Die Heimtrainer im aktuellen Fitnesstest der Stiftung Warentest schlugen sich achtbar – wenn da nicht die Schadstoffe wären.

Berlin (rgm). Vier Laufbänder und zwei Crosstrainer enthalten Weichmacher (Phthalate) und/oder polyzyklischen aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in den Griffen oder den mitgelieferten Hanteln. Durch Schweiß gelöst und über die Haut aufgenommen, können die Schadstoffe in den Körper gelangen. Einige dieser PAK gelten als krebserzeugend, fruchtschädigend oder erbgutverändernd – ein unnötiges Risiko, denn es geht auch ohne. So werden Geräte, die der Gesundheitsförderung dienen sollen, zum Gesundheitsrisiko.

Laufbänder sind für das Heimjogging nur bedingt empfehlenswert. Denn sie sind recht groß, sperrig und teuer. Zum anderen ist die Lärmbelästigung durch das stampfende Geräusch des Läufers so groß, dass sie den Nachbarn in einem Wohnhaus kaum zuzumuten ist. Für viele ist ein Crosstrainer sowieso die erste Wahl für ein Heimfitnessgerät. Die Füße bewegen sich auf ihnen in Form einer Ellipse, weshalb Crosstrainer auch Ellipticals genannt werden. Je nach Einstellung simulieren sie Bewegungen ähnlich dem Nordic Walking oder Skilanglauf. Vorteile des Crosstrainers sind der leise Lauf, der relativ geringe Platzbedarf, der niedrige Stromverbrauch und der vergleichsweise günstige Preis. Außerdem lassen sich damit alle Muskelgruppen trainieren, die man im Alltag so braucht.

Crosstrainer arbeiten mit einem berührungslosen Magnetbremssystem. Im Zusammenspiel mit einer abgestimmten Schwungmasse gewährleistet es einen angenehmen runden Tritt. Je nach seiner Leistungsfähigkeit kann der Nutzer Trittgeschwindigkeit und Widerstand verstellen. Bei den einfachen Modellen sind die Bremsstufen durch Zahlen markiert. Empfehlenswerter sind gute Ergometer mit einer Leistungsanzeige in Watt.

Für ein gesundheitsorientiertes Fitnesstraining ist die Pulsmessung außerordentlich wichtig. Doch die Handpulssensoren, mit denen alle getesteten Laufbänder und Crosstrainer standardmäßig ausgestattet sind, eignen sich dafür nicht optimal. Als Alternative bieten zwar fast alle Telemetrie-Empfänger, die die Messwerte über einen Brustgurt anzeigen können. Der muss jedoch meist dazugekauft werden. Aber auch diese Übertragung ist störanfällig. So kann es passieren, dass der Puls einer Person, die in der Nähe mit Brustgurt trainiert, angezeigt wird.

Moderne Pulsmesser arbeiten digital und sind sehr genau. Die getesteten Heimtrainer sind mit dieser relativ günstigen Technik nicht ausgestattet. Ersatzweise tut es auch eine Pulsuhr am Handgelenk. Aber nur zur Kontrolle. Ein pulsgesteuertes Training, das die Belastung immer im optimalen Bereich hält, ist damit nicht möglich, da der Laufband-Computer die digitalen Daten nicht empfangen kann.

Ärgerlich: Einige Modelle erfüllen Sicherheitsnormen nicht vollständig und tragen dennoch ein Prüfzeichen. Sie stellen weniger eine Gefährdung für den Trainierenden dar als für andere Personen.