Auch in der kalten Jahreszeit kann ein Spaziergang reizvoll sein. Wichtig ist dabei neben winterfester Kleidung die richtige Hautpflege. Denn ein ständiger Wechsel von Kälte zu trockenen Räumen bedeutet automatisch Stress für die Haut. Rötungen, Risse und Juckreiz können die Folgen sein. Damit die Haut gut über den Winter kommt, braucht sie in dieser Zeit besondere Aufmerksamkeit und gute Pflege.

Magdeburg ( rgm ). Neben dem ständigen Wechsel von Kälte zu Wärme ist vor allem die geringe Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen anstrengend für die Haut : Wenn die kalte Luft von außen in beheizte Räume gelangt, sinkt hier die Luftfeuchtigkeit. " Das wird schnell stressig für die Haut ", sagt Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband. Bei einer Raumtemperatur zwischen 20 und 22 Grad sollte die Luftfeuchtigkeit eigentlich zwischen 40 und 60 Prozent liegen. In den seltensten Fällen tut sie dies jedoch ohne Luftbefeuchter.

Wer sich keinen Luftbefeuchter anschaffen möchte, sollte besonderen Wert auf richtiges Lüften seiner Räume legen : " Die Fenster sollten nur kurz, aber weit geöffnet werden. Das sorgt dafür, dass nicht soviel Feuchtigkeit nach außen entweicht ", so Ebel.

Trinken ist immer wichtig, aber auch gerade im Winter. Wer viel trinkt, unterstützt den Selbstreinigungsprozess der Schleimhäute. Hilfreich für die Haut ist es auch, im Winter fettigere Cremes zu benutzen. Mandel- oder Borretschöl eignen sich gut dazu ; auch Avocadoöl ist reichhaltig und dringt gut in die Haut ein. Bisabolol ist ein Kamillenwirkstoff, der die Haut beruhigt. Besonders aufnahmefähig für Pflegeprodukte ist die Haut am Abend.

Nur mäßig warm und kurz duschen

Wer empfindliche Haut hat, leidet schnell unter Juckreiz. Dahinter steckt meist trockene Haut, die entsteht, weil der Körper bei Kälte weniger Fett produziert. Dadurch wird der natürliche Schutzfilm dünner, die Haut reagiert mit Juckreiz. " Bei ersten Anzeichen sollte dem Juckreiz widerstanden und statt dessen mit der optimalen Pflege begonnen werden, um die Haut geschmeidig und gut versorgt zu halten ", sagt Ebel.

Weniger ist mehr, lautet auch hier die Regel : Nur mäßig warm und kürzer duschen, keine parfümierten Duschgele benutzen. Rückfettende Duschgele oder Öle und das anschließende Eincremen mit einer fetthaltigen Creme oder Lotion halten die Haut geschmeidig. Balsam für die Haut sind Substanzen wie Harnstoff, Dexpanthenol, Vitamin E sowie Jojoba- oder Nachtkerzenöl, Glyzerin und Milchsäure.

" Wer schnell mit Juckreiz zu tun hat, sollte zu Cremes mit Harnstoff und Gerbstoffen greifen ", so Ebel weiter. Sie hemmen Entzündungen und helfen, Feuchtigkeit lange in der Haut zu speichern. Außerdem schützen sie die Haut vor äußeren Einflüssen wie Kälte und Heizungsluft.

Wer allerdings immer wieder Juckreiz verspürt und sich ständig kratzen muss, sollte das auf jeden Fall bei einem Hautarzt abklären lassen.

Lippen brauchen besonderen Schutz

Vielen Menschen geht der Winter auch so unter die Haut, dass sie mit Rötungen, rauen Stellen und Rissen zu tun haben. Oftmals hilft es schon, auf zu häufiges Waschen mit Wasser und Seife zu verzichten. Besser ist es dann, Produkte mit rückfettenden Substanzen zu verwenden.

Vor allem sollten empfindliche Körperteile wie Hände, Füße und Lippen bei der Winter-Pflege nicht vergessen werden. Dreimal tägliches Eincremen der Hände hält die Haut geschmeidig ; die Fingernägel und Nagelhaut sollten dabei nicht vergessen werden.

Auch Füße und Beine profitieren von fettreichen Cremes auf Wasser-in-Öl-Basis. Die Lippen brauchen besonderen Schutz durch rückfettende Produkte, da sie keinen ausreichenden Feuchtigkeitsfilm bilden können.

Für schnell gerötete, raue und rissige Haut gilt generell :

Immer mit einer fetthaltigen Creme eincremen, da sie lange die Feuchtigkeit speichert ; weder zu oft noch zu heiß waschen, dabei auf seifenfreie Produkte achten und anschließend kalt nachspülen, denn das verschließt die Poren ; warme Kleidung aus weichem und luftdurchlässigem Material schützt die Haut vor Kälte und Wind. Dabei auch an Handschuhe denken ; statt Peelings, die die Haut im Winter eher belasten, sollte sie mit Ölmassagen verwöhnt werden.

" Bei aller Pflege durch Cremes und Öle sollte nicht vergessen werden, dass die Haut vor allem auch auf Stress empfindlich reagiert ", sagt AOKArzt Thomas Ebel und rät : " Entspannung bedeutet deshalb auch Entspannung für die Haut. "