dauerhaft stehen lassen – oder muss es ein Modell mit guter Klapptechnik und robusten Rollen sein?

Was den Bewegungsablauf anbelangt, gibt es zwei Typen von Rudergeräten: Typ Nummer eins imitiert das "Freiluftrudern", indem er zwei Ausleger mit Rudergriffen einsetzt. Typ Nummer zwei verwendet einen Seilzug, der mit beiden Händen bedient wird. Leichter zu erlernen ist das Training mit Typ Nummer zwei.

Eine weitere Grundsatzentscheidung ist unter der Überschrift "Bremssystem" zu fällen: Preislich eher günstig sind Systeme mit Hydraulikzylinder, die vor allem bei Modellen mit Auslegern zum Einsatz kommen. Der Zylinder erzeugt bei jeder Vorwärts- und Rückwärtsbewegung einen Gegendruck. Das kann aber Sehnen und Gelenke belasten. Einen flüssigen Bewegungsablauf gewährleisten Magnet- oder Wirbelstrombremsen, die den Antrieb eines Schwungrades abbremsen. Diese Variante ist vor allem bei Seilzug- oder Bandzug-Varianten geläufig. Zudem gibt es auch Modelle, bei denen der Widerstand über ein Wasserrad erzeugt wird.

Die Stabilität des Rudergerätes ist das A und O für ein erfolgreiches Training. Die Profilschiene muss stabil und der Rollensitz darauf laufruhig gelagert sein. Die Füße sollte man mit Schlaufen fixieren können. Die Fitnessmaschine sollte sich auf unterschiedliche Beinlängen individuell einstellen lassen. Für die Stabilität weiter wichtig: rutschfeste Füße am Gerät oder ein passender Bodenschoner als Unterlage.

Das Display eines Rudergeräts sollte mindestens folgende Anzeigen bieten: Schläge (pro Minute), Kalorienverbrauch, Trainingszeit und Puls. Gängig ist auch die Kombination mit einem Brustgurt zur Herzfrequenzmessung.

Vor-Ort-Service sollte inbegriffen sein

Bei einer so großen Anschaffung wichtig: Eine lange Vollgarantie und Vor-Ort-Service. Schließlich will man das Gerät bei einem Defekt nicht selbst in den Laden schleppen.Ein wichtiges Indiz für die Qualität des Rudergerätes ist die Gebrauchsanleitung: Werden die technischen Einzelheiten genau und verständlich erklärt? Gibt es Hinweise zur Abhilfe bei Defekten? Wird über die richtige Trainingsmethode und den idealen Bewegungsablauf aufgeklärt?

Ein gutes Auswahlkriterium: Trägt das Rudergerät das GS-Zeichen oder das Oktagon von TÜV SÜD Product Service, dann haben die Sportprodukte-Fachleute das Trainingsgerät im Labor auf Herz und Nieren getestet.

Bevor die Wohnzimmer-Regatta startet: Die Bedienungsanleitung durchlesen, um gut auf den Umgang mit dem neuen Fitnessgerät vorbereitet zu sein. Das Training mit dem Rudergerät beansprucht sämtliche Muskelgruppen – Beine, Rumpf, Rücken und Oberkörper werden trainiert. Zudem ermöglicht eine Rudermaschine ein schonendes Herz-Kreislauf-Training.

Rudergeräte sind Ganzkörpertrainer, die sich auch für Übergewichtige eignen. Wer sich über seinen Gesundheitszustand allerdings nicht im Klaren ist, sollte vor dem Start lieber einen Arzt aufsuchen.

Den richtigen Bewegungsablauf sollte man sich von einem ausgebildeten Trainer in einem Fitnessstudio oder von einem geschulten Fachverkäufer zeigen lassen. Die falsche Technik kann Rückenschmerzen oder andere Überlastungssymptome nach sich ziehen.