• Das AIDS-Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist montags bis donnerstags von 10 bis 22 sowie freitags bis sonntags von 1 bis 18 Uhr geschaltet unter ( 01805 ) 555 444 ( 14 Cent pro Minute aus dem Festnetz ) und unter der Festnetznummer ( 0221 ) 892031.

• Kostenloses Info-Material kann man bei der BZgA auf der Seite www. bzga. de, Rubrik Infomaterialien, ansehen und bestellen. Seriöse Informationen zum Thema gibt es auf der BZgA-Seite www. gib-aidskeine-chance. de.

• Ärzte und Pflegemitarbeiter der Universitätsklinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie Magdeburg bieten heute für ärztliche Kollegen, HIVpositive Menschen und Interessierte eine Fortbildungsveranstaltung an, um über neueste Entwicklungen auf dem Gebiet von HIV und AIDS zu informieren und die Arbeit der HIVAmbulanz an der Uniklinik vorzustellen. Die Veranstaltung findet heute von 17 bis 19 Uhr im Hörsaal der Kinderklinik ( Haus 10 ) auf dem Gelände des Universitätsklinikums Magdeburg, Leipziger Straße 44 statt.

Mit 33 HIV-Neudiagnosen pro einer Million Einwohner steht Deutschland im internationalen Vergleich günstig da. Trotzdem ist jede Infektion eine zu viel. Denn AIDS ist nach wie vor eine unheilbare, tödliche Krankheit. Die Anzahl anderer sexuell übertragbarer Krankheiten nimmt in vielen Regionen zu. Diese Krankheiten verletzen Schutzbarrieren des Körpers und machen ihn auch für das HI-Virus anfälliger. Die häufigsten Fragen dazu beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Frage : Kann man durch einen intensiven Zungenkuss HIV bekommen ?

Antwort : Nein, das Humane Immundefekt Virus ( HIV ) gilt im Vergleich zu anderen Krankheitserregern als schwer übertragbar. Eine HIV-Infektion ist nur möglich, wenn Körperflüssigkeiten, wie Samen und Scheidenflüssigkeit oder flüssiges Blut in den Körper eines anderen Menschen gelangen. HIV wird vor allem bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit einem HIV-positiven Partner und beim Drogenkonsum durch die gemeinsame Benutzung von Spritzbestecken übertragen.

Frage : Sind Kondome ein sicherer Schutz gegen HIV ?

Antwort : Ja, die Sicherheit liegt bei 100 Prozent – wenn das Kondom nicht platzt und durchgehend verwendet wurde.

Frage : Kann ich mich als Mann beim Oralverkehr mit einer Frau mit HIV anstecken ?

Antwort : Ja, Sie als aktiver Partner haben ein Ansteckungsrisiko, da Ihre Mundschleimhaut mit Scheidensekret in Berührung kommt. Als Schutz kann man ein Latexläppchen verwenden. Hat man das nicht zur Hand, lässt sich auch ein Kondom aufschneiden und zum Läppchen umfunktionieren.

Frage : Wie lange muss man nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr warten, um einen HIV-Test machen zu lassen ?

Antwort : Drei Monate. Erst dann kann der Test mit hoher Sicherheit nachweisen, ob HIV-Antikörper im Blut gebildet wurden ( positiv ) oder nicht ( negativ ).

Frage : Ich möchte den AIDS Test nicht bei meinem Hausarzt machen. Wo geht das noch ?

Antwort : Die Gesundheitsämter bieten den Test anonym an und in den meisten Städten auch kostenlos. Außerdem kann man sich dort auch vor und nach dem Test beraten lassen. Diese Möglichkeit sollte man unbedingt nutzen.

Frage : Ich hatte schon einmal den Fall, dass bei meinem Partner das Kondom beim Verkehr gerissen ist. Was tut man dann, um das Ansteckungsrisiko zu vermindern ?

Antwort : Bei Aufnahme von Sperma in die Scheide kann die Frau auf der Toilette versuchen, die Samenflüssigkeit ablaufen zu lassen. Bei Aufnahme von Sperma in den Enddarm kann man durch Stuhlgang probieren, das Sperma wieder heraus zu bringen. Innere Spülungen sollten wegen der Verletzungsgefahr nicht vorgenommen werden.

Frage : Was kann ich als Mann tun, wenn das Kondom beim Verkehr reißt, um mich vor HIV zu schützen ?

Antwort : Bei aktivem Scheiden- oder Analverkehr kann der Mann durch sofortiges Abbrausen des Gliedes und durch Urinieren die Infektionsgefahr vermindern.

Frage : Schützen Kondome gegen alle sexuell übertragbaren Krankheiten ?

Antwort : Nein. Leider gibt es kein Mittel, das gegen alle diese Krankheiten schützt. Kondome vermindern jedoch das Risiko enorm. Bei Tripper oder Syphilis sollte man generell engen Körperkontakt mit dem Partner meiden – sogar mit dem Küssen sollte man besser warten, bis die Krankheit ausgeheilt ist.

Frage : Wie schützt man sich vor Ansteckung mit Hepatitis A und B ?

Antwort : Vor diesen Leberentzündungen, die auch sexuell übertragen werden, schützt eine Impfung.

Frage : Hinter welchen Symptomen könnte eine sexuell übertragbare Krankheit stecken ?

Antwort : Warnsignale sind : Brennen beim Wasserlassen, auffälliger Ausfluss aus Glied oder Scheide, Juckreiz, Hautveränderungen am Glied, am Scheideneingang oder am After, Schmerzen im Genitalbereich oder Unterbauch, eventuell auch beim Geschlechtsverkehr, Veränderungen im Mund und Rachen oder am Enddarm nach Oraloder Analsex. Dann sollte man umgehend den Frauenarzt, den Hautarzt oder Urologen aufsuchen.