Entzündliche Gelenkerkrankungen können sehr schmerzhaft sein. Zahlreiche Leser

nutzten das gestrige Volksstimme-Telefonforum, um sich bei dem Rheumatologen Professor Jörn Kekow vom Medigreif

Fachkrankenhaus Vogelsang-Gommern, der Orthopädin Dr. Antje Olbrisch vom Uniklinikum Magdeburg sowie bei

Hannelore Wagener und

Lorette Lüthgarth von der

Rheuma-Liga Burg zu informieren. Uwe Seidenfaden

stellte Fragen und Antworten zusammen.

Frage : Wenn ich morgens wach werde, sind die Finger meiner linken Hand manchmal ganz steif. Erst nach etwa einer halben Stunde kann ich sie wieder bewegen. Manchmal bin ich auch monatelang beschwerdefrei. Woran kann das liegen ?

Antwort : Die Beschwerden sind wahrscheinlich Symptom einer rheumatoiden Arthritis. Die Symptome können schubweise auftreten. In der Zwischenzeit ist man nahezu beschwerdenfrei.

Zur Absicherung der Diagnose dienen unter anderem Ultraschall-, Röntgen- und Antikörperuntersuchungen des Blutes. Von der rheumatoiden Arthritis betroffen sind oftmals die Gelenke an den Fingern. Aber auch andere Gelenke und sogar innere Organe oder die Haut können in Mitleidenschaft gezogen werden.

Frage : Bei mir wurde eine Schuppenflechte mit Rheuma diagnostiziert. Ich nehme dagegen seit vier Wochen ein Medikament. Es hat aber nicht angeschlagen. Gibt es Alternativen ?

Antwort : Man sollte etwa drei Monate abwarten und danach Bilanz ziehen. Wenn keine Besserung eintritt, sind Umstellungen der Medikamente möglich.

Frage : Ich habe seit fast 30 Jahren eine Polyarthritis, die viele Jahre mit Cortison behandelt wurde. Jetzt wurde auch eine Osteoporose festgestellt. Der Arzt empfahl die Einnahme von Bisphosphonaten. Ich habe jedoch gelesen, dass dadurch die Zähne ausfallen können. Muss ich mir Sorgen machen ?

Antwort : Die Angst vor den schweren Nebenwirkungen der Bisphosphonate bei Osteoporose ist unbegründet. Die Veränderungen im Mundkieferbereich sind nur bei sehr hohen Konzentrationen dieser Medikamente zu erwarten, wie sie gegen bestimmte Tumorerkrankungen erforderlich sind. Dennoch empfehlen wir, nach etwa drei bis fünf Jahren kontinuierlicher Anwendung die Einnahme der Bisphosphonate zu pausieren.

Frage : Wegen eines Gelenkrheumas nehme ich schmerzlindernde Medikamente wie Ibuprofen und Diclofenac. Die Tabletten schlagen mir auf den Magen und die Salben verschaffen mir nur kurzzeitig etwas Linderung. Was kann ich noch tun ?

Antwort : Ihr behandelnder Arzt muss individuell nach der optimalen Therapie suchen. Beispielsweise kann er Medikamente auswählen, die weniger auf den Magen schlagen. Möglich ist auch die zusätzliche Einnahme von Medikamenten, die das Risiko von Magenschädigungen reduzieren. Auch physikalische Therapien sorgen für Linderung bei Entzündungen.

Um das Fortschreiten der Gelenkentzündung zu verhindern, ist zudem eine langfristige Basistherapie wichtig. Ein Standardmedikament ist das Methotrexat.

Frage : Mein Arzt hat mir Funktionstraining empfohlen. Wo kann ich mich darüber informieren ? Muss ich die Kosten selber tragen ?

Antwort : Sie sollten sich bei der Rheuma-Liga anmelden, die das Training organisiert ( siehe Infokasten ). Es wird von den Krankenkassen für die Dauer von ein bis zwei Jahren bezahlt.

Frage : Wie hilfreich sind Kälteanwendungen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ?

Antwort : Schmerzen durch Entzündungen lassen sich mit Kältereizen eindämmen. Geeignet sind z. B. fertige Kältepacks aus der Apotheke, Eiswickel oder Aufenthalte in speziellen Kältekammern, wie es sie z. B. am Fachkrankenhaus Vogelsang gibt. Kältepacks dürfen nur in der Schutzhülle oder mit Handtuch umwickelt auf die Haut gelegt werden, um lokale Erfrierungen zu vermeiden.

Frage : Worauf sollten Rheumapatienten bei der Ernährung achten ?

Antwort : Eine vernünftige Ernährung ist ein wichtiger Therapiebaustein bei der Behandlung. Tierische Fette wie Schmalz, Leber, Eigelb oder fettreiche Fleisch- und Wurstsorten sollten Sie meiden. Empfehlenswert sind Fische, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind. Unter den pflanzlichen Produkten besonders zu empfehlen sind Raps-, Sojaund Leinöl. Sie enthalten antioxidative Substanzen, die sich positiv auf Gelenkentzündungen auswirken.