Magdeburg (rgm). Apotheken müssen derzeit besonders viele Fragen von Patienten beantworten, weil sie oftmals nicht mehr ihre bisherigen Medikamente bekommen. Grund sind neue gesetzliche Regelungen, die zu einer Vielzahl von Rabattverträgen der Krankenkassen führten. Um die für Patienten ärgerlichen Wartezeiten in der Apotheke zu minimieren, rät Gerd Haese, Präsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt, zur Wahl einer Hausapotheke.

Zum Hintergrund: Im Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) wurden die sogenannten aut-idem-Kriterien zum 1. Januar neu geregelt. Grundsätzlich muss die Apotheke ein verordnetes Arzneimittel gegen ein preisgünstiges (Rabatt-) Arzneimittel austauschen, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. So müssen Wirkstoff und Wirkstärke identisch sowie die Darreichungsform gleich oder austauschbar sein.

Neu geregelt wurden der zugelassene Anwendungsbereich und die Packungsgröße. Dadurch erhalten viele gesetzlich krankenversicherte Patienten andere Arzneimittel als bisher.

Patienten können zwar weiterhin ihr bewährtes Medikament aus der Apotheke erhalten. Dann müssen sie dafür jedoch den vollen Preis bezahlen. Bei der Krankenkasse können sie dann eine Erstattung beantragen. Wie hoch diese jedoch ausfällt, können Apotheker allerdings nicht sagen, weil ihnen die Rabattverträge der Krankenkassen nicht mitgeteilt werden. So könnten Patienten auf hohen Zusatzkosten sitzenbleiben.