Die Spargelzeit hat begonnen. Bis zum 24. Juni wird das Gemüse in Europa geerntet. In Deutschland ist der Spargelkonsum in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 40 Prozent gestiegen, denn Spargel ist heute als Delikatesse bekannt und gilt auch als Heilmittel.

Berlin ( rgm ). Fettige Soßen machen das Schlankgemüse Spargel zur echten Kalorienbombe, informiert Medizinjournalist Sven-David Müller vom Gesundheitsportal www. imedo. de. Von leichten Frühlingsgerichten kann bei fetttriefendem paniertem Schnitzel mit Salzkartoffeln oder gar frittierten Kroketten und Spargel, reichlich überdeckt mit Fettbomben wie Sauce Hollandaise, Sauce Bernaise oder geschmolzener Butter, wirklich nicht die Rede sein. Die meisten traditionellen Spargelgerichte liegen schwer im Magen und machen dick, so Müller.

Dabei ist das mild-aromatische Frühlingsgemüse eigentlich mit nur 20 Kilokalorien pro 100 Gramm kein Dickmacher. Leckere Alternativen wären Kräutersoßen auf Joghurtoder Quarkbasis. Und Schnitzel müssen nicht mit Panaden überzogen sein.

Fast jeder Zweite hat " Spargel-Urin "

Die Einwohner Deutschlands bevorzugen Spargel aus heimischen Gefilden und so stammen 80 Prozent des verzehrten Spargels aus Deutschem Anbau. Die berühmtesten Spargelfelder befinden sich in Beelitz im Landkreis Potsdam Mittelmark, in Veltenhof bei Braunschweig mit der bekannten Spargelsorte " Ruhm von Braunschweig " und in und um Bruchsal in Baden-Württemberg.

Bekannte Spargel-Anbaugebiete in Sachsen-Anhalt sind die Altmark rund um Osterburg, Stendal, Seehausen und Klötze sowie Hohenseeden und Parchen im Jerichower Land.

Der Geruch, den der Urin von manchen Menschen nach dem Genuss von Spargel verströmt, ist auf einen Enzymdefekt zurückzuführen, informiert Müller. Spargel enthält den Eiweißbaustein ( Aminosäure ) Asparaginsäure und bestimmte schwefelhaltige Komponenten daraus machen den Geruch aus.

Schon im Jahre 1956 untersuchten britische Wissenschaftler das Geruchs-Phänomen : Sie fanden, dass 43 Prozent der Menschen Ausscheider sind, und schlussfolgerten, das sei genetisch bedingt. Wissenschaftler konnten diese Theorie im Jahr 1987 bestätigen : 800 Freiwillige nahmen an einem ein Jahr dauernden Spargelurin-Versuch teil.

Roh aufschneiden oder in Nussöl braten

Viele Menschen verkochen leider den Spargel und gönnen sich weder rohen noch leicht gebratenen Spargel. Besonders lecker ist roh dünn aufgeschnittener Spargel mit delikaten, kräftigen Soßen angerichtet.

Eine Alternative zum gekochten Spargel ist auch kurz und knackig in Nussöl gebratener Spargel.

Wer Spargel auf traditionelle Art zubereiten möchte, kann den Geschmack deutlich verbessern : Den Spargel in wenig leicht gesalzenem Wasser kurz dünsten – eine Prise Zucker oder besser eine Messerspitze Honig und ein Spritzer Zitronen- oder Limettensaft heben den Geschmack entscheidend hervor.

In jedem Falle entfaltet sich der typische Spargelgeschmack durch Erhitzung. Der spargeltypische leicht bittere Geschmack lässt sich vermeiden : Der Kenner schneidet vom Ende mindestens zwei Zentimeter weg und schält violette Verfärbungen ab. Weißer Spargel ist immer zu schälen, während Grünspargel dem nicht bedarf.

Obwohl Spargel kalorienarm ist und zu über 92 Prozent aus Wasser besteht, ist er ausgesprochen gesund und vitalstoffreich. Spargel ist zudem praktisch fettfrei und extrem kohlenhydratarm und dadurch selbst für eine Low-Carb-Diät geeignet. Durch den relativ hohen Asparaginsäure- und Kaliumgehalt aber niedrigen Natriumgehalt ist Spargel harntreibend. In der Volksheilkunde findet Spargel auch als Abführmittel Einsatz. Zwischen 400 und 500 Gramm ungeschälter weißer Spargel ist die optimale Portion.

Wir essen übrigens die Sprossen der unterirdischen Spargelrhizome, so Müller. Auch Ingwer wächst als Rhizom – aber beim Ingwer essen wir das Rhizom und nicht die Sprossen, klärt Müller weiter auf. Der Gemüsespargel oder auch " Gemeiner Spargel " ( Asparagus officinalis L. ) ist eine besondere Art aus der Gattung Spargel ( Asparagus ). Das griechische Wort Asp ( h ) áragos heißt wortwörtlich übersetzt " junger Trieb ". Weißer Spargel wächst oder vielmehr sprosst in Erdwällen, während Grünspargel oberhalb des Erdbodens wachst.